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„Gentleman’s Ride“Eifeler Motorradfahrer sammeln für die Krebsforschung

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Freut sich schon auf die Tour durch Gemünd: Wolfgang Meyer auf seiner Triumph Thunderbird Sport 900. 

Schleiden-Gemünd – „Die Gentlemen bitten zur Kasse“ könnte man in Anlehnung an den Krimi-Dreiteiler sagen, der die Geschichte des legendären Postzugraubs 1963 in England zum Inhalt hat. Doch beim „The Distinguished Gentleman’s Ride“ von Wolfgang Meyer aus Gemünd und seinen 13 Mitstreitern geht alles nach Recht und Gesetz, ja sogar um einen karitativen Zweck. Die Motorradfahrer werden sich am Pfingstsonntag, 23. Mai, in feinen Zwirn kleiden, sich auf ihre klassischen Motorräder schwingen und durch Schleiden und Gemünd fahren.

Ihr Ziel: Möglichst viele Spenden für „Men’s Health“ sammeln, einer Organisation, die sich unter anderem um die Krebsforschung und die Suizidprävention bei Männern kümmert. In 107 Ländern auf der ganzen Welt werden Männer und Frauen an diesem Tag mit ihren Motorrädern unterwegs sein und auf die Aktion aufmerksam machen.

An Dachverband in Sydney gewandt

„Ich war 2018 im Internet auf den ,Gentleman’s Ride’ gestoßen und war gleich von dem Erscheinungsbild der Fahrer und der Maschinen begeistert“, erinnert sich Wolfgang Meyer aus Gemünd. Daraufhin habe er sich entschieden, bei der Aktion mitzumachen und sich an den Dachverband von „Gentleman’s Ride“ in Sydney gewandt. Im vergangenen Jahr war der Maler- und Lackiermeister noch alleine im feinen Zwirn auf seiner Triumph Thunderbird Sport 900 aus dem Jahr 1998 durch Gemünd gefahren.

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Wegen der Corona-Pandemie war ein Ausflug im Tross mit mehreren Bikern auch gar nicht erlaubt gewesen. „Ich bin im Anzug durch den Ort gefahren und habe angehalten, wenn ich ein paar Leute gesehen habe. Obwohl es geregnet hat, bin ich mit zahlreichen Menschen ins Gespräch gekommen und habe viele Flyer verteilt“, berichtet Meyer. Immerhin 750 Euro kamen so bei der Premiere zusammen.

Sein Sohn Marvin – er fährt eine BMW R25/3 aus dem Jahr 1954 – war anschließend ebenso wie einige befreundete Biker sehr angetan von der Aktion. So gründete Wolfgang Meyer das Team „Gentlemen der Eifel“ mit dem Ziel, eine dauerhafte Veranstaltung zu etablieren. Da der Dachverband in Sydney Gemünd als offiziellen Ride anerkannt hat, steht das Kurstädtchen nun auf einer Liste mit Metropolen New York, Los Angeles, Buenos Aires, Melbourne, Toronto oder München und Frankfurt.

Gemünder liegen mit Spenden vor Großstädten wie Köln

Die Biker aus der Eifel haben sich zum Ziel gesetzt, in diesem Jahr deutlich mehr Geld für den guten Zweck zu sammeln. Das ist ihnen auch schon gelungen, denn noch bevor sich die Fahrer mit ihren Motorrädern aufmachen, sind schon knapp 3500 Euro zusammengekommen. Mit der Spendensumme liegen die Gemünder derzeit hinter München, Frankfurt, Stuttgart und Hamburg deutschlandweit auf Platz fünf noch vor Großstädten wie Berlin und Köln.

„Gentleman’s Ride“

Beim „Gentleman’s Ride“ sind nur klassisch gestaltete Maschinen erwünscht. Dazu gehören laut „Style Guide“ (Gestaltungsrichtlinie) Café Racer-, Bobber-, Classic-, Tracker-, Scrambler-, Old School Chopper-, Modern Classic-, Sidecar-, Classic Scooter- und Brat-Motorräder. Einen Überblick findet man auf der Internetseite der Aktion. „Rennmaschinen mit Verkleidung sind nicht so gefragt. Alle Motorräder müssen zudem technisch einwandfrei sein“, betont Wolfgang Meyer aus Gemünd.

Die Fahrer müssen, wie Meyer betont, bei der Ausfahrt auf ihren Maschinen schick angezogen sein und gute Manieren haben. „Lederkombis mit Werbung wären als Kleidung nicht gerade passend.“

Die weltweite Aktion feiert in diesem Jahr runden Geburtstag. Zum zehnten Mal werden Fahrerinnen und Fahrer für einen karitativen Zweck auf ihre Maschinen steigen. „Bei den Bikern ist alles vertreten, jung und alt, Männlein und Weiblein“, sagt Meyer, der gerne weitere Teilnehmer begrüßen würde. Wegen Corona werden die Biker aus der Eifel am kommenden Sonntag wieder jeder für sich unterwegs sein. „Es wäre schön, wenn man mal in einer Gruppe ausfahren könnte“, so Meyer, der auf Besserung in den nächsten Jahren hofft.

Wer die Gemünder Aktion mit einer Spende unterstützen möchte, kann dies über die Internetseite von „Gentleman’s Ride“ jederzeit tun. Dort kann man einem Team oder einem Fahrer die Spende per Überweisung zukommen lassen. „Interessenten bekommen dann auch eine Spendenquittung“, sagt der Maler- und Lackierermeister. Er würde sich auch freuen, wenn er zukünftig einige Sponsoren aus der regionalen Wirtschaft gewinnen könnte. Weitere Informationen gibt es im Internet.