Die Landwirte im Kreis Euskirchen beklagen Ernterückgänge durch Hitze und Trockenheit, aber auch das Grünland braucht dingend Regen.
ErntebilanzNicht nur Hitze und Trockenheit bereiten Bauern im Kreis Euskirchen Sorge

Bei der Weizenernte kamen die Bauern im Kreis Euskirchen trotz der langen Trockenheit noch mit einem blauen Auge davon.
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Hitze und anhaltende Trockenheit haben in diesem Jahr auch für die Landwirte im Kreis Euskirchen das Erntegeschehen bestimmt. „Beim Weizen sind wir trotz extremer Temperaturen und fehlender Niederschläge mit einem blauen Auge davongekommen“, erklärt Helmut Dahmen, Vorsitzender der Kreisbauernschaft.
Im Rheinland wurden laut Mitteilung des Rheinischen Landwirtschafts-Verbands beim Winterweizen durchschnittlich rund 87 Dezitonnen pro Hektar geerntet – gut acht Prozent weniger als im vergangenen Jahr. Die Wintergerste erreichte rund 84 Dezitonnen pro Hektar.
Die Erntemengen allein sagen nach Einschätzung der Kreisbauernschaft jedoch wenig über die wirtschaftliche Lage der Betriebe aus. Hohe Kosten für Diesel, Dünger, Pflanzenschutz und Energie treffen demnach aktuell auf stark schwankende Erzeugerpreise.
Produktionskosten sind auch im Kreis Euskirchen höher als die Ernteerträge
„Die Preise am Getreidemarkt reagieren derzeit von Tag zu Tag auf geopolitische Krisenherde und Äußerungen der beteiligten Akteure. Für unsere Betriebe ist das kaum planbar“, betont Dahmen. Unter diesen Bedingungen reichten die Erlöse beim Getreide derzeit nicht aus, um die Produktionskosten zu decken und eine wirtschaftlich tragfähige Erzeugung zu gewährleisten.
Geringere Erträge auch beim RapsIn den vergangenen Jahren habe der Raps als Kultur wieder an Attraktivität gewonnen – die Anbaufläche sei in diesem Jahr um rund zehn Prozent gestiegen. „Die Erträge konnten mit dieser Entwicklung jedoch nicht Schritt halten“, teilt der Verband mit: Im Durchschnitt seien rund 36 Dezitonnen pro Hektar geerntet worden, nach rund 41 Dezitonnen im Vorjahr.

Dramatische Lage beim Mais: Auf einzelnen Standorten sei bereits jetzt mit massiven Ertragseinbußen bis hin zu Totalausfällen zu rechnen, so der Landwirtschaftsverband.
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Mit großer Sorge blickt Dahmen zudem auf die noch auf den Feldern stehenden Herbstkulturen. Insbesondere Zuckerrüben, Mais und Kartoffeln leiden demnach extrem unter der anhaltenden Dürre. „Die jetzt gefallenen Niederschläge ändern daran nichts mehr“, so Dahmen: Bei diesen Kulturen sei mit deutlichen Ertragsrückgängen zu rechnen. Die anhaltende Trockenheit habe das Wachstum und den Ertrag bereits erheblich beeinträchtigt und die Pflanzen geschwächt.
Landwirte hoffen auf Regen, damit das Gras wieder wächst
Im Futterbau zeige sich ein ähnliches Bild wie im Ackerbau. Auf dem Grünland konnten dank des wüchsigen Frühjahrs die ersten Schnitte des Jahres früh eingebracht werden, teilweise jedoch bereits mit Qualitätseinbußen. „Seit Anfang Juli ist das Wachstum vielerorts deutlich ins Stocken geraten, so dass weitere Schnitte ausgeblieben sind“, so Dahmen. Ob ein später Schnitt mit nennenswerten Erträgen möglich sein werde, sei von weiteren Niederschlägen abhängig.
Als besonders dramatisch wird die Lage beim Mais eingeschätzt: Auf einzelnen Standorten sei bereits jetzt mit massiven Ertragseinbußen bis hin zu Totalausfällen zu rechnen. „Für viele Betriebe entscheidet sich erst jetzt, wie groß der wirtschaftliche Schaden tatsächlich wird“, sagt Dahmen.
Er sieht in der diesjährigen Erntebilanz ein weiteres Warnsignal für die wirtschaftliche Lage der Betriebe: „Unsere Familienbetriebe brauchen bessere Rahmenbedingungen, welche die Produktion nicht zusätzlich verteuern.“ Notwendig dafür seien wettbewerbsfähige Energie- und Betriebsmittelpreise sowie konkrete politische Antworten auf immer stärkere Marktrisiken.
„Während Verbraucherinnen und Verbraucher für Lebensmittel stetig mehr aufwenden müssen, kommt bei den landwirtschaftlichen Betrieben davon nichts an“, beklagt Dahmen: „Wer heimische Lebensmittelproduktion sichern will, muss den Betrieben wieder wirtschaftliche Perspektiven geben.“
