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Vandalismus bleibt ein ThemaVersehentlich Wand der Gesamtschule in Weilerswist eingerissen

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Das Luftbild zeigt das Areal der Gesamtschule in Weilerswist.

An der Gesamtschule in Weilerswist wird gerade gearbeitet. Dort entsteht ein Neubau.

Gleich mehrere Projekte und Entwicklungen beschäftigen die Gemeindeverwaltung in Weilerswist - auch die Tomberghalle in Vernich.

Gleich mehrere Projekte und Entwicklungen beschäftigen derzeit die Gemeindeverwaltung in Weilerswist. Neben unerwarteten Mehrkosten bei Baumaßnahmen an der Tomberghalle und der Gesamtschule sorgen auch wiederholte Fälle von Vandalismus und Sachbeschädigung für zusätzlichen Aufwand und finanzielle Belastungen.

Ein Beispiel dafür ist die Sanierung des Eingangsbereichs auf der Westseite der Tomberghalle. Ursprünglich war lediglich eine Erneuerung der beschädigten Pflasterfläche vorgesehen. Die Kosten wurden nach Angaben von Bürgermeister Dino Steuer zunächst auf rund 35.000 Euro geschätzt. Während der Bauarbeiten habe sich jedoch herausgestellt, dass die Schäden deutlich umfangreicher sind als angenommen.

Untersuchungen zeigen deutlich größere Schäden als angenommen

Dem Verwaltungschef zufolge waren die ersten sichtbaren Risse in der Pflasterfläche erst nach dem Winter 2025/26 aufgetreten. Bei den anschließenden Untersuchungen zeigte sich, dass nicht nur die Oberfläche betroffen war. Unter den Pflasterplatten fehlte eine fachgerechte Schottertragschicht. Stattdessen wurde überwiegend ungeeignetes Bodenmaterial vorgefunden, das nun vollständig ausgetauscht werden musste.

Zusätzlich stießen die Bauarbeiter auf alte Ablagerungen und Bauschutt aus früheren Bauphasen der 1980er-Jahre. Diese Materialien mussten getrennt und fachgerecht entsorgt werden. Darüber hinaus wurden weitere Mängel festgestellt, unter anderem beim Feuchtigkeitsschutz angrenzender Fundamente sowie bei Teilen der Entwässerung. Um spätere Schäden zu vermeiden, wurden auch diese Arbeiten unmittelbar mit ausgeführt.

Das Bild zeigt eine provisorisch abgedichtete Wand an der Gesamtschule.

An der Gesamtschule werden alte Gebäudeteile abgerissen. Dabei ist auch ein Missgeschick passiert. Eine Wand wurde zuviel abgerissen.

Die Kosten der Maßnahme erhöhen sich laut Steuer dadurch nach aktuellem Stand auf rund 60.000 Euro. Nach Einschätzung der Gemeinde wären Teile der nun erforderlichen Arbeiten vermeidbar gewesen, wenn die ursprüngliche Ausführung den heute geltenden technischen Standards entsprochen hätte. Die Verwaltung entschied sich bewusst dafür, sämtliche festgestellten Mängel nun vollständig zu beheben, um eine langfristig tragfähige Lösung zu schaffen.

Auch auf der Baustelle im Bereich der Gesamtschule kam es zu Verzögerungen und zusätzlichen Aufwendungen. Ursache dafür war unter anderem ein Wechsel beim ausführenden Unternehmen. Zwischen Auftragsvergabe und Beginn der Arbeiten wurde die beauftragte Firma von einem anderen Unternehmen übernommen. Die Umstellung der betrieblichen Abläufe führte nach Angaben der Gemeinde zu Verzögerungen bei Vorbereitung und Durchführung der Maßnahme.

Das Bild zeigt die Baustelle an der Tomberghalle.

Die Gemeinde Weilerswist musste an der Tomberghalle in Vernich kleine Mängel aufwendig sanieren.

Bereits vor dem Abriss waren umfangreiche Untersuchungen vorgenommen worden, um Materialien und Entsorgungsaufwand möglichst genau einschätzen zu können. Während der eigentlichen Arbeiten wurden jedoch weitere Baustoffe entdeckt, die zuvor nicht vollständig erfasst worden waren. Diese mussten entsprechend der gesetzlichen Vorgaben getrennt und fachgerecht entsorgt werden, was zusätzlichen Zeit- und Kostenaufwand verursachte.

Hinzu kam ein menschlicher Fehler auf der Baustelle: Eine Wand, die ursprünglich erhalten bleiben sollte, wurde versehentlich abgerissen. Die Gemeinde kündigte an, die Wand wieder fachgerecht herstellen zu lassen. Trotz der zusätzlichen Herausforderungen halte man am Ziel fest, den Schulstandort langfristig zukunftsfähig weiterzuentwickeln – allerdings mit deutlicher Verzögerung. Das Acht-Millionen-Euro-Projekt wird – Stand jetzt – neun Monate später fertig als geplant.

Vandalismus bleibt ein Weilerswist ein großes Thema

Neben den laufenden Bauprojekten bereitet der Verwaltung zunehmend ein anderes Thema Sorgen: Vandalismus und Sachbeschädigungen im öffentlichen Raum. In den vergangenen Monaten wurden wiederholt Sitzgruppen beschädigt, Müllbehälter in Brand gesetzt und Abfälle illegal in Wald- und Grünflächen entsorgt.

Auch Informationstafeln, unter anderem am Gemeindeacker, wurden beschädigt. Besonders betroffen war zuletzt der Schulhof der Grundschule Vernich, wo Spielgeräte mutwillig zerstört wurden.

Das Bild zeigt zahlreiche Schmierereien am Pumptrack.

Schön ist anders: Graffiti – oder besser Sprühereien – am Pumptrack in Weilerswist.

Die Schäden treffen nach Angaben der Gemeinde unmittelbar das Gemeindevermögen und verursachen erhebliche Folgekosten. Mitarbeiter des Bauhofs seien regelmäßig damit beschäftigt, beschädigte Anlagen zu sichern, zu reparieren oder zu ersetzen. Dadurch würden personelle Kapazitäten gebunden, die an anderer Stelle dringend benötigt würden, so Bürgermeister Steuer.

Neben den Reparaturkosten entstehen zusätzliche Ausgaben für Material, Ersatzbeschaffungen und externe Dienstleister. Jeder einzelne Schadensfall löse einen erheblichen Verwaltungsaufwand aus – von der Dokumentation über die Organisation der Reparaturen bis hin zur Abstimmung mit Versicherungen.

Gemeinde sieht Videoüberwachung als kritisch an

Im Zusammenhang mit Forderungen nach einer stärkeren Videoüberwachung weist die Gemeinde auf rechtliche und praktische Grenzen hin. Kameras könnten zwar in Einzelfällen abschreckend wirken, führten aber nicht automatisch zur Identifizierung von Tätern. Zudem unterliege die Überwachung öffentlicher Bereiche strengen datenschutzrechtlichen Vorgaben und könne nur unter engen Voraussetzungen umgesetzt werden.

Die Gemeinde setzt deshalb weiterhin auf eine Kombination aus schneller Schadensbeseitigung, Präventionsmaßnahmen, guter Beleuchtung öffentlicher Bereiche sowie einer engen Zusammenarbeit mit Polizei und Ordnungsbehörden. Gleichzeitig appelliert die Verwaltung an die Bevölkerung, verdächtige Beobachtungen zu melden und gemeinsam Verantwortung für öffentliche Einrichtungen zu übernehmen.

„Unser Ziel ist klar: Wir wollen öffentliche Räume erhalten und schützen, die allen gehören und von allen genutzt werden“, betont Bürgermeister Steuer. Dafür brauche es neben kommunalen Maßnahmen vor allem auch die Aufmerksamkeit und Unterstützung der Bürger.