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BadeweltIm Mental Dome in der Therme Euskirchen sorgen Schamanen für Wohlbefinden

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In der Therme und Badewelt in Euskirchen gibt es nun einen Mental Dome. Die Schamanen Franzi (39) und Carsten (49) machen an mehreren Tagen in der Woche dort Sessions zur Entspannung.

In der Therme und Badewelt in Euskirchen gibt es nun einen Mental Dome. Die Schamanen Franziska Arnold (39) und Karsten Janssen (49) machen an mehreren Tagen in der Woche dort Sessions zur Entspannung.

Mental Dome in der Therme und Badewelt Euskirchen soll fester Bestandteil des Konzepts werden. Kommende Woche startet ein Kräuter-Herbarium.

„Es ist eine Reise in die lebendige Ruhe“, sagt Karsten Janssen. Der 49-Jährige steht barfuß in der Mitte des neuen „Mental Dome“ – ein halbrunder, lichtdurchfluteter Raum auf dem Gelände der Therme Euskirchen. Hier wird nicht gebadet, sondern geatmet und meditiert. Kurz: entschleunigt.

„Ich bin Schamane – oder genauer gesagt, Trainer für schamanische Bewusstseinsarbeit“, so Janssen. Seit 2019 wurde er an der Schamanismus-Akademie von Kurt Henkert ausgebildet, inzwischen ist er selbst als Trainer tätig. „Schamanismus bedeutet im Grunde nichts anderes, als den Kontakt zur ursprünglichen Spiritualität wiederzufinden. Alles ist belebt, alles hat Geist – das ist das animistische Weltbild.“

Vom Management einer Non-Food-Kette zum Schamanen

Unterstützt wird der 49-Jährige bei den gut halbstündigen Sessions von Franziska Arnold. Auch die 39-Jährige ist Schamanin und zudem gelernte Fachangestellte für Bäderbetriebe.

Der 49-Jährige hat vor seinem Schamanen-Dasein ebenfalls etwas ganz anderes gemacht. Nach Studium und Wirtschaftslaufbahn führte ihn sein Weg in den Einzelhandel – ins Management einer großen Non-Food-Kette. „Ich habe das klassische Leben geführt – Karriere, Verantwortung, Druck“, erinnert er sich: „Aber irgendwann kam der Punkt, an dem ich merkte: Das reicht mir nicht. Ich war erfolgreich, aber innerlich leer.“

Ich habe wieder angefangen zu meditieren – erst zehn Minuten am Tag, dann mehr.
Karsten Janssen

Mit Anfang 30 erlebt er, wie er es nennt, „einen stillen Bruch“. Keine Burnout-Klinik, kein Drama – aber das Gefühl, dass Sinn und Seele auf der Strecke geblieben waren. „Ich habe wieder angefangen zu meditieren – erst zehn Minuten am Tag, dann mehr. Und plötzlich war da diese Frage: Wer bin ich eigentlich wirklich?“

Er lacht, als er von seiner ersten Begegnung mit schamanischen Ritualen erzählt: „Ich saß beim Mantra-Singen mit 600 Menschen in einem Ashram. Erst dachte ich: Die haben doch nicht alle Tassen im Schrank! Aber dann habe ich gemerkt, was für eine Kraft in dieser Gemeinschaft steckt.“

Das Bild zeigt den Mental Dome in der Therme.

Soll fester Bestandteil der Therme werden: der Mental Dome.

Das Bild zeigt die 39-Jährige während sie einen Fächer und eine kleine Schüssel in den Händen hält.

Franziska Arnold fächert wohltuende Düfte in den Mental Dome.

Seit Februar bringt Janssen diese Erfahrung in die Therme. Gemeinsam mit Kollegin Franziska bietet er im neuen „Mental Dome“ Zeremonien, Klangreisen, Mantra-Singen und Meditationen an. Die Teilnahme ist im Eintrittspreis enthalten, die Sessions dauern rund 30 bis 40 Minuten. „Viele Gäste kommen aus der Sauna, sind entspannt – und erleben dann hier etwas völlig Unerwartetes“, sagt er: „Manche gehen einfach in die Ruhe, andere in die Vision. Beides sind Wege der Meditation.“

Thermenleitung sieht eine neue Dimension des Wohlbefindens

Auch die Thermenleitung sieht darin eine neue Dimension des Wohlbefindens. „Wir wollen unseren Gästen Momente schenken, die sie nicht erwartet hätten“, sagt Sven Berndt von der Therme: „Wer morgens mit der Badetasche kommt, soll abends mit einem Wow-Gefühl nach Hause gehen.“

Bei der Eröffnung des „Mental Dome“ war der Raum voll – mehr als 30 Menschen trommelten, sangen und meditierten gemeinsam. „Viele waren zum ersten Mal bei so etwas dabei“, erzählt Janssen: „Erst Skepsis, dann Neugier, dann tiefe Berührung. Am Ende haben sich alle über ihre Erfahrungen ausgetauscht – genau darum geht es.“

Für ihn ist die Arbeit im Dome mehr als Entspannung: „Wir haben verlernt, mit uns selbst in Kontakt zu sein. Dabei liegt in uns allen eine Medizin – eine Kraft, die heilt und verbindet.“ Wenn er das sagt, klingt das ruhig und klar, kein bisschen abgehoben.

Vielleicht ist das das Geheimnis des neuen Ortes in der Therme – zwischen Dampf, Duft und Wasser ein Raum, der daran erinnert, dass Wohlbefinden auch etwas mit Seele zu tun hat. Die Sessions im Mental Dome sollen bald über die App buchbar sein, noch ist es nur vor Ort an der Information möglich.


Die Welt der Kräuter in der Badewelt Euskirchen entdecken

Der März steht für Aufbruch und Neubeginn – die Tage werden heller, die Natur erwacht, und auch in der Therme Euskirchen lässt sich dieser Wandel bewusst erleben. Vom 9. bis 13. März lädt das Herbarium – Natur & Kräuter Festival zu einer besonderen Reise ein: in die Kraft der Pflanzen, in tiefe Entspannung und zu sich selbst.

Zwischen wohltuender Wärme, sanften Klängen und natürlichen Düften entfalten sich Momente, in denen Körper, Geist und Seele neue Balance finden. Internationale Gastaufgießer, eigens entwickelte Zeremonien und ein vielseitiges Programm aus Kräuteraufgüssen, Meditationen, Ritualen, Breathwork und Klangreisen machen die Natur in ihrer ganzen Vielfalt spürbar. Die Düfte von Rosmarin, Thymian, Hopfen und Birke erfüllen die Saunen, während sanfte Rhythmen eine Atmosphäre der Erdung und inneren Ruhe schaffen.

Ein besonderer Fokus liegt auf dem Mental Dome, der viele zentrale Herbarium-Rituale aufgreift. In diesem geschützten Raum für mentales und soziales Wohlbefinden erwarten die Gäste geführte Meditationen und Klangreisen, die die Kraft der Pflanzen mit innerer Klarheit verbinden.