In Schleiden entdecken eine Prüferin und die Polizei den ausgeklügelten Täuschungsversuch eines Kölners.
AufgeflogenKölner trat in Schleiden mit Kamera und Sohn zur Führerscheinprüfung an

Beim TÜV in Schleiden trat der Kölner zur theoretischen Prüfung an.
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Eine Prüfung ist meist nie die angenehmste Situation. Die meisten wollen es schnell hinter sich bringen – und logischerweise auch bestehen. Bei Letzterem scheint sich ein 44 Jahre alter Mann aus Köln wohl nicht so sicher gewesen zu sein, als er am Montagmorgen zur theoretischen Führerscheinprüfung beim TÜV in Schleiden angetreten ist. Deswegen hatte er sich einen vermeintlich ausgeklügelten Plan mit technischen Raffinessen und externer Unterstützung ausgedacht, der aber an einer aufmerksamen Prüferin scheiterte.
Laut Polizei fußte der Anfangsverdacht in der Geschwindigkeit des Prüflings: Ungewöhnlich lang habe er für die ersten Aufgaben benötigt. Die Prüferin vermutete, dass der Mann im Kragen eine Kamera versteckt haben könnte – und verständigte die Polizei. Als die Polizisten eintrafen, war der Mann noch nicht wirklich weiter. Rund 20 Fragen standen noch aus. Dann geschah jedoch Erstaunliches: Die beantwortete er im Beisein der Polizeibeamten innerhalb weniger Minuten. Was zwei Folgen hatte: Der Verdacht erhärtete sich – und bestanden war die Prüfung nicht.
Die Verbindungstechnik war auf der Brust festgeklebt
Als die Polizisten den Mann kontrollierten, fanden sie seine Zusatzausrüstung. Die Prüferin hatte tatsächlich den richtigen Riecher: Im Kragen war eine versteckte Kamera. In der Hosentasche fand sich weitere Technik und die Verbindungstechnik der Kamera war mit Klebeband auf der Brust befestigt.
Doch wer sollte dem 44-Jährigen helfen? Vor dem Gebäude trafen die Polizisten seinen 23-jährigen Sohn an, der mit zwei Mobiltelefonen ausgestattet war. Laut Polizei wollte er während eines laufenden Videoanrufs offenbar nicht erkannt werden und legte auf, als die Beamten einen Blick auf das Display warfen. Nach bisherigen Erkenntnissen besteht für die Polizei der Verdacht, dass der Sohn seinem Vater während der Prüfung die Lösungen übermitteln wollte.
Kreis entscheidet nun über Sperre und Einzelprüfung
Für welche Führerscheinklasse der Mann die Prüfung absolvieren wollte, war Polizei-Sprecherin Christina Specht ebenso wenig bekannt wie zum wievielten Mal er angetreten war. Eine Antwort habe der Mann jedenfalls auf die Frage gegeben, was ihn als Kölner zum TÜV nach Schleiden geführt hat: In Köln sei nichts mehr frei gewesen.
Die Polizei hat die Technik sichergestellt und ein Strafverfahren eingeleitet. Ermittelt wird wegen des Verdachts des Betrugs sowie des Ausspähens von Daten.
Auch der finanzielle Aspekt dürfte nicht zu unterschätzen sein. Während die Kosten für die Führerschein-Ausbildung zwar in die Tausende gehen, hält sich die Gebühr für die theoretische Prüfung in Grenzen: 24,99 Euro gibt der TÜV Rheinland für nahezu alle Klassen an – nur beim Mofa ist es mit 26,54 Euro etwas teurer, dafür gibt’s aber die Prüfbescheinigung dazu.
Sollte der Kölner es noch mal versuchen wollen mit der Prüfung, hängt das zunächst von der Fahrerlaubnisbehörde – dem Kreis – ab. Sie entscheidet, ob eine Sperre verhängt wird und wie lange die andauert. Ebenso kann sie anordnen, dass im neuen Anlauf eine „Einzelprüfung Theorie nach Täuschung“ absolviert werden muss. Und die ist nicht ganz so günstig: Nach Angaben des TÜV Rheinland kostet sie 143,76 Euro brutto. Da kommen die Mehrwertsteuer und die 24,99 für die normale Prüfung noch obendrauf.
