Polizei, Ordnungsamt, Bundespolizei und Deutschen Bahn sind in Euskirchen gemeinsam auf Streife am Bahnhof. Das Beispiel könnte Schule machen.
Coffee with a CopInnenminister Reul sieht Quattro-Streife in Euskirchen als Vorbild für NRW

Gut drauf und mit Kaffee-Durst: NRW-Innenminister Herbert Reul sprach vor dem Veybach Center mit Euskirchenern.
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Es dauerte nur wenige Augenblicke, da hatte Herbert Reul bereits einen Cappuccino in der Hand. Und einige Augenblicke später war der NRW-Innenminister auch schon ein Fan der Euskirchener Quattro-Streife. Dabei arbeiten Polizei, Ordnungsamt, Bundespolizei und die Deutsche Bahn zusammen, um den Bereich rund um den Bahnhof regelmäßig zu kontrollieren. Ziel ist, gegen Verwahrlosung und Vandalismus vorzugehen und Bürgern das Unsicherheitsgefühl zu nehmen.
„Das ist eine außerordentlich gute Idee, die zudem ziemlich simpel ist. Nur die Ausdauer ist wichtig – wie bei vielen Dingen der Kriminalitätsbekämpfung“, sagte Reul mit seinem Cappuccino in der Hand. Den hatte der Minister aus einem Citroën HY, Baujahr 1972, erhalten, der zu einem Café-Mobil umgebaut worden ist. Aus dem Fahrzeug erhielt aber nicht nur der Innenminister einen Kaffee, sondern viele Euskirchener – und auch Polizisten.
Euskirchener sprechen mit der Polizei und dem Minister
Die hatten die Bevölkerung nämlich eingeladen, in lockerer Atmosphäre einen Kaffee mit den Beamten zu trinken und dabei völlig unkompliziert über Probleme, Sorgen und Erlebtes zu sprechen. Die Idee unter dem Motto „Coffee with a Cop“ stammt aus den USA. Nun machte das Projekt zum zweiten Mal in Euskirchen Station. „Wir wollen mit der Aktion auch die Distanz zwischen den Bürgern und der Polizei abbauen“, erläuterte Pressesprecherin Christina Specht.

Der Innenminister suchte in Euskirchen auch das Gespräch mit den Polizeibeamten. Dabei ging es etwa um die Quattro-Streife.
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Sie zeigte sich von der Resonanz und dem Interesse der Euskirchener an der Arbeit der Polizei beeindruckt. „Wir sind sehr angetan, wie viele Menschen das Gespräch suchen“, sagte Specht. Dabei ging es gar nicht immer um Sorgen und Probleme, die die Menschen vielleicht mit der Euskirchener Innenstadt verbinden. Es ging auch um das Dauerthema Einbruchschutz oder die Ausbildung bei der Euskirchener Polizei. Der eine oder andere junge Euskirchener nutzte zudem die Gelegenheit, einmal hinter dem Steuer eines Streifenwagens Platz zu nehmen.
Ein Unsicherheitsgefühl ist in Euskirchen aber immer noch da
Aber es ging auch um die täglichen Probleme in der Euskirchener Fußgängerzone. Zwar nicht im Gespräch mit dem Innenminister, dafür aber mit den Bezirksbeamten. Vor allem das Unsicherheitsgefühl beschäftigt weiterhin manche Euskirchener. „An einigen Orten halte ich mich vor allem in den Abendstunden nur ungern auf. Oder ich meide sie komplett“, sagte eine Euskirchenerin. Es habe sich zwar rund um den Bahnhof viel getan, aber das Viehplätzchenviertel oder auch die Fußgängerzone seien aus ihrer Sicht nach wie vor problematisch.
Positiv angemerkt wurden die E-Scooter- und Fahrradkontrollen der Beamten in der Fußgängerzone. Das sei überfällig gewesen. Es sei gut, dass die Polizei nun Präsenz zeige. E-Scooter sind in der Euskirchener Fußgängerzone verboten. Daran halten sich aber längst nicht alle. Ein jüngst von der Euskirchener Polizei veröffentlichter Beitrag in den sozialen Netzwerken zu dem Thema sorgte für Furore. „Das wurde weit über die Kreisgrenzen hinaus geteilt. Auch andere Polizeibehörden wurden aufgefordert, in den entsprechenden Städten zu kontrollieren“, berichtete Specht.
Innenminister Reul kündigte an, das Thema der Quattro-Streifen auch in andere Behörden mitzunehmen. Allein schon deshalb, weil die Idee und das Konzept so einfach seien. Und wie Polizeihauptkommissar Robert Schmitz, Leiter der Euskirchener Wache, dem CDU-Politiker berichtete, sei das Konzept auch ziemlich erfolgreich. Bisher seien 15 Hausverbote ausgesprochen worden. Durch den Kooperationsvertrag zwischen Polizei, Ordnungsamt, Bundespolizei und der Deutschen Bahn könnten diese auch konsequent durchgesetzt werden, weil es kein Kompetenzgerangel gebe, so Schmitz.
Kriminaloberrat Ulrich Linden, der nach eigener Auskunft häufiger mit der Bahn nach Euskirchen fährt, berichtete, dass der Bahnhof durch die Streifen eine deutliche Aufwertung erfahren habe und die Wahrnehmung des Areals eine ganz andere geworden sei. Man sei sich aber auch einig, dass man an dem Thema dranbleiben müsse, um nachhaltig erfolgreich zu sein.
Karrieretag
Die Polizei lädt für Donnerstag, 20. August, zu einer Informationsveranstaltung rund um den Polizeiberuf ein. Beginn ist um 16 Uhr in den Räumlichkeiten der Kreispolizeibehörde. Interessierte erhalten dort einen umfassenden Einblick in die Ausbildung und die beruflichen Perspektiven bei der Polizei.
Thematisiert werden unter anderem die Voraussetzungen für eine Bewerbung, der Ablauf des Auswahlverfahrens sowie die beruflichen Möglichkeiten nach dem Studienabschluss. Die Teilnahme ist kostenlos. Eine Anmeldung ist per E-Mail an personalwerbung.euskirchen@polizei.nrw.de erforderlich.
