Euskirchen – Stefan Binder ist neuer Konrektor des Euskirchener Gymnasiums Marienschule. Der 38-Jährige löst Martin Rittner ab, der sich nach rund siebeneinhalbjähriger Amtszeit in den Ruhestand verabschiedet hat. Binder ist seit 2007 an der Marienschule tätig, er unterrichtet die Fächer Sport und Deutsch.
Natürlich, so Binder, habe er Sorge, dass sich sein guter Kontakt zu den Schülern verändere, wenn er nun weniger Unterricht gebe. „Aber es überwiegt das positive Argument, dass ich das Schulleben für die Schüler gestalten kann“, sagt er: „Wenn man sieht, was derzeit in der Schullandschaft passiert, ist der Posten des stellvertretenden Leiters eine gute Möglichkeit, diesbezüglich aktiv zu sein.“ Es sei ihm wichtig, dies an der Marienschule zu tun, da er sich dort besonders wohlfühle.
Sein Vorgänger habe große Fußstapfen hinterlassen. Er wolle nicht hineintreten, aber sich an der Arbeit Rittners orientieren – und hier und da auch neue Fußabdrücke setzen. In den vergangenen Jahren engagierte sich Binder bereits in Sachen Schulentwicklung. Besonders am Herzen liege ihm die Medienerziehung an der Marienschule, deren Konzept er miterarbeitet hat. So sei es etwa wichtig, Strukturen zu entwickeln, mit denen schnell auf Aktivitäten in den sozialen Netzwerken reagiert werden könne.
Außerdem müsse der Ganztagsunterricht rhythmisiert werden. „Im Schuljahr 2016/17 wird eine Schulstunde bei uns probeweise 60 statt 45 Minuten dauern“, nennt er ein Beispiel.
„Ich möchte authentisch bleiben“, betont der neue „Vize“. Marienschuldirektor Jürgen Antwerpen und Binder kennen sich bereits vom Rheinbacher Vinzenz-Pallotti-Kolleg. „Als ich dort erstmals Klassenlehrer wurde und mein Sohn als Schüler auf die Schule kam, wurde auch Herr Binder dort Schüler“, erzählt Antwerpen. Unterrichtet hat er seinen heutigen Kollegen allerdings nie.
Zwischen Rittner und Binder sieht Antwerpen die Gemeinsamkeit, dass ihnen das Wohl der Schüler besonders am Herzen liege. Über Rittner sagt er: „Wir sind konkurrierend an die Marienschule gekommen. Daraus ist mittlerweile eine Freundschaft mit einem großen Vertrauensverhältnis geworden.“
Binder spielt in seiner Freizeit Fußball bei den Alten Herren des SV Mutscheid. Zeitweise war er beim VfL Rheinbach als Jugendtrainer aktiv. Während des Studiums, so erzählt er, habe sich sogar die Möglichkeit ergeben, die Trainerlaufbahn beruflich zu verfolgen. Doch ihm seien eine Familie und eine sichere Zukunft wichtiger gewesen: „Ich wollte meinen Kindern keine dauernden Umzüge antun.“ Heute lebt der gebürtige Rheinbacher mit seiner Frau, dem dreijährigen Sohn und der sechsjährigen Tochter in Odendorf.