Als Reiner Klütsch sich in seine spätere Frau Christa (geborene Fischer), verliebte, hatte die Sache einen Haken: Er hatte damals noch eine andere Freundin.
GoldhochzeitBei einer Geburtstagsparty hat es beim Kuchenheimer Jubelpaar gefunkt

Zur Feier ihrer goldenen Hochzeit planen die Eheleute Christa und Reiner Klütsch wieder eine Reise.
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Nahezu die gesamte Palmersheimer Jugend und ebenso viele Besucher aus den umliegenden Ortschaften hatten sich während der Reibekuchenkirmes in der damaligen Gaststätte Siepen in Palmersheim eingefunden. Dennoch genügten Reiner Klütsch wenige Augenblicke, um Christa Klütsch (geborene Fischer) in der Menschenmenge zu entdecken.
„Sie ist mir mit ihren schönen langen Haaren sofort aufgefallen, da sie bei dem kalten Wetter immer direkt am Ofen gesessen hat, um sich aufzuwärmen“, erinnert sich der heute 70-Jährige. Der gebürtige Kuchenheimer fackelte nicht lange und verwickelte die ein Jahr jüngere Palmersheimerin in ein Gespräch. „Ich hatte mitbekommen, dass sie eine Woche später Geburtstag feiern wollte. Da habe ich sie einfach gefragt, ob sie mich nicht auch einladen wolle.“
Kurz vor der Einberufung zur Bundeswehr noch schnell geheiratet
Die erste Reaktion fiel noch eher reserviert aus: „Wenn du willst, kannst du kommen.“ Doch diese Einladung sollte auch für Christa Klütsch eine erfreuliche Wendung nehmen: „Auf meiner Party habe ich ihn mir dann auch mal genauer angesehen. Und wir fanden uns schnell sehr sympathisch.“
Noch am selben Abend sei es zum ersten Kuss gekommen. Diesem für beide schicksalhaften Tag im Jahr 1973 folgten viele weitere Treffen und etwas mehr als zwei Jahre später, kurz vor der Einberufung von Reiner Klütsch zur Bundeswehr, auch die Hochzeit im Heimatdorf des Bräutigams. Nun feierten die Eheleute ihre goldene Hochzeit und konnten mit ihren Liebsten auf ereignisreiche Jahre zurückblicken.
Beide teilen die Leidenschaft für Handball und fürs Reisen
Denn ihre gemeinsame Zeit begann zunächst ein wenig hakelig. „Während einer unserer ersten Verabredungen habe ich Christa gestanden, dass ich eigentlich noch eine Freundin habe“, berichtete der Jubilar. Einen Tag, bevor er ein klärendes Gespräch führen wollte, habe ihn besagte Freundin beim Date mit seiner künftigen Frau erwischt. „Sie hat mir dann natürlich völlig zu Recht eine richtige Standpauke verpasst.“ Ärger, der sich trotz der unangenehmen Situation dennoch gelohnt habe, schließlich habe er mit Christa die Frau seines Lebens gefunden.
Danach verlief die Zeit für das Paar deutlich harmonischer. Christa Klütsch fand ihre Leidenschaft für den Handballsport, bei dem sich ihr Ehemann über viele Jahre einen Namen in der Region gemacht hatte. Sie begleitete ihn zu allen Spielen. Im ehemaligen Haus des Großvaters des Jubilars in Kuchenheim fanden beide ein neues Zuhause, in dem sie bis heute leben. Und neun Jahre nach der Eheschließung durften sie sich über die Geburt ihres Sohnes freuen.
Zunächst mit dem Motorrad, später dann mit dem Cabrio bereisten sie halb Europa. Die nächste Tour bis an den Gardasee sei bereits in Planung. „Der Handball war für uns beide immer die Nummer eins, aber sobald es die Zeit zuließ, sind wir sofort aufgebrochen. Und das tun wir auch heute noch sehr gerne, obwohl die Reiseziele inzwischen deutlich näher liegen“, erklärte die Jubilarin.
Das schätzen die beiden am jeweils anderen
Ihre Ausgeglichenheit im Umgang auch mit schwierigeren Situationen hat Reiner Klütsch immer an seiner Frau bewundert. „Wenn es bei uns mal Ärger gab, dann war eigentlich immer ich daran schuld. Das hat Christa mich dann auch spüren lassen. Große Probleme hatten wir aber nie. Und die kleinen haben wir gemeinsam schnell ausräumen können.“
Die lebhafte Art gehört aus der Sicht von Christa Klütsch zu den herausragendsten Merkmalen ihres Mannes, die sie besonders schätzt. „Während ich eher der ruhige Pol bin, bringt Reiner immer Leben in die Bude. Er findet auch nach so langer Zeit immer ein Thema, über das man sich unterhalten kann. Daher wird es mit ihm einfach niemals langweilig.“

