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Neuer RomanEuskirchenerin Lena Demeul schreibt über und für Frauen

3 min
Lena Demeul trägt einen schwarzen Pullover und lächelt.

Ihren zweiten Roman hat Lena Demeul vorgelegt. Er handelt von Liebe und Enttäuschung, vor allem aber von der Kraft der Freundschaft unter Frauen. privat/Lena Demeul

Die Euskirchener Autorin Lena Demeul schreibt mit leichter Hand über Frauenprobleme und Frauenfreundschaften. Jetzt ist ihr zweites Buch erschienen. 

Rache ist süß, sagt man. Sie kann aber auch bitter sein, genauer gesagt zartbitter. Vor allem dann, wenn es um die kleinen und großen Boshaftigkeiten einer tief verletzten Frau geht. „Rache zartbitter“ ist denn auch der Titel des Romans, den die Euskirchenerin Lena Demeul geschrieben hat. Ihr zweites Buch, das erste hieß „Leichtfüßig geht nur mit aller Kraft“. Typische Frauenliteratur, was für die Autorin aber ein durchaus positiv besetzter Begriff ist. „Frauen sind stark, weil sie sich mit ihren Schwächen auseinandersetzen. Männer wollen darüber nichts lesen“, sagt sie.

Aus Rache verstopft die Protagonistin Toiletten verstopft

Auf den ersten Blick hat Britta Sommer, die Protagonistin von „Rache zartbitter“, eher Stärken als Schwächen. Erfolgreich im Beruf, parkettsicher und selbstbewusst im Auftreten, ist ihr die Opferrolle nicht auf den Leib geschrieben. Und doch tappt sie in die Falle, es einem Mann in allem rechtmachen zu wollen und die eigenen Bedürfnisse aus den Augen zu verlieren. Sich selbst „verzwergen“ nennt die Autorin das, und sie sieht das als ein typisches Frauenproblem.

Als irgendwann das Maß voll ist, inszeniert Britta den Auszug aus der gemeinsamen Wohnung als Knalleffekt. Um dem Ordnungsfanatiker eins auszuwischen, verstopft sie die Toiletten und verstreut Staub auf den Designermöbeln. Man mag das kindisch finden, wirkungsvoll ist es. Jedenfalls in diesem Roman. Für Britta Sommer ist es der Weg in ein neues, wieder selbstbestimmtes Leben.

Ich versuche, Empathie in den Leserinnen zu wecken, damit sie die Personen spüren können.
Lena Demeul

Und weil die Rache eben doch auch süß geschmeckt hat, steht sie in der Folge anderen Frauen bei, die von Männern schlecht behandelt werden. Da geht es um sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz, um häusliche Gewalt oder auch schlicht um einen netten jungen Mann mit einer übergriffigen Mutter. Vor allem aber geht es darum, was Frauen bewirken können, wenn sie zusammenhalten. Und um den Wert der Freundschaft.

Lena Demeul – der Autorenname ist ein Pseudonym – hat viele Jahre als private Arbeitsvermittlerin und Bewerbungscoach gearbeitet. „Ich habe ein Faible für Menschen“, sagt sie. In ihrer Arbeit habe sie gelernt, zu beobachten, hinzuhören, sich in andere hineinzuversetzen. Diese Erfahrung fließe in ihr Schreiben ein: „Ich versuche, Empathie in den Leserinnen zu wecken, damit sie die Personen spüren können.“

Nach mehr als 20 Jahren Selbstständigkeit hat Demeul ihren Beruf aufgegeben und drei Jahre lang an einer Fernuniversität Belletristisches Schreiben studiert. Das klingt nach Zielstrebigkeit und nach einem krassen Gegenentwurf zu den Frauen in ihren Büchern. „Ich musste mich auch erst entzwergen“, gesteht die Autorin, die ungern Privates preisgibt. „Aber das war in meinem ersten Leben.“

Lieber spricht sie über den Kampf, ein Buch bei einem Verlag unterzubringen. Den hat sie mittlerweile aufgegeben und beide Romane im Selbstverlag veröffentlicht. Ihr erster Leser, erzählt sie, sei immer ihr Mann. Der mache dann Anmerkungen. „Und wenn er recht hat mit seiner Kritik, ändere ich dann auch die Stelle.“ Demeuls Werke „Rache zartbitter“ und „Leichtfüßig geht nur mit aller Kraft“ gibt es im Buchhandel und als E-Book. www.lena-demeul.de