Eigentlich ist es ein kleines Problem: Schon seit dem Frühjahr funktionieren an der Enzener Straße in Linzenich einige Straßenlaternen nicht. Doch für die Anwohner, vor allem die älteren, wird es jetzt zum großen Problem. Denn in der Dunkelheit, die mittlerweile früh einsetzt, könnten sie rasch stolpern und stürzen.
Westnetz sagt Reparatur bis Ende der Woche zu
Zuständig für die Straßenbeleuchtung ist Westnetz. Das Unternehmen hat jetzt zugesagt, dass spätestens Ende der Woche die Straßenbeleuchtung wieder funktionieren soll. Bis dahin war es allerdings ein langer Weg, wie Wolfgang Masche schildert. Seine 88-jährige Schwiegermutter wohnt an der Enzener Straße, Masche hatte sich deshalb um eine Lösung bemüht und nicht nur Westnetz, sondern auch den Erftverband und die Zülpicher Stadtverwaltung angeschrieben.
Der Erftverband hat in der Straße den Kanal erneuert. Die Arbeiten sind in dem betroffenen Abschnitt weitgehend abgeschlossen, die Straße ist für den Verkehr freigegeben. Allerdings fehlt noch die letzte Deckschicht der Fahrbahn, weil eine Wasserleitung noch nicht angeschlossen ist. So bleibt im Moment eine kleine, nur wenige Zentimeter hohe Kante am Rinnstein. Einen Bürgersteig, der diesen Namen verdienen würde, gibt es dort nicht, die Häuser stehen relativ dicht an der Fahrbahn. Auch die Zugänge zum Kanal ragen noch aus dem Boden. An einigen Stellen stehen noch Absperrungen.
Anwohner trauen sich im Dunkeln kaum aus dem Haus
Masche schildert die Situation so: „Aufgrund des absoluten ,Blindflugs‘ im freigegebenen Bereich sind insbesondere ältere und gehbehinderte Anwohner komplett davon abgehalten, nach Einbruch der Dämmerung ihr Haus zu verlassen. Sie werden dadurch effektiv von der Teilnahme am gesellschaftlichen Leben im Ort abgeschnitten.“
Seine Schwiegermutter geht regelmäßig zur Chorprobe. Sie sagt: „Für den Rückweg nehme ich immer eine Taschenlampe mit.“ Aber auch für die Kinder, die in den dunklen Morgenstunden zum Schulbus gingen, sei die Situation gefährlich, betont ihr Schwiegersohn.
Mails blieben unbeantwortet
Mehrere Mails, die Masche an Westnetz geschickt hat, blieben unbeantwortet. Die beiden Mail-Adressen, die er genutzt habe, seien für die Bearbeitung von Störungsmeldungen dieser Art nicht vorgesehen, teilte das Unternehmen nun auf Anfrage dieser Zeitung mit. Man bedauere „die entstandenen Einschränkungen für die Anwohnerinnen und Anwohner in der Enzener Straße sowie dass auf die eingegangene Nachricht keine Rückmeldung erfolgt ist“.
Bei den Baumaßnahmen sei ein Stromkabel der Beleuchtung beschädigt worden; es habe sich gezeigt, dass ein neues Kabel verlegt werden musste. Weiter heißt es von Westnetz: „Die abschließenden Montagearbeiten sollen voraussichtlich bis Ende dieser Woche erfolgen. Nach aktuellem Stand kann die Straßenbeleuchtung anschließend wieder ordnungsgemäß in Betrieb genommen werden.“ Tatsächlich war am Montag ein Bauunternehmen angerückt, wie Masche und seine Schwiegermutter berichteten. Und am Dienstagmorgen waren an zwei Laternenmasten Löcher ausgehoben.
Westnetz verweist darauf, dass Bürgerinnen und Bürger bei Störungen der Straßenbeleuchtung die Störungshotline 0800/4112244 anrufen oder die Internetseite nutzen sollten. (uj)
stoerungsauskunft.de

