Nach der Sendung "Aktenzeichen XY...ungelöst" sind Hinweise auf einen mutmaßlichen Täter eingegangen. Die Ermittlungen nehmen jetzt Fahrt auf.
Aktenzeichen XYEs gibt konkrete Hinweise auf den Einbrecher von Kuchenheim

Für die Sendung „Aktenzeichen XY...ungelöst“ war der Einbruch nachgestellt worden.
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Die Fahndung im Fernsehen könnte zu einem Erfolg führen: Zwei Jahre nach der Tat hat die Polizei jetzt Hinweise auf den Mann, der einen Einbruch in Kuchenheim begangen haben soll. Spektakulär in diesem Fall war nicht die Höhe der Beute, sondern die Tatsache, dass ein Kind den Täter gesehen hat. Nach den Schilderungen des damals Elfjährigen ist nicht nur der Film gedreht worden, den das ZDF in der vergangenen Woche in der Sendung „Aktenzeichen XY...ungelöst“ ausgestrahlt hat. Die Täterbeschreibung des Jungen wurde auch genutzt, um ein Phantombild anzufertigen.
Den Mann auf diesem Bild wollen zwei Menschen wiedererkannt haben, die sich nach der Sendung beim LKA Bayern gemeldet haben. Kriminaloberkommissar Fabian Puchelt erklärt, warum diese Hinweise nach München gegangen sind und nicht nach Euskirchen: „Seit den 60er-Jahren wird die Sendung in den Bavaria-Studios aufgezeichnet. Und seitdem stellt das LKA Bayern ein Team im Hintergrund.“

So soll der Mann ausgesehen haben, der jetzt mit Hilfe der Sendung „XY...“ gesucht wird.
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Er und seine Kolleginnen und Kollegen nehmen die Anruf im Studio entgegen und liefern den Ermittlern vor Ort daraus später ein Infopaket mit den wichtigen Fakten. 18 Hinweise seien insgesamt beim LKA zu dem Kuchenheimer Fall eingegangen. In mehreren Fällen haben Zeugen laut Puchelt denselben Mann auf dem Phantombild erkannt und konkret benannt.
Elfjähriger hatte die Tat miterlebt und den Einbrecher gesehen
Bei der Polizei in Euskirchen sind ebenfalls Hinweise eingegangen, wie Polizeihauptkommissarin Christina Specht berichtet: „Der Fall war eigentlich ausermittelt. Durch die Sendung ist noch einmal frischer Wind in die Sache gekommen.“ Ereignet hatte sich der Einbruch am Donnerstag, 14. März 2024, gegen 16.50 Uhr. Der Elfjährige war damals allein mit den Hunden der Familie in dem abseits zwischen Kuchenheim und Odendorf gelegenen Haus.
Als er verdächtige Geräusche hörte, schaute er nach und sah durch einen Türspalt den Einbrecher, der Schubladen durchsuchte. Der Junge versuchte zunächst, die Hunde mitzunehmen, flüchtete sich dann aber ohne die Tiere in den Garten und versteckte sich. Der Täter verließ einige Zeit später das Haus. Bevor er mithilfe einer Leiter über die Grundstücksmauer kletterte, habe er in die Richtung des Verstecks geschaut, das Kind aber nicht gesehen – eine Szene, die in der Sendung äußerst bedrohlich dargestellt war.
Erbeutet hatte der Mann bei dem Einbruch 200 Euro und eine Münzsammlung. Der materielle Schaden ist also überschaubar, der seelische ungleich schlimmer. Bis heute, so heißt es von der Polizei, leide der mittlerweile 13-Jährige unter den Folgen der Tat und habe Angst, dass so etwas noch einmal passieren könnte.
Nach wie vor bittet die Polizei um Hinweise unter Tel. 0 22 51/79 90 oder per E-Mail. Jede Polizeidienststelle nimmt Aussagen entgegen.

