Schüler bewirtschaften Nutzgarten„Ackerdemie" an Schleidener Gymnasium

Mit großer Begeisterung und Sorgfalt haben die Schüler die Pflanzen in die Erde gebracht.
Copyright: Stephan Everling
Schleiden – Dieser Unterricht war sichtlich nach dem Geschmack der Fünftklässler. Im Dreck wühlen, Pflanzlöcher graben und am Ende einen grünen Garten präsentieren – auch so kann Schule sein. In der „Ackerdemie“ der Clara-Fey-Schule in Schleiden bearbeiten seit dem Herbst je eine Klasse aus Gymnasium und Realschule einen kleinen Nutzgarten an und pflegen ihn. Unterstützt werden sie dabei von Dozenten des „Acker e.V.“. Bei einem Pflanztermin wurden nun neue Jungpflanzen in den Boden gebracht.
„Ich finde es schrecklich, wenn sich keiner mehr mit Gemüse auskennt“, sagte Ökotrophologin Sandra Merger, die mit einer Kiste voll Pflanzgut gekommen war. Seit einem Jahr engagiert sie sich in dem bundesweit agierenden Verein, der solche Schulprojekte umsetzt, und vermittelt Wissen über Pflanzen, Pflanztechniken, Düngung und Ernte. „Teilweise wissen die Kinder von ihren Großeltern noch, wie es geht“, erzählte sie. Die Kinder seien immer sehr aufgeschlossen, doch auffallend sei, dass sie hinterher sehr erschöpft seien. „Und viele ekeln sich vor Dreck an den Händen“, verriet sie. „Das Ziel ist, dass die Kinder wissen, wo das Gemüse herkommt“, sagte Kathrin Lantin,

Sorgfältig instruiert werden die Schleidener Schüler von den Dozenten des Vereins „Acker“, was wie gepflanzt wird.
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Fachleiterin Biologie der Schule. Mit Dr. Sylvia Ostermeier, Heike Jäckel und Caroline Shvelidze betreut sie das Projekt. Auch sollen die Kinder lernen, wie ein Gemüse aussehen kann. „Das kann auch einmal krumm sein und schmeckt doch genauso“, betonte sie.
Fortbildungen für Lehrer
Mit Fortbildungen wurden die Lehrerinnen auf die neue Aufgabe vorbereitet. Einmal in der Woche gehen die Lehrerinnen mit den Klassen in den Garten und kümmern sich um die Pflanzen. „Wir gucken auch zwischendurch nach dem Garten, gießen aber nicht so oft, damit die Pflanzen sich nicht daran gewöhnen und besser mit der Trockenheit zurechtkommen“, erklärte sie.
Unterstützt wird das Projekt von sieben ehemaligen Mitgliedern der Garten-AG, die mittlerweile in der Klasse 8 sind. Verwertet wird das Gemüse schließlich in der Mensa des Clara-Fey. „Eben waren schon die Köchinnen hier und haben sich Salat geholt“, sagte Eva Maria Berners, MINT-Beauftragte der Schule. Nachdem in einem ersten Termin Salat gepflanzt worden war, waren nun Kürbis, Zucchini, Tomate, Gurke, Mais, Bohnen, Soja und Endivien an der Reihe. Genau wurden die Kinder instruiert, wie tief und in welchem Abstand gepflanzt wird. „Die Tomaten setzen wir schräg ein, damit sich die Geiztriebe nicht entwickeln“, erklärte Merger.
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Begeistert machten sich die Kinder an die Arbeit. Für viele war die Erfahrung, Schippe und Gießkanne in der Hand zu haben, neu. Nicht so für die elfjährige Paula: „Ich habe mein eigenes Hochbeet.“ Dort habe sie Erdbeeren, Kohlrabi und Spitzpaprika: „Meine Mama hat mir das gezeigt.“



