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Jahresempfang von Stadt und BundeswehrDesign aus Mechernich ist weltweit erfolgreich

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Leon Dobbelgarten spricht beim Jahresempfang der Stadt Mechernich in ein Mikrofon.

Mode made in Mechernich: Leon Dobbelgarten (l.) hat mit seinem Bruder Luis ein angesagtes Label gegründet, das seinen Stammsitz im Firmenicher Zikkurat hat. Aktuell gibt es eine Kooperation mit der Sportartikelmarke Puma.

Beim gemeinsamen Jahresempfang von Stadt und Bundeswehr ging es in der Aula des Gymnasiums um erfolgreiche Bürger der Stadt Mechernich.

Das Motto für den gemeinsamen Jahresempfang von Stadt und Bundeswehr Mechernich war mit Bedacht gewählt: „Made in Mechernich“ – das gelte einerseits für Waren, Dienstleistungen und Ideen, die ihren Ursprung im Mechernicher Stadtgebiet haben. Andererseits knüpfe man damit auch an das Motto des nächsten Kreisjahrbuchs an, bei dem es schwerpunktmäßig um erfolgreiche Menschen und Unternehmen aus dem Kreis gehen soll.

Einer, der die Kreisgrenzen mit seinen Produkten schon weit hinter sich gelassen hat, ist Leon Dobbelgarten. Bereits vor mehr als zehn Jahren gründete der heute 28-jährige Kommerner mit seinem zwei Jahre jüngeren Bruder Luis das Modelabel „No/ Faith Studios“. Seinen Sitz hat das erfolgreiche Unternehmen immer noch in der Firmenicher Zikkurat – die von Louis designte Streetwear können junge Modefans heute aber weltweit kaufen, beispielsweise im „No/ Faith Studios“-Store in der japanischen Hauptstadt Tokyo.

Gegen Noel Dederichs ist Landrat Markus Ramers ein Insta-Neuling

Ihre Wurzeln verleugnen die Dobbelgartens dabei nicht. Es gibt beispielsweise Shirts mit einem „Eifel-Therme Zikkurat“-Aufdruck in der aktuellen Kollektion. „Es ist schon verrückt, wenn man dann Leute in Tokyo oder Paris damit rumlaufen sieht“, berichtet der 28-Jährige in einer Talkrunde zum Thema Kreativität und Zukunft, der auch die aus dem Mechernicher Stadtgebiet stammenden Youtuber Noel und Katja Dederichs sowie Landrat Markus Ramers angehörten.

Beim Chef der Kreisverwaltung (9118 Follower bei Instagram) ging es um die Vermittlung politischer Inhalte über Social Media – Noel Dederichs, der allein 717.000 Abonnenten bei YouTube hat, berichtet seit einigen Jahren erfolgreich über sein Leben in einer Großfamilie, betreibt zusammen mit Mutter Katja (übrigens die einzige Frau in den männerdominierten Talkrunden) den Podcast „Muttersöhnchen“ und plant aktuell den Sprung ins Programm eines privaten Fernsehsenders.

Bürgermeister Michael Fingel (l.) und Standortöltester OTL Jochen Schnabel mit der frisch unterzeichneten Partnerschaftsurkunde.

Erneuerten die Partnerschaft von Stadt und Bundeswehr: Bürgermeister Michael Fingel und Standortchef Jochen Schnabel.

Tubisten des Tuba-Ensembles des Heeresmusikkorps Koblenz beim Auftritt in Mechernich.

Mussten sich wahrlich nicht hinter ihren Instrumenten verstecken: Drei der fünf Tubisten des Tuba-Ensembles des Heeresmusikkorps Koblenz beim Auftritt während des Jahresempfangs.

Absolut fernsehreif waren auch die musikalischen Darbietungen zwischen den einzelnen Gesprächsrunden, die von Journalist Ronald Larmann moderiert wurden. Das Tuba-Ensemble des Heeresmusikkorps Koblenz spannte dabei einen weiten Bogen von klassisch anmutender Filmmusik aus der Feder von Hans Zimmer bis zur aktuellen Pop-Nummer „You Belong With Me“ von Taylor Swift. Für den Wohlklang sorgten dabei neben den fünf Tuben auch noch drei Euphonien und ein Schlagzeug.

„Beim nächsten Jahresempfang wären Sie zum dritten Mal in Mechernich zu Gast – dann ist es Tradition und Sie sind zum Kommen verpflichtet“, wandte sich der Standortälteste, Oberstleutnant Jochen Schnabel, an die Musiker.

Bedeutung des Bundeswehr-Standorts Mechernich wird zunehmen

Dass die seit Jahrzehnten zur Stadt gehörende Bundeswehr auch in Zukunft eine wichtige Rolle am Bleiberg spielen wird, dürfte angesichts der aktuellen Sicherheitslage klar sein. „Die Bedeutung des Standorts wird eher noch zunehmen“, kündigte Schnabel an: „Alles, was wir hier in Mechernich machen – Instandhaltung, Kalibrierung und Lagerhaltung – hat eine stetig wachsende Bedeutung für die Truppe.“

Als sichtbares Zeichen ihrer Partnerschaft unterzeichneten Schnabel und Bürgermeister Michael Fingel zum Abschluss des gemeinsamen Jahresempfangs eine neue Patenschaftsurkunde. „Wir wollen als Bundeswehr in der Region sichtbar sein“, erklärte Schnabel. Die Soldatinnen und Soldaten sowie die Zivilangestellten des Standorts sollten auch für die Gesellschaft wichtige Aufgaben übernehmen. Für den Ausbau des ehrenamtlichen Engagements nannte er beispielhaft die Zusammenarbeit mit der Hilfsgruppe Eifel, die man künftig wieder intensivieren wolle.

Ehrenamtler aus dem Stadtgebiet nutzen den eigenen Werbeblock

Dem Thema Ehrenamt war eine eigene Gesprächsrunde mit Vertretern verschiedener Vereine und Organisationen aus dem Stadtgebiet gewidmet. Zunächst durfte der Weyerer Ortsbürgermeister Björn Wassong Werbung für drei örtliche Vereine machen, die in diesem Jahr ein mehr oder weniger rundes Jubiläum feiern. „Der Junggesellenverein wird 45 Jahre alt, der Karnevalsverein 55 und der Sportverein Concordia Weyer sagenhafte 100 Jahre alt!“

Jahresempgang von Stadt Mechernich und Bundeswehr Mechernich,
hier: Ehrenamtler im Talk mit Ronald Larmann (v.l.): Stephan Hüllenkrämer, Stefan John, Stephan Rau und Björn Wassong.

Das Ehrenamt als Grundpfeiler der Gesellschaft: Björn Wassong (v.r.), Stephan Rau, Stefan John und Stephan Hüllenkrämer stellten im Gespräch mit Moderator Ronald Larmann ihre Vereinsaktivitäten vor.

Ein Jubiläum feiert auch der Musikverein Eicks, für den Vereinschef Stephan Hüllenkrämer aus der anspruchsvollen Vorstandsarbeit berichtete. Stefan John vom Stadtsportbund kündigte an, mehr sportliche Angebote für Menschen mit Behinderung anbieten zu wollen und der Mechernicher DLRG-Vorsitzende Stephan Rau verwies darauf, wie wichtig ein funktionierendes und bezahlbares Schwimmbad für die Schwimmausbildung ist: „Etwa die Hälfte der Kinder verlässt die Grundschule als Nichtschwimmer, deshalb sind wir da gefordert.“

Bürgermeister Michael Fingel sieht Haushaltslage als Herausforderung

Und Michael Fingel? Der kam bei seinem ersten Jahresempfang nach seiner Wahl zum Bürgermeister natürlich ebenfalls ausführlich zu Wort. „Langweilig wird es mir in dem Job nicht“ – so seine Bilanz nach inzwischen mehr als 100 Tagen im Amt. Als größte Herausforderung sieht er die angespannte Haushaltssituation der Stadt. „Die Kunst wird es dabei sein, die Lebensqualität der Bürger zu erhalten und sogar noch zu verbessern“, so Fingel.

Um die Kommunikation mit der jungen Generation zu fördern, solle ein Kinder- und Jugendparlament eingeführt werden, nannte Fingel ein Ziel seiner Arbeit. Und nach einem besonderen Wunsch befragt, geriet er ins Träumen: „Toll wäre es, wenn wir eine kleine Stadtbahn hätten, die die Menschen kostenlos von A nach B bringen würde.“