Die Interkommunale Hochwasserschutzkooperation Erft erklärt in einem Film den Zusammenhang von Natur und Technik.
Neuer FilmSo kann Renaturierung vor Hochwasser im Kreis Euskirchen schützen

Geschlängelt statt schnurgerade: Wie hier bei Euskirchen bekommt die Erft an vielen Stellen ein neues Bett.
Copyright: Tom Steinicke
Dass ein Fluss, der sich durch eine Auenlandschaft schlängelt, schöner ist als ein schnurgerader Kanal in einem betonierten Bett, dürfte unstrittig sein. Dass eine Renaturierung, also das Befreien eines Fließgewässers aus seinem künstlichen Korsett, auch die Gefahr von Hochwasser verringert, ist nicht jedem geläufig. Warum ökologische Gewässerentwicklung und technischer Hochwasserschutz Hand in Hand gehen, das erklärt die Interkommunale Hochwasserschutzkooperation Erft (hwsErft) in einem neuen Erklärfilm.
Hochwasserschutz macht nicht an Stadtgrenzen Halt
Die hwsErft ist nach der Flutkatastrophe 2021 ins Leben gerufen worden. Ihr gehören mittlerweile 18 Kommunen, drei Kreise – Euskirchen, Rhein-Erft und Rhein-Sieg – und der Erftverband an. Gemeinsam arbeiten die Akteure an einem Hochwasserschutzkonzept, das nicht an Stadtgrenzen Halt macht, sondern die kommunalen Planungen einbindet.
Fließgewässer seien dynamische Systeme, heißt es in einer Mitteilung zu dem neuen Film: Sie veränderten ihr Bett, schwankten in ihrer Wasserführung und schafften dadurch vielfältige Lebensräume. Die natürliche Dynamik gehe aber verloren, wenn Flüsse oder Bäche begradigt würden.
Flussauen wirken wie natürliche Rückhaltebecken
Das hat nicht nur Auswirkungen auf Tiere und Pflanzen entlang des Wasserlaufs, sondern im Endeffekt auch auf die Menschen, die im Einzugsbereich leben. Denn das Wasser fließt dann nicht nur schneller, sondern damit wächst auch die Gefahr von Überschwemmungen. „Wirksamer Hochwasserschutz entsteht durch das Zusammenspiel von natürlichem Rückhalt und technischen Maßnahmen“, teilt die hwsErft weiter mit.
An den Stellen, an denen die Erft oder auch der Rotbach bereits renaturiert sind, kann man den positiven Effekt beobachten. Nicht nur, dass sich schnell artenreiche neue Landschaften gebildet haben, die Flussauen wirken auch wie natürliche Rückhaltebecken. Sie können große Wassermengen fassen, ohne Schaden zu nehmen, und lassen das Wasser verlangsamt abfließen.
Der neue Film zeigt in schlichten Bildern, dass eine frühzeitige gemeinsame Planung von natürlichem Rückhalt und technischen Maßnahmen entscheidend ist. Er ist, wie auch der erste Film zu Starkregen und Hochwasser, auf Youtube oder über die Internetseite der hwsErft zu finden. Dort gibt es auch die neue interaktive Grafik zum Thema „Hochwasserschutz“.
Sie soll zeigen, wie wichtig die Zusammenarbeit über Gemeindegrenzen hinaus ist und wie dabei übergreifende Maßnahmen mit mehreren Akteuren geplant werden. Nutzerinnen und Nutzer können in der Grafik Punkte anklicken, dann erhalten sie vertiefende Erläuterungen sowohl über die interkommunale Kooperation als auch über konkrete Schritte zum Schutz vor künftigen Überschwemmungen.

