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KreispokalEs bleibt zunächst ein Traum

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Jubelte früh: Der Kaller SC ging gegen Favoriten in Führung.

  1. Sohn und Vater wollen unbedingt beim Kaller SC zusammenspielen, doch die Statuten verhindern es.
  2. DFB-Regel verhindert den Traum des Duos. Sohn muss nun wohl Monate auf Debüt warten.
  3. Der Vater hat einen Brief an den Verband und den DFB geschrieben.

Kall – Kreispokal: Justin und Michael Achatzy haben einen Traum: gemeinsam in einer Mannschaft Fußball spielen. Am Sonntag trennt das Vater-Sohn-Duo, das in dieser Saison das Trikot des Kaller SC tragen wird, im Grenzlandstadion eine etwa zehn Zentimeter dicke weiße Kreidelinie. Die aber ist wegen der Statuten aber unüberwindbar. Der 18-jährige Torwart Justin Achatzy könnte noch in der A-Jugend spielen. Die hat der KSC in dieser Saison aber nicht im Spielbetrieb. Wer jetzt denkt, dass junge Fußballer mit 18 alt genug seien, selbst zu entscheiden, wo sie spielen, hat sich getäuscht.

Heimatverein verlassen

Für die Kaller dürfte der Schlussmann nur auflaufen, wenn er in seiner Jugend mindestens zwei Jahre beim KSC gekickt hätte. Da er aber von den Bambini bis zum jüngeren Jahrgang A-Jugend für seinen Heimatverein DJK Dreiborn die Schuhe geschnürt hat, zieht diese Option nicht. Und da der KSC eben keine A-Junioren hat, darf er auch nicht vorzeitig zum Senior erklärt werden. Und müsste sich, wenn er nicht bis April auf der Bank versauern will, einem Verein anschließen, der eine A-Jugend-Mannschaft im Spielbetrieb hat.

"Einfach frustrierend"

„Das ist einfach frustrierend“, sagt der 18-Jährige, der das erste Mal den Verein gewechselt hat. Kalls Trainer Ralf Müller findet „es für den Jungen einfach unheimlich schade, weil er genau wie sein Vater einfach toll in die Truppe passt.“ Auch Vater Michael ist sauer und hat Briefe an den DFB und an den Westdeutschen Fußballverband geschrieben. Hoffnung, dass sich an der Regelung etwas ändert, habe er aber nicht.

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Vater und Sohn in der Halbzeitpause des Pokalspiels.

Kalls Vorsitzender Wolfgang Kirfel findet die Regel grundsätzlich gut, da so A-Jugend-Teams geschützt werden. Er würde sich aber Ausnahmen wünschen. „In dem Fall geht keine Mannschaft kaputt“, sagt er. Er habe sich darüber zunächst keine Gedanken gemacht: „Wenn ein 18-Jähriger zu dir wechseln möchte, sagst du doch nicht nein.“ Zudem sei er ja schließlich volljährig.

Der Wunsch schlägt den Ärger

Die Handschuhe jetzt frustriert an den Nagel hängen, sich vom Fußball abzuwenden – das kommt für den 18-Jährigen nicht infrage. Es habe ja schließlich den Wunsch, mit seinem Vater mal ein Pflichtspiel gemeinsam zu absolvieren.

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Vater und Sohn in der Halbzeitpause des Pokalspiels.

Die Kaller können sich freuen: Im Testspiel bereitete Justin bereits ein Tor seines Vaters mit einem Abschlag vor. „Für einen gemeinsamen Jubel hat die Kraft nicht gereicht“, sagt der 43 Jahre alte Vater, der beim KSC in der Offensive agieren wird und vor mehr als 20 Jahren für den SV Schlebusch schon im Grenzlandstadion getroffen hat. Beim KSC sei das Duo perfekt aufgenommen worden. Trotz der widrigen Umstände seien sie sehr glücklich.

Vater spielt, Sohn schaut zu

Glücklich ist am Sonntag vor allem Michael Achatzy. Der 43-Jährige bejubelt in den ersten 45 Minuten gleich zwei Tore gegen den A-Ligisten Bliesheimer BC. Zunächst trifft Lars Cremer per Strafstoß, dann erhöht Igor Brecht, der der BCB-Hintermannschaft sogar humpelnd davon läuft. Er war vor der Elfmeter-Entscheidung gefoult worden und musste kurzzeitig behandelt werden.

Justin Achatzy hatte seinen Kapitän an der Seitenlinie mit Eisspray versorgt und ihn damit, so scheint’s, unverwundbar gemacht. Überhaupt stellt sich der 18-Jährige ohne Murren in den Dienst der Mannschaft. Er wärmt Keeper Michael Maus auf, feuert diesen nach einer sehenswerten Parade an und reicht seinen Mitspielern die Wasserflaschen in der Halbzeitpause. In der ist gegen Bliesheim für seinen Vater Schluss. KSC-Trainer Müller nimmt den Stürmer raus, stellt taktisch um.

Deutliche Niederlage

Mit der Leistung seiner Schützlinge gegen den Favoriten aus der A-Liga ist er zufrieden – trotz der am Ende deutlichen 2:8-Niederlage. Für den BCB treffen: Dominik Schürgers, Thorsten Bonk, Florian Neiß (2), Sebastian Schwanke, Stefan Schmidt (Elfmeter), Jan Schmitz (ET) und Fabian Jungbluth.

Schluss mit Fußball soll für Michael Achatzy aber auch nach der Saison nicht sein. Ginge es nach seinem jüngsten Sprössling, muss der Vater noch acht Jahre kicken. Dann wäre auch der jüngste Sohn 18 und könnte mit seinem Vater Michael und seinem älteren Bruder Justin zusammenspielen.