Abo

Nach AnwohnerbeschwerdenMassive Betonblöcke gegen das Trafo-Brummen in Kommern

3 min
Die Trafostation ist mit Fertigbetonelementen eingehaust worden.

Der Trafo am Umspannwerk zwischen Gehn und Kommern brummt weiterhin – eine Einhausung aus massiven Betonblöcken schirmt den Lärm jetzt als vorübergehende Maßnahme ab.

Nach der provisorischen Maßnahme wird jetzt ein dauerhafter Schallschutz für den neuen Transformator bei Kommern geplant.

Der Anblick erinnert ein wenig an die Bruder-Klaus-Kapelle bei Wachendorf: Der neue Trafo am Umspannwerk nahe der Bundesstraße 266 zwischen Kommern und Gehn ist in der vergangenen Woche mit einer provisorischen Schallschutzwand aus massiven Betonblöcken eingehaust worden.

Der Betreiber reagiert damit auf die Beschwerden etlicher Anwohner. Sie hatten sich nach der Inbetriebnahme im Mai wegen anhaltender Brummgeräusche, die nachweislich von dem Trafo ausgehen, gestört gefühlt und sich, wie bereits berichtet, an die Mechernicher Stadtverwaltung gewendet. Wie die Stadt jetzt mitteilte, hat die Betreiberfirma, die BMR energy solutions GmbH aus Geilenkirchen, nach einer detaillierten Schallmessung umgehend die Installation einer Schallschutzwand aus Legioblöcken als Übergangslösung realisiert.

Die massiven Betonsteine greifen ähnlich wie die bekannten Plastik-Klemmbausteine ineinander und können deshalb vergleichsweise schnell zu stabilen Wänden zusammengesetzt werden. Damit solle bereits kurzfristig eine spürbare Verbesserung für die betroffenen Anwohnerinnen und Anwohner erreicht werden, hieß es bei den Montagearbeiten, die am Donnerstag und Freitag der vergangenen Woche stattfanden.

Planungen für dauerhaften Schallschutz sind angelaufen

Parallel dazu läuft laut Auskunft der Mechernicher Stadtverwaltung die Planung für eine dauerhafte Schallschutzlösung. Die Betreiberfirma BMR wolle nun umgehend den entsprechenden Bauantrag stellen. Bei Erteilung der Baugenehmigung könne parallel die Umsetzung beauftragt werden. „Wir werden alles Erforderliche dazu beitragen, dass diese Maßnahme anschließend umgehend umgesetzt wird“, wird BMR-Geschäftsführer Guido Beckers in der Mitteilung aus dem Mechernicher Rathaus zitiert. Zum exakten zeitlichen Verlauf sollen in der kommenden Woche weitere Informationen vorliegen.

Die Trafostation zwischen Gehn und Kommern ist wegen Geräuschemmissionen mit Fertigbetonelementen eingehaust worden.

Aus Richtung Gehn kann man den Trafo hinter der Betonwand noch sehen. Die spätere Schallschutzwand soll den Trafo jedoch komplett umschließen.

Die Schallschutzwand soll den Trafo komplett umschließen, erläuterte Beckers. Im Inneren der Wand solle der Schall durch speziell auf die Charakteristik der Geräusche angepasstes Material aufgenommen und deutlich reduziert werden. Ziel sei eine „fachlich belastbare, dauerhafte Lösung“, die nicht nur provisorisch wirke, sondern die Ursache der Belastung wirksam angehe, so Beckers weiter.

Stadt Mechernich unterstützt eine schnelle Lösung

Der Mechernicher Beigeordnete Thomas Hambach begrüßt dieses Vorgehen ausdrücklich. „Wichtig ist jetzt, dass die Menschen sehen: Es bleibt nicht bei Ankündigungen, sondern es wird konkret gehandelt“, betont Hambach. Die kurzfristig errichtete Schallschutzwand aus Betonblöcken sei ein erster wichtiger Schritt, um die Situation zeitnah zu verbessern. Gleichzeitig sei es richtig, parallel eine dauerhafte und fachlich sauber geplante Lösung auf den Weg zu bringen.

Die Stadtverwaltung werde das weitere Verfahren weiterhin konstruktiv begleiten, heißt es weiter in der Meldung: „Wir unterstützen das Vorgehen ausdrücklich und werden unsererseits dazu beitragen, dass die erforderlichen Schritte zügig und rechtssicher bearbeitet werden können“, so Hambach. Dabei müsse klar sein: „Die Anwohnerinnen und Anwohner haben ein berechtigtes Interesse daran, dass die Belastung reduziert wird. Deshalb ist es gut, dass nun kurzfristige Abhilfe und eine dauerhafte Lösung ineinandergreifen.“