Viele Kinder verlassen im Sommer die Grundschule. In den weiterführenden Schulen muss deshalb wohl eine zusätzliche Eingangsklasse her.
Stadt rechnet mit hohen AnmeldezahlenEuskirchener Gesamtschule könnte siebenzügig werden

Im Gelben Haus kann die Stadt Euskirchen bei Bedarf eine zusätzliche Eingangsklasse der Geschwister-Graf-Gesamtschule unterbringen.
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Ungewöhnlich viele Kinder werden in diesem Sommer die Euskirchener Grundschulen verlassen. Die Stadtverwaltung kalkuliert mit 572 Mädchen und Jungen, die zur weiterführenden Schule wechseln. Zum Vergleich: In den zurückliegenden sechs Jahren bewegte sich die Zahl zwischen 467 und 545.
Die Entwicklung hat zur Folge, dass an den weiterführenden Schulen tendenziell mit einem starken Anmeldejahr zu rechnen ist. So formuliert es Christiane Mermi, Fachbereichsleiterin der Stadt Euskirchen. Der Anstieg wird Prognosen zufolge so deutlich ausfallen, dass die Stadt zum Schuljahr 2026/2027 an den weiterführenden Schulen mindestens einen zusätzlichen Zug einrichten muss – entweder an der Kaplan-Kellermann-Realschule oder an der Geschwister-Graf-Gesamtschule, wie Mermi in einer Beschlussvorlage für die nächste Sitzung des Schulausschusses schreibt.
In der Kaplan-Kellermann-Realschule fehlt der Platz für eine Zusatzklasse
Die Fachbereichsleiterin schlägt für die Erweiterung, sollte sie notwendig werden, die Gesamtschule vor. Sie würde dann siebenzügig, also in der Stufe 5 mit sieben Parallelklassen ins neue Schuljahr gehen.
Dass die „Mehrklasse“, wie es im Fachjargon heißt, in der Gesamtschule entstehen soll, hat mehrere Gründe. Während der Realschule der Platz fehlt, um den höheren Raumbedarf zu decken, den ein weiterer Zug mit sich bringt, bietet sich an der Gesamtschule eine Lösung an. Und zwar im Gelben Haus.

Im Gelben Haus hat das Weiterbildungskolleg Bonn eine Außenstelle. Laut Stadtverwaltung bietet das Gebäude auch Platz für die Gesamtschule.
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So wird das Gebäude an der Ecke Kaplan-Kellermann-Straße/ Ursulinenstraße genannt, das schon früher zur Gesamtschule gehörte. Man könnte das Haus sogar als ihre räumliche Keimzelle bezeichnen, denn 2014 hatte die neu gegründete Schule darin mit fünf Klassen ihren Betrieb aufgenommen, bevor sie, Jahr für Jahr wachsend, im früheren Realschulzentrum im Karree zwischen Kölner Straße, Kaplan-Kellermann-Straße und Ursulinenstraße heimisch wurde.
2023 verließ sie das Gelbe Haus, nachdem ihr das Gebäude an der Kölner Straße zugeschlagen worden war, in dem früher die Paul-Gerhardt-Schule residierte.
In das Gelbe Haus zog das Weiterbildungskolleg Bonn. Es hat, so Mermi, nur noch sechs Klassen, von denen vier vormittags und zwei abends unterrichtet werden. Der zweigeschossige Bau bietet nach Darstellung der Verwaltung genug Platz, um dort auch die zusätzliche Eingangsklasse unterzubringen.
Was der Schulausschuss von dem Konzept hält, wird sich in der Sitzung am Donnerstag, 5. März, zeigen (17 Uhr, Rathaus).

