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„Bleiben Sie aus den Wäldern raus“NRW-Bericht zeigt Gefahr in der Eifel – „deutlich bis extrem zu trocken“

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Langscheid in der Eifel: Mit der Wärmebildkamera suchen zwei Feuerwehrleute das Gelände nach Glutnestern ab.

Langscheid in der Eifel: Mit der Wärmebildkamera suchen zwei Feuerwehrleute das Gelände nach Glutnestern ab.

Trockene Böden machen es Waldbränden leicht. Derzeit sind Monschau und Hürtgenwald in der Eifel stark von Bränden betroffen.

Die von Waldbränden betroffenen Eifel-Orte Monschau und Hürtgenwald gehören zu den derzeit besonders trockenen Gebieten in NRW. Das geht aus dem jüngsten hydrologischen Bericht des Landesamtes für Natur, Umwelt und Klima von Anfang August hervor.

Mit Blick auf das zweite Quartal heißt es, in Teilen der Eifel sei es „deutlich bis extrem zu trocken“ gewesen. Der vergangene Monat sei in Nordrhein-Westfalen der trockenste Juli seit Beginn der Wetteraufzeichnungen gewesen.

Entsprechend weisen die Böden in NRW aktuell „deutliche Dürrreerscheinungen“ auf. Die Böden bis knapp zwei Meter Tiefe sind laut Bericht überwiegend so trocken wie nur alle 10, 20 oder sogar 50 Jahre. Besonders extrem ist die Dürre demnach im Südwesten, im Bereich Eifel.

Warnung vor Betreten von Wäldern – „Bleiben Sie aus den Wäldern raus“

Angesichts der schweren Waldbrände hat die nordrhein-westfälische Landwirtschaftsministerin Silke Gorißen (CDU) eindringlich vor dem Betreten von Wäldern gewarnt. „Bleiben Sie bitte einfach aus den Wäldern raus“, appellierte die Ministerin am Samstag im Deutschlandfunk. Sie verwies darauf, dass „fast hundert Prozent der Waldbrände menschengemacht“ seien - durch Unachtsamkeit oder auch durch Bandstiftung. Es werde geprüft, ein behördliches Betretungsverbot für die brandgefährdeten Wälder auszusprechen.

Oft reiche schon eine „weggeworfene Klippe“ oder zurückgelassenes Glas, einen Waldbrand auszulösen - insbesondere, weil die extreme Trockenheit als Brandbeschleuniger wirke, sagte Gorißen. Die Brände im Hürtgenwald hätten ein „ganz neues und noch nicht in unserer Erinnerung da gewesenes Ausmaß“ erreicht.

Umweltschutzverbände fordern Hitze-Maßnahmen

Umweltschutzverbände erwarten von der schwarz-roten Bundesregierung mehr Maßnahmen zum Schutz vor Hitze, Niedrigwasser und weiteren Folgen des Klimawandels. Die Bundesgeschäftsführerin der Deutschen Umwelthilfe, Barbara Metz, sagte dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND): „Dieser Extremsommer zeigt: Deutschland ist nicht gewappnet für die Hitze, die uns durch die eskalierende Klimakrise immer häufiger trifft.“ Es sei überfällig, Klimaschutz und Klimaanpassung als Gemeinschaftsaufgabe im Grundgesetz zu verankern. Dies müsse mit ausreichend Geld hinterlegt werden.

Auch der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) forderte die Regierung dazu auf, einen besseren Schutz sicherzustellen. BUND-Klimachefin Tina Löffelsend sagte dem RND: „Das Kabinett muss ein effektives Vorsorgepaket vereinbaren, das deutlich mehr Klimaschutz, -anpassung und Investitionen in eine intakte Natur bündelt.“ Die Umweltorganisation Greenpeace erklärte, die Klimakrise gehöre ins Zentrum der anstehenden Kabinettsklausur. (dpa/red)