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Erste Urteile in TrierHelfer und Cannabis-Gärtner zu Bewährungsstrafen verurteilt

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Das Symbolbild zeigt eine Cannabispflanze in einem Gewächshaus.

Insgesamt 23 illegale Cannabisplantagen sollen die Mitglieder einer mutmaßlichen Drogenbande in NRW, Rheinland-Pfalz und Hessen betrieben haben (Symbolfoto).

Mitglieder einer mutmaßlichen Drogenbannde, die auch in Wüschheim eine illegale Cannabisplantage betrieben haben soll, wurden in Trier verurteilt.

Beim Prozess gegen Mitglieder einer mutmaßlichen Drogenbande, die auch in Wüschheim eine illegale Cannabis-Plantage betrieben haben soll, sind am Landgericht in Trier die ersten Urteile gesprochen worden. Vier der sieben Angeklagten sind bereits am zweiten Prozesstag zu Bewährungsstrafen verurteilt worden. Laut Auffassung des Gerichts sollen sie gemeinschaftlich fast 600 Kilogramm Cannabis angepflanzt und verkauft haben.

Das Gericht sah es als erwiesen an, dass die Gruppe ein hierarchisch organisiertes System mit klarer Aufgabenverteilung aufgebaut hatte. Verurteilt wurden zunächst vier Helfer: Zwei Finanzberater erhielten eine Strafe von neun und zwölf Monaten Haft auf Bewährung. Sie hatten laut Gericht die Räume für die Plantagen angemietet, Energie- und Mobilfunkverträge bezahlt und das Geld aus dem Drogenverkauf gewaschen. Bewährungsstrafen von bis zu zwei Jahren wurde für zwei Gärtner verhängt. Sie hatten die Cannabis-Pflanzen gezüchtet und gepflegt.

Weitere Gerichtsverfahren gegen Mitglieder der Bande stehen noch aus

Ein weiterer Helfer der Gruppe, der im Sommer des vergangenen Jahres bei der Razzia in Wüschheim festgenommen wurde, gehört laut dem Leitenden Trierer Oberstaatsanwalt Peter Fritzen nicht zu den Angeklagten, denen jetzt in Trier der Prozess gemacht wurde. Es seien jedoch noch weitere Verfahren gegen Mitglieder der Drogenbande anhängig, die bislang noch nicht terminiert seien, hatte das Landgericht Trier zum Prozessbeginn am Montag mitgeteilt.

Alle sieben Angeklagten hatten am zweiten Prozesstag ein Geständnis abgelegt und damit einer prozessverkürzenden Absprache mit dem Gericht zugestimmt. Der Prozess gegen die drei Hauptangeklagten wird Ende April fortgesetzt. Dabei handelt es sich um ein Ehepaar und seinen erwachsenen Sohn. Weitere Söhne des Paares sollen der Gruppierung ebenfalls angehört haben.

Die Beteiligten sollen den illegalen Cannabis-Anbau als dauerhafte Einnahmequelle betrieben haben. Demnach wurden die insgesamt 23 Plantagen in einem Rhythmus von drei Monaten abgeerntet. Pro Durchgang sollen mehrere hundert bis tausend Pflanzen kultiviert worden sein – mit Erträgen von bis zu 140 Kilogramm Cannabis.