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SPD-Bürgermeisterkandidat in EuskirchenPolitikneuling fordert Friedl heraus

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Euskirchen – Die SPD schickt in Euskirchen einen Politikneuling ins Rennen um den Bürgermeisterposten. Die Delegierten der Ortsvereine Euskirchen und Stotzheim nominierten am Dienstagabend einstimmig den 27 Jahre alten Michael Möwes als ihren gemeinsamen Kandidaten. Möwes, der in Sankt Augustin (Rhein-Sieg-Kreis) lebt, ist erst „vor einigen Tagen“ in die Partei eingetreten, wie er auf Anfrage sagte.

Am 13. September wird er gegen Amtsinhaber Dr. Uwe Friedl (CDU) und Dorothee Kroll (Bündnis 90/Die Grünen) antreten. Die SPD hatte lange Zeit vergeblich nach Bewerbern gesucht. Möwes erfuhr durch eine Fernsehsendung von den Nöten der Genossen. Er wandte sich umgehend an die Stotzheimer Parteivorsitzende Thea Rabe und den Euskirchener Ratsfraktionschef Josef Schleser.

Schließlich waren es sogar fünf Aspiranten, die ihr Interesse bekundeten. Die Vorstände der beiden Ortsvereine sprachen sich für Möwes aus. Die 23 Delegierten, die sich am Dienstag im Casino versammelten, schlossen sich diesem Vorschlag an.

„Nach 16 Jahren Friedl braucht die Stadt den Wechsel“

„Es ist Zeit, Euskirchen wieder mit einem roten Rathaus auszustatten“, sagte Möwes in seiner Vorstellungsrede. „Nach 16 Jahren mit Bürgermeister Friedl braucht die Stadt den Wechsel. Mit Euch“, so der Jungpolitiker zu seinen Genossen, „will ich Euskirchen endlich wieder attraktiv und erfolgreich machen.“

Möwes, gebürtiger Bonner, lebte als Kind einige Zeit in Kall-Urft, seit rund 20 Jahren ist er in Sankt Augustin zu Hause. „Im Falle eines Wahlsieges würde ich nach Euskirchen ziehen“, sagte er. Der frischgebackene Kandidat ist ledig, hat an den Universitäten Duisburg/Essen und Münster Politikwissenschaften studiert und arbeitet derzeit für eine Sportmarketingfirma in Köln.

„Ich wollte immer schon politisch aktiv werden, jetzt möchte ich die Chance ergreifen“, so Möwes. Er sei bereit, „einen intensiven und zeitaufwendigen Wahlkampf zu machen“, erklärte er und schoss gleich kleine Giftpfeile gegen Bürgermeister Friedl ab. „Die Mitarbeiter der Stadtverwaltung fühlen sich von ihrem Dienstherrn nicht mitgenommen. Der Krankenstand im Rathaus ist enorm, deshalb müssen die Strukturen in der Verwaltung geändert werden.“

Der Vorsitzende des SPD-Ortsvereins Euskirchen, Stefan Schmitz, stieß ins gleiche Horn, und zwar mit einem Wortspiel: „In Euskirchen ist nicht alles Friedl, Freude, Eierkuchen“, sagte Schmitz, der in der sich anschließenden Mitgliederversammlung nicht mehr als Parteichef kandidierte (siehe „Neue Parteispitze“).

In der Person von Michael Möwes habe die Partei einen „Gegenentwurf zum Amtsinhaber gefunden“, so Schmitz. „Er ist jung, kommunikativ und offen für Veränderungen.“

Was qualifiziert den Kandidaten nach seiner eigenen Einschätzung für die Arbeit als Verwaltungsleiter und Stadtoberhaupt? Zum einen sein Studium, zum anderen „gehe ich gerne auf Leute zu. In den 13 Jahren, die ich als Fußballschiedsrichter aktiv bin, habe ich viele Menschen und Mentalitäten kennengelernt. Das ermöglicht es mir, mich schnell und gut auf unterschiedliche Leute einzustellen.“