Die achtjährige Kindertollität brachte die Schlüsselübergabe im Rathaus in Heimbach souverän über die Bühne und dankt seiner Familie.
Rathaus gestürmtIn Heimbach ordnet Kinderprinz Linus schulfrei an

Nach der Rathausstürmung reihte sich Kinderprinz Linus I. mit seinem Abbild in die lange Liste der Heimbacher Regenten ein.
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Über die Frage, wie seine erste Amtshandlung nach der traditionellen Schlüsselübergabe aussehen könnte, musste Kinderprinz Linus I. (Bongartz) nicht lange nachdenken. „Ich gebe heute allen Kindern in Heimbach schulfrei und kindergartenfrei“, verkündete der Nachwuchsregent lachend.
Zwar bedauerte Bürgermeister Jochen Weiler mit einem Augenzwinkern, bis Aschermittwoch auf den Rathausschlüssel verzichten zu müssen, dennoch wisse er ihn bei Prinz Linus in guten Händen. „Mit seinen gerade einmal acht Jahren macht Linus das schon wirklich sehr gut. Ich hätte mich in dem Alter nicht getraut, vor so vielen Menschen zu stehen und eine Rede zu halten.“
Linus schnappt sich ganz entspannt die Macht in Heimbach
Für den Kinderprinzen war dieser Umstand am Donnerstagvormittag längst Routine. „Am Anfang war ich schon ein bisschen nervös, aber jetzt nicht mehr“, berichtete Linus auf seinem Fußmarsch mit Tambourcorps und Gefolge in Richtung Heimbacher Rathaus. Dies sei bereits der siebte Termin, den der Achtjährige an diesem Tag absolviere.
Da er in den Kindergärten und Schulen zuvor bereits überall mit offenen Armen empfangen worden sei, könne er nun auch deutlich entspannter vor den Bürgermeister treten. Zwar hätte sich der Regent für seinen großen Tag etwas besseres Wetter gewünscht, dennoch ließen es sich einige hartgesottene Karnevalsfreunde nicht nehmen, ihrer Tollität trotz Nieselregen lautstark zuzujubeln.
Am Ziel angelangt, steigerte sich dieser Jubel noch einmal deutlich, und auch ein kleines Stück der anfänglichen Nervosität schien Linus I. wieder ergriffen zu haben. Angesichts der vielen auf ihn gerichteten Handys und Kameras fiel die Wahl, in welche Richtung er seinen Blick zuerst wenden sollte, oft nicht leicht. Nachdem er sich jedoch mit seinem Sessionsmotto an seine närrischen Untertanen richtete, kehrte die Sicherheit ebenso schnell wieder zurück.
Mit einem glücklichen Lächeln bedankte er sich bei seiner Familie für die Unterstützung, wobei „Taxi-Mama“, die bei jedem Termin parat stehe, ein wenig wohlwollender abschnitt als sein Vater. „Mein Papa Tobias, der alte Knochen – der kann nur eines, und zwar kochen.“ Mit Witz und der kleinen Tanzchoreografie zu seinem Sessionslied „Gute Laune“ gelang es dem Kinderprinzen, schnell selbige im Heimbacher Rathaus zu verbreiten.
„Linus freut sich schon seit Tagen auf diesen Augenblick. Endlich sind in Heimbach die Kinder an der Macht, genau wie es sein sollte“, freute sich die Vorsitzende der Kinderkarnevalsgemeinschaft (KKG), Lisa Solbach. Mit dem neu gewählten Vorstand der KKG sei der Nachwuchs im Karneval bestens aufgestellt, stimmte Bürgermeister Jochen Weiler zu. „Das alles sind beste Voraussetzungen, mit unserem Kinderprinzen Linus I. eine großartige Session zu feiern, und wir alle freuen uns sehr auf die kommenden ausgelassenen Tage.“

