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„Circus Baruk“Nervenkitzel in der Zeltkuppel

3 min

Mit Schirm, Charme und Spagat in luftiger Höhe auf dem Drahtseil.

Euskirchen – Pocahontas am Trapez unter der Zeltkuppel, Clowns in der Karateschule und ein Lama, das zwischen Kamelhöckern hindurch springt: Am Freitag veranstaltete der „Circus Baruk“ auf dem Gelände an der Thomas-Eßer-Straße seine Galapremiere vor rund 70 Zuschauern. „Teatro Spettacolo“ lautet der Titel des aktuellen Zirkusprogramms, mit dem die Großfamilie Baruk eine märchenhafte Atmosphäre in ihrem Zeltpalast schaffen möchte.

Eine Kamelkarawane leitete den ersten Programmpunkt ein. Die junge Akrobatin Mandy Baruk schwang an orientalischen Tüchern durch die Luft und ließ sich bis knapp über den Manegenboden fallen. Gemeinsam mit Schwester Jessica tanzte sie wenig später über das Seil. Mit einem blauen Sonnenschirm tänzelten die beiden Akrobatinnen über das gespannte Drahtseil, wagten kleine Sprünge und zeigten sogar einen Spagat in luftiger Höhe. Akrobatisch zeigte sich auch „Don Giovanni“ bei der Jonglage, unter anderem mit vier Fußbällen, fünf Kolben und sogar sieben Ringen.

Familientradition in der Manege

Drei Clowns unterhielten die Zuschauer mit allerlei Sketchen. Da zeigte beim Eingießen eines Getränks plötzlich der Boden des Glases nach oben oder die Zeitung ging beim Lesen in Flammen auf. Für viele Lacher sorgte auch die Karate-Schule, in der der weiße Clown seinen Schülern Beppino und Augustine die Grundlagen der Kampfkunst beibringen wollte, schlussendlich aber selbst einstecken musste.

Neben Artisten und Clowns gehört auch eine Vielzahl von Tieren zu dem Zirkus. Dressierte Pferde, Kamele und sogar ein Lama waren in der Manege zu sehen. Darüber hinaus konnte während der Pause die exotische Tierschau im Freigehege besichtigt werden, in dem zusätzlich Zebras und Mini-Ponys zu sehen waren.

25 Personen gehören zum „Circus Baruk“, der zum ersten Mal in Euskirchen Station macht. Die Familientradition geht zurück auf den spanischen Großvater Shaly Baruk, der Mitte der 1930er-Jahre den Zirkus begründete. Schon im Alter von sechs Jahren beginnen die Jungartisten mit der allgemeinen körperlichen Akrobatik, bevor sie sich auf besondere Formen wie Seiltanz oder Jonglage spezialisieren. Bis eine Nummer perfekt sei, müsse häufig jahrelang geübt werden und das bis zu sechs Stunden täglich, erzählt Zirkusdirektorin Sarina Baruk.

Trotzdem habe sie immer noch großes Lampenfieber, wenn ihre Tochter in neun Metern Höhe am Schwungtrapez durch die Luft wirbelt. „Jeder Platz ist eine neue Herausforderung, die Premiere ist immer ein Nervenkitzel“, gesteht die Mutter von fünf Kindern, „aber der Applaus des Publikums macht uns in jeder Vorstellung aufs Neue stark.“

Der „Circus Baruk“ ist noch bis Sonntag, 23. Juni, in Euskirchen. Vorstellungen finden täglich außer Dienstag und Mittwoch jeweils um 17 Uhr statt.