Strahlender Sonnenschein und massig Kamelle – der Kinderzug durch die Innenstadt von Euskirchen wurde zum Highligh für Küfer Rodney (Smith).
KarnevalTausende Pänz und Küfer Rodney (Smith) feierten den Kinderzug in Euskirchen

Ein kunterbuntes Gewusel ist der Kinderzug in Euskirchen.
Copyright: Cedric Arndt
Die letzten Tage vor dem Euskirchener Kinderzug hat Küfer Rodney (Smith) sehr entspannt verbracht. Je näher sein zweiter großer Auftritt vor den Pänz der Kreisstadt jedoch rückte, desto weicher wurden dann doch seine Knie. Erst recht, als er die zahlreichen Jecken sah. „Jetzt, wo ich hier stehe und sehe, wie viele Menschen gekommen sind, um den Kinderzug zu sehen, werde ich schon ein wenig nervös“, gestand der Nachwuchsregent am Sonntagvormittag.
Tausende bunt kostümierte Jecken säumten die Straßen der Innenstadt, und der Sonnenschein ließ die Vorfreude schon vor dem Startschuss deutlich wachsen. Singend und tanzend hielten sich die kleinen und großen Karnevalsfreunde bei den niedrigen, einstelligen Temperaturen warm.
Kita Nordstraße bastelte tolle Glitzerkostüme
Die Kinder der Kita Nordstraße hatten mit ihren Kostümen aus silber- und goldfarbenen Rettungsdecken ein wirksames Mittel gegen die Witterung. „Wir wollten für die Kleinen schöne, glitzernde Kostüme. Da ist es natürlich praktisch, wenn sie gleichzeitig ein wenig warmhalten“, erklärte Tanja Rehner vom Kita-Elternbeirat. Schon beim Basteln der mit Stickern und bunten Pfeifenreinigern dekorierten Haarreifen zur Vollendung der Gewänder sei die Begeisterung des Nachwuchses spürbar gewesen.

Ob Alufolie auf dem Fahrradhelm oder Rettungsdecken: Mit ein wenig Fantasie wurden tolle Glitzerkostüme geschaffen.
Copyright: Cedric Arndt

Oh wie schön ist Karneval – ein Tänzchen darf da nicht fehlen.
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„Alle, die sich gemeldet hatten, um beim Kinderzug mitzulaufen, mussten nicht erst motiviert werden. Wir wussten, dass die Kita eine solche Aktion nicht allein während der Arbeitszeiten stemmen kann. Darum haben wir uns mit den Kindern in der Freizeit zusammengesetzt.“ Ein Einsatz, der sich angesichts der glänzenden Kostüme gelohnt hat.
Oeskerchener Märchentrupp hat sich als neue Gruppe angeschlossen
Neben zahlreichen Stammgästen, die den Kinderzug seit vielen Jahren begleiten, hat sich mit dem Oeskerchener Märchentrupp auch eine neue Gruppe angeschlossen. „Wir kommen ursprünglich aus Euskirchen, wohnen mittlerweile aber in Bad Homburg bei Frankfurt“, berichtete Nadine Schilling, die in den Vorjahren regelmäßig zum Rosenmontagszug zurückkehrte: „Da unsere Eltern immer noch hier wohnen, wollten wir die Gelegenheit nutzen, um unseren Kindern den rheinischen Karneval näherzubringen.“
Daher habe der Nachwuchs mithilfe zahlreicher Lieder die kölsche Sprache geübt. „Mein Lieblingslied ist ‚Kölsche Jung‘, das hat mir einfach richtig gut gefallen“, so Sohn Philipp. „Wir haben schon oft beim Zug zugesehen, aber jetzt wollten wir auch mal selbst mitlaufen und Kamelle verteilen.“ Einen Teil davon habe der Neunjährige zwar für sich selbst zurückgelegt, doch er habe ausreichend Süßigkeiten zum Werfen dabei.
Küfer Rodney erlebte den Euskirchener Kinderzug als Highlight
Wie dringend dieses Wurfmaterial am Sonntag benötigt wurde, stellten die kleinen und großen Zugteilnehmer bereits nach den ersten Schritten am Annaturmplatz fest. Bunt kostümierte Pänz, die Sammeltüten oft größer als sie selbst, schrien ihnen mit voller Stimmgewalt ihren Wunsch nach Kamelle entgegen.

In vollen Zügen genoss Küfer Rodney I. seinen Zoch.
Copyright: Cedric Arndt
Dabei rückten sie mit jeder Minute immer weiter in Richtung Straßenmitte vor, bis ein solches Gewusel entstand, dass die Zugteilnehmer einige Mühe hatten, sich ihren Weg durch die Menge zu bahnen. Zwar machten die Musiker des Tambourcorps der Feuerwehr, die den Kinderzug anführten, und auch die Musikzüge der Hovener Jungkarnevalisten und der Prinzengarde immer wieder den Weg frei – die Lücke schloss sich aber flott wieder.
Den krönenden Abschluss der kunterbunten Parade bildete Regent Küfer Rodney, der in seinem Cabrio ein wenig mehr Beinfreiheit genoss. „Ich habe während der Session mein Amt als Kommandant der Knübbelchen schon ein wenig vermisst und freue mich, wenn das alles bald wieder weitergeht. Aber der heutige Tag ist schon ein echtes Highlight für mich“, so der junge Regent. Elf volle Körbe mit Süßigkeiten habe er zum Kinderzug mitgebracht, die er verteilte. Nervosität? War da was? Der Küfer genoss seine Fahrt und seinen Zoch bis zum Ziel – und auch nachher noch bei der After-Zoch-Party im Casino in vollen Zügen.
„Es ist richtig schön zu sehen, wie viel Routine unser Team in den vergangenen fünf Jahren entwickelt hat, dass selbst eine Veranstaltung dieser Größenordnung so reibungslos geplant und durchgeführt werden kann“, freute sich Annika Pesch, die erneut gemeinsam mit ihrem Ehemann Marc Pesch die Leitung des Zuges übernommen hatte: „Wenn den Pänz das ganze Spektakel dann auch noch gut gefällt und das Wetter so schön mitspielt wie heute, bleiben keine Wünsche offen.“

