25 Jecke aus Flamersheim und Arloff-Kirspenich fliegen im Ornat zum Feiern nach Mallorca – ein närrischer Spagat zwischen Frohsinn und ökologischem Fußabdruck.
Nubbel vs. ÖkobilanzDie Reise der Dreigestirne zum Ballermann ist mehr als eine jecke Idee


Dreigestirn auf dem Weg nach Mallorca: Prinz Tanja I. (Krüger), Bauer Renate I. (von Hülsen) und Jungfrau Nicole I. (Jerhoff) fliegen für ein paar Stunden zum Ballermann.
Copyright: Tom Steinicke
Morgens am Flughafen Köln/Bonn, zwei Stunden später auf Mallorca – und abends wieder zurück. 25 Karnevalisten aus Flamersheim und Arloff-Kirspenich machen sich auf, um für ein paar Stunden im Bierkönig zu feiern. Im Ornat, versteht sich. Ein symbolischer Auftritt, irgendwo zwischen kölscher Mission und klimapolitischem Sündenfall.
Natürlich kann man das für „bekloppt“ halten. Für ein paar Stunden Sonne und Sangria gleich zwei Flüge – das klingt nach einer Kurzgeschichte aus der Rubrik „Dinge, die man eigentlich lassen sollte“.
Der ökologische Fußabdruck dürfte so groß sein, dass er auch mit der Verbrennung des Nubbels nur schwer auszugleichen ist – und die Strohpuppe, die am Veilchendienstag in Flammen aufgeht, ist bekanntlich an allen karnevalistischen Sünden schuld. In Zeiten, in denen Fliegen fast schon als moralische Provokation gilt, wirkt so eine Aktion wie ein Rückfall in alte Zeiten.
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Es fliegt mehr als ein Haufen Feierwütiger
Aber ganz so einfach ist es nicht. Denn hier fliegt nicht nur ein Haufen Feierwütiger, hier fliegt ein Stück rheinische Seele der Sonne entgegen. Diese unverwechselbare Mischung aus Übermut, Selbstironie und Lebensfreude, die selbst dann noch „Alaaf!“ ruft, wenn der Rest der Welt den Kopf schüttelt. Für die Beteiligten ist das keine Spinnerei, sondern Leidenschaft: Einmal den Karneval dorthin tragen, wo sonst mit Sangria statt mit Kölsch angestoßen wird – als Statement, als Spaß, als Erinnerung.
Und ja: Es steckt auch etwas Rührendes darin. Denn wer Karneval liebt, weiß, dass er mehr ist als nur Feiern. Es geht um Zusammenhalt, um Gemeinschaft, um dieses „Mir sin eins“, auch 1200 Kilometer entfernt vom Fastelovend.
Vielleicht ist das der Zwiespalt unserer Zeit: zwischen dem Wunsch nach Freude und der Pflicht zur Vernunft, zwischen Herz und CO₂-Bilanz, zwischen rheinischem Frohsinn und globaler Verantwortung.

