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Millionäre im Kreis EuskirchenKreis Euskirchen: Eine Kommune überrascht mal wieder

Dahlem, die kleinste Gemeinde im Kreis, landet bei der Millionärsdichte NRW-weit in den Top Ten, während Mechernich stark abrutscht.

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Laut Statistik lebten im Jahr 2022 im Kreis Euskirchen insgesamt 68 Einkommensmillionäre.

Wie viel Geld macht zufrieden? Lange galt in internationalen Untersuchungen die Marke von 75.000 US-Dollar beim jährlichen Einkommen als Schwelle: Danach, so besagt es zum Beispiel eine Studie von 2010, steige das emotionale Wohlbefinden kaum weiter an. Diese Zahlen sind bereits einige Jahre alt – inflationsbedingt müsste man hier also wahrscheinlich noch ein gutes Schüppchen drauflegen, um eine Summe nennen zu können, die das Zeug dazu hat, mehr oder weniger wunschlos glücklich zu machen.

Zahl der Einkommensmillionäre in NRW steigt

Ein paar Jahre alt sind auch die Zahlen, die der Landesbetrieb IT NRW als Statistisches Landesamt anhand jetzt vorliegender Ergebnisse der Lohn- und Einkommensteuerstatistik für das Jahr 2022 vorgelegt hat. Demnach ist die Zahl der in Nordrhein-Westfalen lebenden Einkommensmillionärinnen und -millionäre 2022 im Vergleich zum Vorjahr um 3,2 Prozent auf 8123 gestiegen.

Im Kreis Euskirchen lebten demnach 68 Personen, deren Jahreseinkünfte im siebenstelligen Eurobereich lagen. Zusammen veranlagte Eheleute und Personen in eingetragenen Lebenspartnerschaften wurden dabei als ein Steuerpflichtiger gezählt. Im landesweiten Durchschnitt schneidet der Kreis Euskirchen damit nicht besonders gut ab, denn bezogen auf die knapp 200.000 Kreisbewohner von 2022 macht das 3,4 Einkommensmillionäre pro 10.000 Einwohner.

Meerbusch vorn, Euskirchen besser als Düren

Zum Vergleich: Unter den 396 nordrhein-westfälischen Städten und Gemeinden hatte erneut Meerbusch im Rhein-Kreis Neuss im Jahr 2022 mit einer Quote von 24,7 je 10.000 Einwohnern die höchste Millionärsdichte, gefolgt von Herdecke im Ennepe-Ruhr-Kreis mit einer Quote von 12,6 und Ahaus im Kreis Borken mit einer Quote von 12,3. Immerhin: Im Vergleich zu den Nachbarkreisen Düren (Quote: 2,4) und dem Rhein-Erft-Kreis (3,0) steht der Kreis Euskirchen besser da, liegt aber hinter dem Rhein-Sieg-Kreis (4,0) zurück.

Große Unterschiede gibt es aber auch innerhalb des Kreisgebiets, denn die 68 Einkommensmillionäre verteilen sich recht uneinheitlich auf die elf Städte und Gemeinden. Für die größte Überraschung sorgt dabei – ähnlich wie bei der Pro-Kopf-Leistung beim Ausbau der erneuerbaren Energien – wieder einmal die kleinste Gemeinde im Kreis. Dahlem rutscht mit seinen fünf Einkommensmillionären sogar in die Top-Ten der Landeswertung, denn rein rechnerisch entspricht das 11,5 Bestverdienern pro 10.000 Einwohnern.

Dahlem hat die höchste Quote.

Auch die Gemeinde Hellenthal (sieben Einkommensmillionäre) liegt mit ihrer Quote (9,1) deutlich über dem Kreisdurchschnitt. Die schlechteste Millionärs-Quote hat übrigens die Kreisstadt Euskirchen (2,5), obwohl hier absolut die größte Zahl an Einkommensmillionären zu Hause ist (15).

Komplettiert werden die Zahlen aus dem Kreis Euskirchen von den Städten Bad Münstereifel und Schleiden (jeweils fünf) sowie den Gemeinden Nettersheim (fünf), Kall (drei) und Weilerswist mit sieben Einkommensmillionären.

Keine konkreten Zahlen haben die Landes-Statistiker für die Kommunen Blankenheim und Zülpich ausgewiesen, damit aus der geringen Gesamtzahl keine Rückschlüsse auf einzelne Personen gezogen werden können.

Mechernich verliert acht Einkommensmillionäre

Wer gut aufgepasst hat, dem ist bereits aufgefallen, dass noch eine Stadt aus dem Kreis Euskirchen in der Auflistung fehlt: Mechernich. Während es im Vergleich der Jahre 2021 und 2022 in den meisten Kommunen zu einem Anstieg der Menschen mit einem Einkommen über der Marke von einer Million Euro gekommen ist, ging die Zahl rund um den Bleiberg auffallend stark zurück: Galt Mechernich 2021 mit 19 Einkommensmillionären noch als das Monaco im Kreisgebiet, wurden laut IT NRW im Jahr 2022 nur noch deren elf gezählt. Bei der Quote stürzte Mechernich damit von Landesrang 51 auf den 208. Platz ab.

Über die Ursachen für diesen dramatischen Absturz schweigt die Landesstatistik naturgemäß: Ob die superreichen Mechernicher jetzt einfach viel weniger verdienten oder der Bleiberg-Metropole gar den Rücken kehrten, das ist den Zahlen nicht zu entnehmen. Vielleicht sind die fehlenden Einkommensmillionäre ja nach Meerbusch verzogen – da wäre man dann ja immerhin eher unter seinesgleichen.

Uns Normalverdienern bleibt indessen eine Gewissheit: Das persönliche Wohlbefinden mag mit dem eigenen Einkommen zusammenhängen, garantiert es aber nicht. Gesundheit, Beziehungen und Sinn bleiben daher vielmehr als eine Frage des Gehalts. (thw)