Kreis Euskirchen – Der September, der erste Herbstmonat, zeigte sich in unserer Region sehr sonnig, aber auch lange extrem trocken. Bis zum 23. September stiegen die Temperaturen an zehn Tagen auf über 25 Grad, an drei Tagen sogar auf 30 bis 34 Grad. Erst zum Monatsende kamen herbstliches Wetter und endlich kräftige Regenfälle.
Die Durchschnittstemperaturen erreichten in den Niederungen 15 bis 16 Grad (in Lommersum, Euskirchen und Zülpich 16,2 Grad). In den Höhenlagen von 400 bis 600 Meter gehörte der September 2020 zu den zehn wärmsten seit 1895 (Sistig erzielte 14,4 Grad im Mittel, Schöneseiffen 14,0, Udenbreth 13,9 und Dahlem 13,7). Die Abweichungen vom 30-jährigen Mittel betrugen verbreitet +1,5 bis +2,0 Grad, dies ist eine Folge der extremen Hitze zur Monatsmitte.
Die höchsten Temperaturen wurden am 15. September in Euskirchen und Lommersum mit 34,3 Grad gemessen. Zum Teil gab es neue Septemberrekorde seit 1937: Sistig bisher 30,4 Grad am 13. September 1947, jetzt 30,9 Grad, und Lommersum bisher 33,2 Grad am 13. September 2016, jetzt 34,3 Grad.
Zehn Hitzetage im Flachland
Hier weitere Spitzenwerte vom 15. September: Sinzenich 33,5 Grad, Heimbach 32,7, Gemünd 33,2 (neuer Rekord), Mechernich 32,4, Olef 32,3 und selbst in Schöneseiffen auf 600 Metern Seehöhe und in Dahlem noch 30,6. Fast sommerlich war die Zahl von zehn Sommertagen und drei Hitzetagen in den Niederungen. Selbst in Sistig gab es noch fünf Sommertage und einen Hitzetag.
Ende September sanken die Tagestemperaturen deutlich, in den Tallagen der Eifel gab es erste Bodenfröste bis -1,8 Grad in Olef und -0,7 Grad an der Dahlemer Binz.
Es herrschte weiter große Trockenheit, da in den ersten 23 Tagen durch andauernden Hochdruck fast kein Niederschlag fiel. Eine Umstellung der Wetterlage brachten erst zum 24. September Tiefs vom Atlantik sowie ergiebige Regenfälle. Die Natur brauchte das Wasser unbedingt, denn die Bäume warfen bereits Laub ab. Den höchsten Tageswert meldete die Station Harzheim am 26. September mit 38 l/qm. Trotzdem blieb der Monat insgesamt unterdurchschnittlich, meist fielen 75 bis 90 Prozent des Langzeitwertes. Die hohen Verdunstungswerte verhinderten zusätzlich einen Ausgleich der Bodentrockenheit.
Hier einige Regenmengen: Füssenich und Euskirchen 36 l/qm, Ahrhütte 37 l, Sinzenich und Roitzheim 40 l, Wahlen 41 l, Lommersum 42 l, Palmersheim, Dahlem und Heimbach 44 l, Sistig 46 l, Mechernich, Zingsheim und Zülpich 47 l, Steinbachtalsperre 48 l, Gemünd 49 l, Harzheim 52 l, Bad Münstereifel 53 l, Schöneseiffen 57 l, Olef 59 l, Houverath 61 l, Miescheid 64 l und Udenbreth 66 l.
Der erste Herbstmonat war nicht nur trocken und warm, sondern auch sehr sonnig. Die positiven Abweichungen von den langjährigen Mittelwerten betrugen 10 bis 25 Prozent. Folgende Summen an Sonnenstunden liegen vor: Malsbenden 152 Stunden, Heimbach 167, Sistig 191, Dahlem 198, Lommersum und Euskirchen 201, Sinzenich 210 und Windpark Schöneseiffen enorme 220 Sonnenstunden.
Diese Monatssummen lagen aber deutlich unter den Septemberrekorden von 2016 und 1959. Damals meldete Schöneseiffen 253 Stunden (2016), Sistig 238 (2016), Sinzenich 246 (2016) und Euskirchen 255 Stunden (1959).
Karl Josef Linden, pensionierter Oberstudienrat, betreibt die Meteomedia-Wetterstation in Sinzenich.
