Der Kreis Euskirchen informiert, wie Haushalte Stromausfälle sicher überbrücken können und warum es ratsam ist, Notfallstellen aufzusuchen.
StromausfallSo verhält man sich im Fall eines Blackouts im Kreis Euskirchen am besten

Bei einem längeren Stromausfall werden im Kreis Euskirchen die Feuerwehrgerätehäuser besetzt und dienen als Notfallmeldestelle.
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Ein großflächiger Stromausfall ist in Deutschland zwar selten, doch der Vorfall im Berliner Südwesten Anfang Januar hat eindrucksvoll gezeigt, wie schnell Alltag, Kommunikation und Versorgung ins Stocken geraten können. Auch im Kreis Euskirchen will man darauf vorbereitet sein. Die Verwaltung nutzt das aktuelle Beispiel, um die Bevölkerung zu sensibilisieren – denn wer zu Hause gut vorsorgt, kann die ersten Stunden oder sogar Tage eines längeren Stromausfalls sicher überbrücken.
Zwar gilt die Stromversorgung in Deutschland laut Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) als sehr stabil, und Ausfälle dauern im Schnitt nur wenige Minuten. Doch auch hier kann es längere Unterbrechungen geben, etwa durch Unwetter, technische Defekte oder andere Schadenslagen. Dann zeigt sich schnell, wie abhängig der Alltag vom Strom ist: Ohne Energie bleiben Kassen in Supermärkten dunkel, Türen geschlossen, Geldautomaten außer Betrieb. Licht, Heizung und Internet fallen aus, Kühlschränke tauen ab, Lebensmittel verderben. Besonders heikel ist der mögliche Ausfall von Kommunikationsnetzen – wenn Festnetz und Mobilfunk überlastet sind, kann im Notfall niemand mehr Hilfe rufen.
Flächendeckend gibt es im Kreis Euskirchen Notfallmeldestellen
Damit auch in solchen Situationen Hilfe gewährleistet bleibt, hat der Kreis Euskirchen flächendeckend Notfallmeldestellen eingerichtet. Sie befinden sich in der Regel an den Feuerwehrgerätehäusern der jeweiligen Orte und sind durch eine orangefarbene Plakette mit blauem Dreieck deutlich zu erkennen. Sollte der Notruf großflächig ausfallen, werden die Meldestellen von Feuerwehrkräften besetzt. Bürgerinnen und Bürger finden dort Ansprechpartner, können Notfälle melden oder Erste Hilfe in Anspruch nehmen.
Bereits 2023 wurden alle Haushalte im Kreis über diese Anlaufstellen informiert. In der Broschüre, die damals verteilt wurde, sind die nächstgelegenen Notfallmeldestellen aufgeführt. Sie sind so konzipiert, dass sie auch bei einem längeren Stromausfall funktionsfähig bleiben. Eine Übersicht mit Kartenansicht steht zudem online auf der Website des Kreises unter dem Stichwort „Notfallmeldestellen“ bereit.
Warn-Apps spielen im Notfall eine wichtige Rolle
Wenn es wirklich einmal zu großflächigen Störungen kommt, sind verlässliche Informationen besonders wichtig. Der Kreis empfiehlt deshalb, Warn-Apps wie Katwarn oder Nina zu nutzen und sich über Radio, offizielle Internetseiten, Social-Media-Kanäle oder lokale Medien auf dem Laufenden zu halten.
Darüber hinaus rät das BBK zu einer einfachen, aber wirksamen Eigenvorsorge: Wer genügend Wasser, haltbare Lebensmittel und Hygieneartikel im Haus hat, ist schon gut vorbereitet. Taschenlampen oder Campinglampen mit Ersatzbatterien sollten griffbereit liegen, Kerzen nur vorsichtig verwendet werden. Auch warme Kleidung, Decken oder Schlafsäcke sind hilfreich, wenn die Heizung ausfällt.
Zum Kochen empfiehlt sich ein Campingkocher, für Informationen ein Batterie- oder Kurbelradio. Und ein kleiner Vorrat an Bargeld schadet nicht, wenn Geldautomaten oder Kartenzahlung nicht funktionieren. Kühlschränke und Gefriertruhen sollten möglichst geschlossen bleiben, um Lebensmittel länger kühl zu halten, und Telefonate sollten auf das Nötigste beschränkt werden.
Wer Angehörige pflegt oder auf medizinische Geräte angewiesen ist, sollte rechtzeitig klären, wie deren Betrieb im Notfall sichergestellt werden kann. Weitere Tipps gibt es auf der Internetseite des BBK – einfach nach dem Stichwort „Stromausfall“ suchen. Am Ende, so betont der Kreis Euskirchen, ist Vorsorge eine Gemeinschaftsaufgabe. Wer vorbereitet ist und auch an andere denkt, trägt dazu bei, dass eine Ausnahmesituation besser gemeistert werden kann. „Besonders wichtig ist, dass wir auch an ältere oder hilfsbedürftige Menschen in unserer Nachbarschaft denken“, heißt es aus dem Kreishaus. So lasse sich die Zeit bis zur Wiederherstellung der Stromversorgung sicherer, ruhiger und mit einem Stück Zusammenhalt überbrücken.

