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Wieder im NetzGeneratoren liefern jetzt Strom für Mobilfunk in Marmagen und Nettersheim

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Das Gelände der Eifelhöhen-Klinik in Marmagen ist mit einem Bauzaun abgesperrt.

Zumindest die Mobilfunkantennen auf dem Dach der Eifelhöhen-Klinik werden nun wieder durch Stromerzeuger versorgt.

Die Handynetze in Marmagen und Nettersheim sind wieder in Betrieb. Die Eigentümer der Eifelhöhen-Klinik wollen ihre Pläne vorstellen

Gute Nachrichten für Handynutzer in Marmagen und Nettersheim: Am Donnerstagvormittag konnten Techniker die Mobilfunkantennen auf dem Dach der ehemaligen Eifelhöhen-Klinik über eine Notstromversorgung wieder in Betrieb nehmen. Damit endet vorerst die Phase, in der Teile der beiden Orte ohne Mobilfunkempfang waren. Eine dauerhafte Lösung wird jedoch weiterhin gesucht.

„Es war kompliziert, drei Netzbetreiber unter einen Hut zu kriegen“, sagte Ortsvorsteher Bernd Maus, der vor Ort war und die Arbeiten beobachtete. Die Kreisverwaltung Euskirchen habe bei der Lösung des Problems sehr engagiert gearbeitet, lobte er. Sowohl Telekom als auch Vodafone teilten der Redaktion bereits am Mittwochabend auf Anfrage mit, dass die für den Betrieb der Antennen zuständigen Firmen nun eine eigenständige Stromversorgung einrichten. Bis Ende letzter Woche war noch damit gerechnet worden, dass die fälligen Rechnungen vom neuen Eigentümer der Eifelhöhen-Klinik beglichen würden, wie er zuvor angekündigt hatte.

Strom war wegen unbezahlter Rechnungen abgestellt worden

Am 11. März hatte der Stromversorger mitgeteilt, dass eine Unterbrechung der Stromversorgung drohe. Bereits am folgenden Tag begann der Betreiber der Telekomanlage, die Deutsche Funkturm, mit der Suche nach Lösungen, wie Karina Unruh von der Deutschen Telekom erklärte. Dabei wurde auch geprüft, ob die anteiligen Kosten für die Mobilfunkantennen übernommen werden könnten. Eine Rechnungsstellung war jedoch aus Datenschutzgründen nicht möglich.

In Gesprächen habe der Eigentümer der Eifelhöhen-Klinik glaubhaft versichert, die fällige Stromrechnung zu bezahlen. Ohne weitere Mitteilung sei dann der Strom abgestellt worden, so Unruh.

Ähnliches berichtete Volker Petendorf, Sprecher von Vodafone. Darüber hinaus seien bereits am 12. März die Antennen der umliegenden Stationen neu ausgerichtet worden, um die Versorgung sicherzustellen, sollte sich die Unterbrechung der Stromversorgung nicht verhindern lassen. Das sei aber angesichts der Topographie in der Eifel eine Herausforderung, weswegen Ausfälle nicht zu vermeiden gewesen seien.

Generatoren-Lösung ist auch aus ökologischer Sicht problematisch

Für Vodafone werde die Firma Vantage-Towers einen Stromgenerator aufstellen, um bis zum Ende der Woche wieder die Antennen wieder in Betrieb zu nehmen. Darüber hinaus werde mit dem Stromversorger mit Hochdruck an einer stabilen Verbindung gearbeitet. Auch die Antenne, über die das Netz von Telefonica läuft, wurde von Vantage-Towers wieder in Betrieb genommen. „Seit 13 Uhr steht das Telefonnetz wieder“, teilte Florian Streicher von Telefonica im Gespräch mit der Redaktion mit.

Doch das könne nur eine Lösung zur Überbrückung sein, so Streicher. Die Stromgeneratoren müssten täglich betankt werden, und auch in ökologischer Hinsicht sei dieser Zustand nicht optimal. Deshalb sei sein Unternehmen auch daran interessiert, mit einer endgültigen Lösung die normale Stromversorgung wiederherzustellen. Dafür würden Gespräche mit dem Eigentümer geführt.

Bank kündigte das Konto der Eigentümer-Gesellschaft

Was nicht unkompliziert ist, denn der augenblickliche Eigentümer ist keine natürliche Person, sondern die DKA 1 Marmagen Property Development GmbH. Als Vertreter mit Generalvollmacht ist der Kasseler Rechtsanwalt und ehemalige Notar Harald Welge der Ansprechpartner. Mit ihm habe noch keine der Telefongesellschaften gesprochen, sagte er auf Anfrage. Doch eine endgültige Lösung sei in Vorbereitung. „Ich bin überzeugt, dass wir diese Rechnungen in kurzer Zeit bezahlen können“, sagte er.

Eigentlich hatte er bereits vor 14 Tagen gegenüber der Redaktion angekündigt, dass alle Rechnungen bezahlt würden. Dies sei allerdings nicht möglich gewesen, da die Bank der Gesellschaft das Konto gekündigt habe, teilte Welge nun mit. Eine Alternative in kurzer Zeit bereitzustellen, sei in der derzeitigen Situation nicht einfach. Er hoffe aber, dass das noch in dieser Woche erledigt werde. Ob so etwas nicht eine Insolvenz sei? „Dazu will und werde ich nichts sagen“, so Welge.

Allerdings wolle die Eigentümergesellschaft sich offen darstellen und ihre Pläne der Öffentlichkeit präsentieren, kündigte er an. So stellte er in Aussicht, dass das Konzept, mit dem die Eifelhöhen-Klinik wieder neu belebt werden soll, in der Ratssitzung im Mai vorgestellt werden könnte.

Kunden sollten prüfen, ob sie Ansprüche geltend machen können

Ungeklärt ist allerdings weiterhin die Frage, wo die Sportler der SG Sportfreunde 69 Marmagen-Nettersheim, die bislang die Turnhalle in der Eifelhöhen-Klinik nutzen konnten, demnächst ihre Spiele und Trainingseinheiten absolvieren können.

Denn weiterhin ist das Gebäude ohne Strom, auch wenn nun die Notstromaggregate den Mobilfunk aufrecht erhalten. „Da im Urlaub kein Trainingsbetrieb stattfindet, konnte die Zeit bisher überbrückt werden“, sagte dazu Ortsvorsteher Maus.

Für Mobiltelefonkunden, die seit dem 23. März keine Verbindung mehr gehabt hätten, hatte Florian Streicher von der Telefonica einen Rat: „Die Mobiltelefonkunden, die wesentliche Einschränkungen hatten, sollten sich an den jeweiligen Kundendienst wenden“, sagte er. Denn der Ausfall des Mobiltelefons sei bis zu dem Zeitpunkt, an dem die Versorgung wieder einsetzte, genau datierbar. Inwieweit die Kunden dadurch eventuell Ansprüche hätten, könnte über den Kundendienst geklärt werden, führte er aus.