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Zum 30. Geburtstag„Alarm für Cobra 11“ - Spektakuläres Fantreffen in Euskirchen

5 min
Ein Auto explodiert auf einem Parkplatz.

Eine Explosion durfte beim Fantreffen anlässlich des 30. Geburtstags der Serie Alarm für Cobra 11 nicht fehlen, zur Freude des Publikums.

Auf dem Gelände der Stuntfirma „Production Concept“ in Euskirchen wurde Fans der Serie ein Wiedersehen mit den Actionhelden ermöglicht.

Spektakuläre Explosionen, sich überschlagende Autos und spannende Verfolgungsjagden gehörten über Jahrzehnte zum Alltag in der Fernsehserie „Alarm für Cobra 11“. Zwar wurden die aktuell letzten Filme des Action-Klassikers vor mittlerweile zwei Jahren und die zumindest vorzeitig letzten Episoden der Serie schon vor fünf Jahren abgedreht, doch die explosiven Bilder, die bei den Produktionen Tag für Tag entstanden, bringen viele Fans auch heute noch zum Schwärmen.

Anlässlich des 30. Geburtstages der Serie wurde den Fans nun auf dem Gelände der Stuntfirma „Production Concept“ in Euskirchen ein Wiedersehen mit den Actionhelden ermöglicht. Am Samstagnachmittag konnten sich Zuschauer und Schauspieler gemeinsam über ihre Lieblingsfolgen austauschen und eine Stuntshow bestaunen.

Für Euskirchener Fans wurde ein Traum war

„Ich war erst fünf Jahre alt, als ich mich das erste Mal zu meiner Mutter vor den Fernseher gesetzt habe und meine erste Folge Alarm für Cobra 11 gesehen habe“, erinnert sich Serienfan Ilias Ezzagnouni: „Davor habe ich nur Kinderserien geguckt, aber seitdem wollte ich nur noch Cobra 11 sehen.“ Die Serie habe in ihm den Wunsch geweckt, selbst Polizist zu werden. Jedoch habe er sich für seinen Arbeitsalltag deutlich weniger Action und eine ruhigere Streife erhofft.

Die schwarz gekleidete Darstellerin drückt einen Mann auf die Motorhaube eines Autos.

Stellte einen Bösewicht: Schauspielerin Pia Stutzenstein.

Auch der Humor, der zum täglichen Leben der fiktiven Autobahnpolizisten dazugehörte, habe sie für die Serie begeistert, fügte Freund Dimi Mofridis hinzu: „Schauspieler wie Tom Beck waren für mich in ihrer Rolle echte Legenden, wie sie in den Folgen gespielt haben und immer einen passenden Spruch gebracht haben.“ Teile des Casts live erleben zu können, sei daher ein tolles Erlebnis. „Mit den Menschen reden zu können, die man sonst nur im Fernsehen sieht, ist ein bisschen wie ein Fiebertraum. Ein Moment, den ich festhalten möchte, einfach unbeschreiblich schön.“

Für Veranstalter war Cobra 11-Fantreffen eine Herzensangelegenheit

Ermöglicht wurde diese Zusammenkunft durch die Initiative von Marcel Path. Der Geschäftsführer der Agentur „Talk and Talent“ hat es sich zur Aufgabe gemacht, deutsche Schauspielerinnen und Schauspieler sowie die Synchronsprecher internationaler Stars für die Fans erlebbar zu machen. Bei „Cobra 11“ sah er dringenden Nachholbedarf. „Leider hat RTL in diese Richtung in den ganzen Jahren so gut wie nichts selbst unternommen. Darum habe ich es in die Hand genommen, ein solches Event auf die Beine zu stellen. Nach 30 Jahren darf so etwas einfach nicht fehlen.“

Vieles an der Serie habe ihn selbst begeistert, weshalb sich das Fantreffen zu einer echten Herzensangelegenheit entwickelt habe. „Für mich spielt Cobra 11 auf Hollywood-Niveau. Besonders der Verzicht auf Künstliche Intelligenz, und dass alle Actionszenen komplett in echter Handarbeit entstehen, haben mich sehr beeindruckt.“

Das Bild zeigt Autos mit Kameravorrichtungen auf dem Dach.

Auch alte Technik wurde den Fans präsentiert.

Umso mehr konnten sich Path und die zahlreichen zum Fantreffen erschienenen Actionfreunde über die Zusammenarbeit mit der Stuntfirma „Production Concept“ freuen. „Wir haben über viele Jahre an unserem damaligen Standort in Hürth die Stunts für Alarm für Cobra 11 durchgeführt. Und nach so langer Zeit hängt natürlich auch das Herz an einer solchen Produktion“, betonte Benedikt Eisenstecken, der die Serie in seiner gesamten Laufbahn vom Praktikanten bis zum Produktionsleiter begleitete.

Allein in den ersten zehn Jahren seien rund 1500 Fahrzeuge, von normalen Pkws bis hin zu Wohnwagen und Lkws, gecrasht, durch die Luft geschleudert worden oder in riesigen Feuerbällen explodiert, wie das Team anhand einer Strichliste festgehalten habe. „Irgendwann werden einzelne Stunts fast zur Fließbandarbeit, die Faszination ging dabei aber nie verloren.“

Erdoğan Atalay und Pia Stutzenstein bieten Show in Euskirchen

Eine Faszination, die die Besucher bei einer Stuntshow sogar hautnah miterleben konnten. „Für die heutige Show haben wir eine sehr unkomplizierte Variante gewählt, da sich das Auto, das später explodieren wird, nicht bewegen muss“, erklärte Marcel Vietzke, der seit mehr als zehn Jahren als Pyrotechniker arbeitet und mit Kollege Robert Eil die technischen Voraussetzungen für die Liveshow gelegt hatte.

Unter der Haube habe das scheinbar noch fahrtüchtige, in Wahrheit aber längst schrottreife Gefährt keinen Motor, sondern lediglich Mörser und Gaskartuschen, die das Feuerspektakel in Gang setzen sollen. „Das alles ist mit unserer Routine in einem halben Tag erledigt. Szenen aus der Serie mit Verfolgungsjagden sind aber schon deutlich aufwendiger.“

Schauspieler Erdogan Atalay und Pia Stutzenstein stehen und knien mit gezückter Waffe an einem Polizeiauto.

Live erleben konnte das Publikum Erdoğan Atalay und Pia Stutzenstein.

Doch selbst diese kurze Vorbereitungszeit genügte, um den mit Handykameras ausgerüsteten Fans eine Show zu liefern. Die beiden Serienhelden Erdoğan Atalay und Pia Stutzenstein, die beide erst wenige Minuten vor ihrem Auftritt über den genauen Ablauf informiert wurden, begaben sich auf Verbrecherjagd.

Ein Mann fällt mit seinem Fahrrad über ein Auto.

Einen spektakulären Fahrradsturz gab es auch zu sehen.

Mit quietschenden Reifen brachten sie ihr Polizeifahrzeug auf dem Gelände zum Stehen und begannen mit gezückten Pistolen mit der Verfolgung. Eine wilde Schießerei entbrannte, das Fahrrad eines der Übeltäter wurde getroffen und dieser, ebenfalls ein erfahrener Stuntman, über die Motorhaube eines anderen Fahrzeuges geschleudert. Den Höhepunkt bildete dann die Explosion des zuvor präparierten Pkw, der mit ohrenbetäubendem Lärm zunächst in Flammen aufging und im Anschluss mit Hilfe eines kleinen Katapults auf das Fahrzeugdach geworfen wurde. Das Publikum jubelte.

Erdoğan Atalay setzt sich für Kölner Hilfswerk „Arche“ ein

Zwischen all dieser Begeisterung nutzte Schauspieler Erdoğan Atalay zudem die Gelegenheit, sich für das Kölner Kinder- und Jugendwerk „Arche“ einzusetzen. „In Deutschland, einem der reichsten Industrieländer der Welt, leben mehrere Millionen Kinder an der Armutsgrenze, die dringende Förderung brauchen, durch die Untätigkeit der Politik aber meist an den gesellschaftlichen Rand befördert werden.“

Seit 30 Jahren engagiere er sich bereits für die Stiftung. Daher sei es selbstverständlich, einen Großteil der Gewinne des Fantreffens diesem Projekt zu spenden. „An der Situation muss sich dringend etwas ändern. Darum bin ich schon lange für eine Art Social-Card, die es Kindern und Jugendlichen ermöglicht, am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen.“

So entwickelte sich das Fantreffen zum 30. Geburtstag der Serie „Alarm für Cobra 11“ für alle Beteiligten zu einem Spektakel, das zwischen all den Explosionen auch Zeit für ernstere Gesellschaftsthemen fand.