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Eifelhöhen-Klinik Anrainer wollen besser über Geflüchteten-Unterkunft in Marmagen informiert werden

Die ehemalige Eifelhöhen-Klinik in Marmagen. Dort werden ab Januar Geflüchtete untergebracht.

In der einstigen Eifelhöhen-Klinik laufen die Vorbereitungen für die Inbetriebnahme als Unterkunft für Geflüchtete.  

Nicht ausreichend informiert fühlen sich die Anrainer und der Nettersheimer Bürgermeister von der Bezirksregierung Köln über die Geflüchteten-Unterkunft in der einstigen Eifelhöhen-Klinik. Das Startdatum steht nun fest.

Kommen sie? Und wenn ja, wann kommen sie? Und wer kommt? Und wie viele? Rätselraten herrscht immer noch in der Gemeinde Nettersheim über die zukünftige Unterbringungseinrichtung für Flüchtlinge, die die Bezirksregierung nun doch in der einstigen Eifelhöhen-Klinik in Marmagen einrichten will.

Zwar habe die Gemeinde guten Kontakt zur Fachabteilung bei der Bezirksregierung, doch außer den in Telefongesprächen übermittelten Informationen habe die Gemeinde bisher keine schriftlichen Angaben erhalten, beklagte Bürgermeister Norbert Crump in der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses.

Einrichtung in Marmagen startet am 2. Januar

Gemeinsam mit den Vorsitzenden der Ratsfraktionen und dem Marmagener Ortsvorsteher Bernhard Maus hatte Crump einen Brief an den Kölner Regierungspräsidenten Dr. Thomas Wilk geschrieben und die fehlenden Informationen beklagt. Umgehend, so Crump, habe dieser auf das Schreiben reagiert und mitgeteilt, dass er die Bedenken sehr ernst nehme. Deshalb sei nun für Mittwoch, 14. Dezember, eine Videokonferenz vereinbart worden.

Telefonisch wurden den Nettersheimern mittlerweile einige konkrete Fakten mitgeteilt. So hat Crump aus Köln etwa erfahren, dass die Inbetriebnahme der Einrichtung am 2. Januar erfolgen soll. Außerdem sei aufgrund des Flüchtlingsdrucks auf höchster Ebene im Ministerium entschieden worden, dass in Marmagen Menschen aller Nationen untergebracht werden würden.

Ich bin unglücklich, wie mit uns umgegangen wird.
Norbert Crump, Bürgermeister in Nettersheim

„Ich bin unglücklich, wie mit uns umgegangen wird“, so der Bürgermeister. Höchst irritiert zeigte er sich, dass Informationen, die ihm gegenüber in einem Telefonat als vertraulich mitgeteilt worden seien, bereits am nächsten Tag in der Lokalpresse zu lesen gewesen seien. So sei es bis zum 5. Dezember offiziell noch offen gewesen, ob an der ursprünglichen Zusage festgehalten werde, dass nur Menschen aus der Ukraine in Marmagen untergebracht werden sollten.

Dass die Information bereits die Runde machte, dass Menschen aller Nationen dort Platz finden sollen, habe die Arbeit der Kommune nicht gerade erleichtert. „Hierdurch hatten wir keine Möglichkeit, uns vorzubereiten und die Dorfbevölkerung in Marmagen in die Prozesse entsprechend einzubeziehen“, so Crump.

Gemeinde Nettersheim sieht viele offene Fragen

Zahlreiche Fragen sind aus seiner Sicht zu klären, unter anderem: Wie ist die Feuerwehr einzubinden? Wie wird der ÖPNV organisiert? Wie die Betreuung? Er habe erwartet, dass über derartige Themen längst mit der Gemeinde geredet worden wäre. Vor Weihnachten, so Crumps Forderung, müsse eine Perspektive aufgezeigt werden. Dass das DRK als Betreiber der Unterkunft eine umfassende Betreuung leisten werde, habe er, so Crump, beispielsweise in einem Gespräch mit DRK-Geschäftsführer Rolf Klöcker erfahren.

In die gleiche Kerbe hieb im Ausschuss Guido Kurth (CDU): „Ich weiß nicht, ob den Entscheidungsträgern bekannt ist, dass wir eine ländliche Gemeinde sind.“ Die Infrastruktur sei nicht darauf vorbereitet, dass plötzlich 750 Menschen verschiedener Nationen mehr im Ort leben. Bei einem solchen Projekt müsse auch die Bevölkerung mitgenommen werden. Ihm, so Kurth, komme es vor, als habe sich darüber niemand Gedanken gemacht.

Norbert Crump fordert Tag der offenen Tür

„Ein enger Austausch liegt uns sehr am Herzen“, betont Vanessa Nolte, Pressesprecherin der Bezirksregierung Köln, auf Nachfrage. In einer Abstimmung zwischen Gemeinde und Regierungspräsident solle der aktuelle Stand mitgeteilt werden. Anschließend werde man in Abstimmung mit dem Ministerium und der Gemeinde die Öffentlichkeit informieren.

Große Erwartungen setzt Crump nun auf das direkte Gespräch mit dem Regierungspräsidenten in der kommenden Woche. „Die Hoffnung ist, dass wir dann zu allen offenen Fragen Antworten bekommen und die Verbindlichkeit nochmals bestätigt wird. Diese Verbindlichkeit seitens des Regierungspräsidenten halte ich für erforderlich, da es in den vergangenen Wochen oft zu nicht verlässlichen Antworten gekommen ist“, so Crump.

Anschließend werde es ein Informationsschreiben an die Marmagener Bevölkerung geben. Er werde auch weiterhin einen Tag der Offenen Tür für die Marmagener vehement einfordern, betont Crump: „Diese Transparenz ist für uns und die Dorfbevölkerung von Marmagen enorm wichtig.“