Für das Geschäftsjahr 2025 vermeldet die Genossenschaft Hochwald einen Rekordumsatz. Der Milchpreis ist seit Ende des Jahres deutlich gesunken.
Molkerei in ObergartzemHochwald verzeichnet hohe Nachfrage, doch Landwirte erhalten weniger Geld

Das Hochwald-Werk in Obergartzem, im Sommer 2022 eröffnet, ist der modernste Standort des im rheinland-pfälzischen Thalfang ansässigen Unternehmens.
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Eine positive Bilanz des Geschäftsjahres 2025 hat die Hochwald-Gruppe im Rahmen der Vertreterversammlung der Genossenschaft Hochwald Milch präsentiert: Trotz eines von starken Marktveränderungen geprägten Umfelds seien Umsatz und Milchverarbeitungsmenge gesteigert worden. Der Milchauszahlungspreis lag nach Auskunft des Unternehmens mit 52,4 Cent pro Kilogramm Milch über dem bundesweiten Durchschnitt.
Insgesamt sei das vergangene Jahr für die deutsche Milchwirtschaft von gegensätzlichen Entwicklungen geprägt worden: Hohe Milchauszahlungspreise zu Jahresbeginn standen demnach sinkenden Preisen zum Jahresende gegenüber. Während die Milchanlieferungen in den ersten Monaten 2025 rückläufig waren, erreichten sie in der zweiten Jahreshälfte Rekordwerte.
Trotz der deutlich höheren Rohstoffverfügbarkeit konnte der Absatz von Milchprodukten auf hohem Niveau gehalten werden. „Unterstützt wurde dies durch niedrigere Verbraucherpreise sowie die verstärkte Einlagerung lagerfähiger Produkte wie Milchpulver“, heißt es in der Mitteilung von Hochwald.
Hochwald sieht China als einen Wachstumstreiber
Vor diesem Hintergrund habe die Hochwald-Gruppe, die seit 2022 ihre modernste Molkerei in Obergartzem betreibt, das Geschäftsjahr 2025 mit einem Rekordumsatz von 2,03 Milliarden Euro ab, nach 2,01 Milliarden Euro 2024. Der Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen stieg auf 191,1 Millionen Euro. Der Umsatz wurde zu 58 Prozent im Inland und zu 42 Prozent im Exportgeschäft erzielt.
Besonders positiv, so heißt es von Hochwald, habe sich das internationale Geschäft entwickelt: „Wachstumstreiber war insbesondere der Absatz in China.“
Auch die Milchlieferanten profitierten von der Entwicklung. Einschließlich Nachzahlung erhielten die Mitglieder der Hochwald Milch einen durchschnittlichen Milchauszahlungspreis von 52,4 Cent je Kilo Milch (Vorjahr: 48,1 Cent/kg). „Damit lag Hochwald über dem von der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) ausgewiesenen bundesweiten Durchschnitt von 52,2 Cent/kg“, so das Unternehmen. Das erklärte Ziel der Genossenschaft, ihren Mitgliedern einen Milchpreis oberhalb des Bundesdurchschnitts zu ermöglichen, sei damit erreicht worden.
Die Landwirte erhalten seit Ende 2025 weniger Geld für die Milch
Aber: Die sinkenden Auszahlungspreise vom Jahresende 2025 haben sich zum Nachteil der Lieferanten auch 2026 fortgesetzt. Im ersten Quartal blieb das Milchaufkommen auf hohem Niveau. Die Anlieferungsmenge lag rund sechs Prozent über dem Vergleichszeitraum des Vorjahres. „Die Kombination aus hohen Milchmengen und steigenden Inhaltsstoffen führt branchenweit zu einer sehr hohen Auslastung der Verarbeitungsstandorte“, teilt das Unternehmen mit.
Dies wirke sich auf die Erzeugerpreise aus. Nach Angaben der BLE sank der durchschnittliche Milchpreis im Zeitraum Januar bis März 2026 auf rund 38 Cent pro Kilogramm Milch.
Die Verbraucher, so die Beobachtung der Hochwald-Gruppe, reagierten auf die niedrigeren Preise mit einer steigenden Nachfrage „über nahezu alle Produktgruppen hinweg“. Auch im Exportgeschäft unterstütze die verbesserte Wettbewerbsfähigkeit deutscher Milchprodukte weiterhin eine lebhafte Nachfrage auf den internationalen Märkten.
Gleichzeitig sehe sich die Branche mit steigenden Kosten konfrontiert. Insbesondere höhere Energie- und Kraftstoffpreise infolge geopolitischer Spannungen im Nahen Osten führten seit Jahresbeginn zu zusätzlichen Belastungen auf der Kostenseite.
