Sozialdemokraten im Kreis Euskirchen sehen ein Alarmsignal in den Ergebnissen der neuesten Pisa-Studie.
„Nicht an Ergebnisse gewöhnen“SPD im Kreis Euskirchen fordert Konsequenzen aus Pisa-Schock

Geht es nach der Kreis-SPD, müssen aus den jüngsten Ergebnissen der Pisa-Studie die richtigen Schlüsse gezogen werden.
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Die Ergebnisse der Pisa-Studie 2025 sorgen bei der SPD im Kreis Euskirchen für Besorgnis. Die Sozialdemokraten fordern Konsequenzen in der Bildungs- und Betreuungspolitik und sehen dabei sowohl das Land als auch die Kommunen in der Pflicht.
„Es ist tragisch, dass wir inzwischen einen Negativrekord nach dem nächsten jagen“, sagt Thilo Waasem, Vorsitzender der SPD-Kreistagsfraktion. Er habe Sorge, dass sich die Gesellschaft an solche Ergebnisse gewöhne. Hinter den Zahlen stünden Kinder und Jugendliche, deren weitere Zukunftschancen entscheidend von ihrer Bildung geprägt seien.
Tatsächlich sind die durchschnittlichen Leistungen der 15-Jährigen in Deutschland bei Pisa 2025 erneut gesunken. Besonders problematisch ist aus Sicht der SPD, dass viele Jugendliche grundlegende Kompetenzen nicht erreichen und der Bildungserfolg weiterhin stark von der sozialen Herkunft abhängt.
Für die Kreis-SPD ist nicht nur die Landespoltik gefragt
Für Waasem ist deshalb nicht allein die Landespolitik gefragt. „Unser Anspruch muss sein, dass wir uns damit nicht abfinden. Das ist Auftrag an die Landespolitik, aber auch für uns Städte, Gemeinden und den Kreis vor Ort.“ Die SPD verweist zudem auf mögliche Folgen für den Arbeitsmarkt. Defizite beim Lesen, Rechnen oder anderen Grundkompetenzen machten sich spätestens beim Übergang von der Schule in Ausbildung, Studium und Beruf bemerkbar.
„Schlechte Bildungschancen sind nicht nur ein gesellschaftliches Problem, sie haben auch handfeste wirtschaftliche Folgen“, sagt Annegret Lewak, Vorsitzende des SPD-Kreisverbandes. Wenn immer mehr junge Menschen ohne ausreichende Grundkompetenzen ins Berufsleben starteten, gingen Fachkräfte und Innovationskraft verloren. Die Sozialdemokraten fordern deshalb unter anderem, bereits vor der Einschulung stärker anzusetzen. Lewak spricht sich für ein sogenanntes Chancenjahr aus, in dem Förderbedarf bei Kindern frühzeitig erkannt und aufgefangen werden soll.
Handlungsbedarf sieht die Partei auch beim Offenen Ganztag. Dieser dürfe nicht lediglich als Betreuungsangebot verstanden werden, sondern muss nach Ansicht der SPD stärker als Bildungsangebot ausgestaltet werden. Waasem fordert dafür eine verlässliche Finanzierung durch das Land. Er kritisiert, dass die finanzielle Verantwortung zu stark auf die Kommunen verlagert werde.
