Abo

DalmacijaEuskirchener Restaurant ohne Ankündigung geschlossen – Verein bestohlen

3 min
Acht Mitglieder des Kegelklubs sitzen an einem Tisch.

Der Kegelklub „He stöbb et“ hat nach der Schließung des Euskirchener Restaurants Dalmacija ein neues Domizil gefunden, in der Gaststätte En d’r Kurv in Nemmenich.

Nach dem überraschenden Ende des Restaurants Dalmacija in Euskirchen mussten sich die betroffenen Vereine ein neues Domizil suchen. 

Quasi über Nacht ging die Geschichte des Restaurants Dalmacija in Euskirchen zu Ende. Vor einigen Wochen machte der Betrieb an der Münstereifeler Straße dicht, offenbar ohne Ankündigung. So jedenfalls schildern es Vertreter zweier Vereine, die von der Schließung überrascht wurden. Sie mussten sich notgedrungen nach einem neuen Domizil umsehen.

Alle Bemühungen, Kontakt zu den Betreibern des Speiselokals aufzunehmen, waren vergebens. Auch diese Zeitung erreichte niemanden mehr. Die Kreisverwaltung erklärte auf Anfrage, dass das Restaurant am 4. Mai sein Gewerbe abgemeldet habe.

Der Schachklub Turm stand plötzlich ohne Trainingsraum da

Zu den betroffenen Vereinen gehört der Schachklub (SK) Turm Euskirchen. Er hatte im Dalmacija über Jahre seine Spielabende abgehalten – bis zu dem Tag, an dem das Haus „Hals über Kopf seine Tore geschlossen“ habe. So formuliert es Dr. Michael Stöhr, der sich um die Öffentlichkeitsarbeit des Vereins kümmert.

Man sei regelrecht schockiert gewesen, denn der Schachklub stand plötzlich nicht nur ohne den gewohnten Trainingsraum da, sondern auch ohne Schachbretter, Spielfiguren und elektronische Uhren. Sie hatte man stets in einem gesicherten Stahlschrank im Dalmacija deponiert, der durch die Schließung nicht mehr erreichbar war.

Die teuren Digital-Schachuhren und weiteres Spielmaterial waren verschwunden.
Michael Stöhr, Schachklub Turm

Mithilfe des Vermieters, so Stöhr, hätten sich Vorstandsmitglieder dann doch Zugang zum Restaurant verschaffen können. Die Freude darüber sei allerdings schnell blankem Entsetzen gewichen. „Die teuren Digital-Schachuhren und weiteres Spielmaterial waren verschwunden“, berichtete Michael Stöhr der Redaktion. Der Schaden für den Verein sei immens.

Dank der guten Kontakte zu Bürgermeister Sacha Reichelt sei es dem Schachklub gelungen, eine Übergangslösung für die Spielabende zu finden. Trainiert wurde in den zurückliegenden Wochen in der Aula der Hermann-Josef-Grundschule, wo der Verein auch die Liga-Spiele seiner beiden Mannschaften ausrichtet.

Die Schachspieler treffen sich künftig in Stotzheim

Nun steht ein abermaliger Umzug bevor: Am Mittwoch, 24. Juni, treffen sich die Schachfreundinnen und -freunde erstmalig im Hotel Klosterhof am Jakobsweg in Stotzheim. Von 17 Uhr an spielen die Jugendlichen, um 19 Uhr sind die Erwachsenen an der Reihe.

Wie den SK Turm traf das unerwartete Ende des Restaurants Dalmacija auch den Kegelklub „He stöbb et“. „Von heute auf morgen war dort Schluss, ohne Vorwarnung“, sagt Schriftführer Franz Floß, der mit seinen Kegelbrüdern alle 14 Tage donnerstags in dem Restaurant kegelte, das über vier Bahnen verfügt. Vor ein paar Wochen stand man dann vor verschlossener Tür.

Hinweise zu den Gründen gab es nicht. „Wir haben noch E-Mails geschrieben, ohne Erfolg“, erzählt Floß von den misslungenen Versuchen, die Betreiber zu erreichen. Das überraschende Aus habe auch andere Kegelklubs getroffen, erzählt Floß.

„He stöbb et“ sei noch halbwegs gut aus der Sache herausgekommen: Der Klub kegelt jetzt in Nemmenich, in der Gaststätte En d’r Kurv. „Wir sind sehr froh, dass wir dort kurzfristig untergekommen sind. In Euskirchen sind ja fast alle Kegelbahnen verschwunden.“ Der Zülpicher Ortsteil habe den Vorteil, dass er über die Bördebahn mit dem Zug erreichbar sei. Eines wurmt die Kegler von „He stöbb et“ aber. Auf ihrer Bahn im Dalmacija hänge noch ein großformatiges Gruppenbild von ihnen. „Das hätten wir sehr gerne zurück“, sagt Franz Floß.


Schachklub schafft den Klassenerhalt

Bei allem Ärger über den Verlust der bisherigen Trainingsstätte hat der Schachklub Turm auch Erfreuliches zu vermelden: Die erste Mannschaft sicherte sich am letzten Spieltag in der Regionalliga den Klassenerhalt. Dafür reichte ein Unentschieden im Auswärtsspiel gegen Herzogenrath, wie der zweite Vorsitzende Ralf Blumenthal berichtet. Der zweiten Mannschaft gelang als Meister der 1. Kreisklasse West der Aufstieg in der Bezirksklasse.