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Aufführung in GesamtschuleMusical-AG des EFG in Euskirchen trotzt marodem Stadttheater

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Das Bild zeigt Schüler, die für eine Tanzaufführung in der Aula proben.

Die Musical-AG des EFG bringt wieder die gewohnte Mischung aus Theater und Tanz auf die Bühne – nur nicht im Stadttheater.

Weil das Stadttheater in Euskirchen sicherheitshalber wegen statischer Bedenken geschlossen ist, müssen die Gymnasiasten improvisieren.

Trotz großer organisatorischer Hürden bringt die Musical-AG des Emil-Fischer-Gymnasiums ihr neues Projekt „Die kleine Meerjungfrau“ auf die Bühne – wenn auch auf eine andere als geplant. Nachdem das Stadttheater kurz vor den Osterferien überraschend geschlossen werden musste, wird nun in der Aula der Geschwister-Graf-Gesamtschule gespielt. Und dort ist viel Improvisationstalent gefragt.

Zwischenzeitlich stand sogar die gesamte Produktion vor einer ungewissen Zukunft. Doch Aufgeben kam für die Beteiligten nicht infrage. „Es ist nicht einfach, aber die Stadt unterstützt uns, wo sie nur kann. Und die Gesamtschule erst recht“, sagt Julia Vossel, die die Aufführung wieder mit ihrer Kollegin Heike Evertz geplant und initiiert hat – wenn auch anders als ursprünglich geplant.

Aufführungen der Musical-AG sind dieses Mal nicht öffentlich

Denn anders als in den vergangenen Jahren ist die Aufführung weder am Donnerstag noch am Freitag öffentlich. Eine Abendkasse wird es nicht geben. Der Grund: Die Aula der Gesamtschule ist viel kleiner als das Stadttheater, und deshalb konnten Karten nur an die Eltern der Mitwirkenden verkauft werden.

Die kurzfristige Verlegung bedeutete aber auch für alle Beteiligten einen enormen Mehraufwand. Proben mussten auf verschiedene Orte verteilt werden, ein Umzugsunternehmen transportierte Kulissen, Requisiten und Kostüme zur neuen Spielstätte, und viele bereits gebaute Bühnenelemente konnten aufgrund der veränderten Bühnenbedingungen nicht genutzt werden.

Das Bild zeigt eine Szene während der Probe für die beiden Aufführungen in Euskirchen.

Die Musical-AG des Emil-Fischer-Gymnasiums muss bei ihrer Aufführung in diesem Jahr ganz viel improvisieren.

„Die Situation verlangte viel Flexibilität und zusätzliche Arbeit“, sagt Lehrerin Evertz. Besonders beeindruckt zeigten sich die Verantwortlichen vom Engagement der Schülerinnen und Schüler, die die Veränderungen mit großer Geduld und Einsatzbereitschaft mitgetragen haben.

Die Musical-AG des Emil-Fischer-Gymnasiums besteht bereits seit 2012 und vereint verschiedene kreative Bereiche miteinander. Für Drehbuch und Schauspiel ist Evertz verantwortlich, die Tanzgruppen werden von Julia Vossel geleitet, während Frauke Strang mit der Kunst-AG Bühnenbild und Requisiten gestaltet. Andrea Theilmann kümmert sich um Kostüme und Catering bei den Aufführungen. Die Technik liegt traditionell in Schülerhand.

Insgesamt wirken 150 Schüler an der Produktion mit

Insgesamt wirken rund 150 Schülerinnen und Schüler der Klassen 5 bis Q1 an der Produktion mit. Viele von ihnen engagieren sich bereits seit mehreren Jahren in der AG. Ein besonderes Merkmal des Projekts: Es gibt kein Casting oder Auswahlverfahren. Alle Interessierten sind eingeladen, sich einzubringen und Teil der Gemeinschaft zu werden.

Das diesjährige Stück erzählt die Geschichte der Meerjungfrau Lunelle, die mit ihrem Freund Nilo die Menschenwelt erkundet, um die wahre Liebe zu finden. Dabei begegnet sie den Prinzen Cassian und Elion – doch welcher der beiden wird ihr Herz gewinnen?

Die Hauptrollen übernehmen Paula Müller und Anastasia Killer als Lunelle, Mara Spurzem und Lennox Braun als Prinz Cassian sowie Oskar Uelpenich und Valentina Falkenberg als Prinz Elion. Als Erzählerfigur Elu stehen Nils Hancke und Magdalena Köstner auf der Bühne, während Bella Caspari und Lotta Kleditz Elu als Stimme von Lunelle verkörpern.

Drei Tanzgruppen zeigen unterschiedliche Choreographien

Auch tänzerisch bietet die Produktion wieder ein abwechslungsreiches Programm. Drei Tanzgruppen unterschiedlicher Altersstufen präsentieren Choreographien von Hip-Hop bis Contemporary. Viele Tänzerinnen und Tänzer bringen langjährige Erfahrung mit, und auch spektakuläre Akrobatikelemente dürfen nicht fehlen.

Mit viel Liebe zum Detail sind Kulissen, Requisiten und zahlreiche Kostüme in Eigenarbeit der Kunst-AG entstanden. Beeindruckend: die großen Leinwände, die von den langjährigen AG-Mitgliedern Violetta Neufeld und Clara Schöfer gestaltet worden sind.

Aufgrund der besonderen Bedingungen müssen die Zuschauerinnen und Zuschauer jedoch auf einige vertraute Elemente verzichten: Die Big Band und der Chor können in diesem Jahr wegen der kleineren Bühne und der begrenzten Platzverhältnisse leider nicht teilnehmen.

„Trotz aller Einschränkungen überwiegt bei den Beteiligten die Vorfreude“, sagt Julia Vossel. Zwei bunte Vorstellungen voller Musik, Tanz und Theater sollen das Publikum begeistern. Hinter der Bühne werde es sicherlich wieder das bekannte Chaos und Gewusel geben. „Und am Ende hoffentlich viele stolze Gesichter auf und hinter der Bühne“, sagt Kollegin Evertz.