Die Zülpicher Möhnen überrumpelten Bürgermeister Hürtgen. Auf der Bühne eroberte das Ülpenicher Kinderdreigestirn die Herzen der Jecken.
Rathaus gestürmtBürgermeister in Zülpich tauscht die Macht gegen den Stein der Weisen

Die Möhnen haben Bürgermeister Hürtgen in ihre Mitte genommen auf dem Weg zum Feiern.
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Zülpich geht großartigen Zeiten entgegen: Bürgermeister Ulf Hürtgen hat nicht nur den Stein der Weisen, sondern auch das Licht der Erleuchtung. Beides haben ihm die Möhnen mitgebracht – als Entschädigung dafür, dass sie den Rathausschlüssel stibitzt haben.
Wo der lagert, weiß die Truppe um Marga Müller aus jahrelanger Erfahrung, und auch den Weg durchs Treppenhaus ins Büro des Bürgermeisters kennen die jecken Wiever bestens. Auf dem Balkon des Rathauses verhandeln beide Seiten dann um die Macht – wegen des Regens allerdings nicht vor einem jecken Publikum, sondern lediglich vor einem kleinen Trüppchen Unerschütterlicher.
Der Besänftigungsversuch im Zülpicher Ratshaus geht schief
Hürtgen, diesmal als Winzer verkleidet, schickt seinen Beigeordneten Michael Höhn vor, der die Möhnen mit Trauben besänftigen soll. Das verfängt ebenso wenig wie der angebotene Wein. Dass der Bürgermeister allerdings seinen Kämmerer Christian Antons als Gegengabe für den Schlüssel anbietet, könnte ein verwaltungsinternes Nachspiel haben. Schließlich hätte der seine Abteilung, die als Herde gut gelaunter Schafe daherkam, ohne Hirten zurückgelassen.
Natürlich herrscht am Ende Frieden, die neuen Herrinnen des Zülpicher Rathauses stimmen ihr Möhnenlied an und nehmen Ulf Hürtgen schunkelnd in ihre Mitte.
Der Rathaussturm in Zülpich ist traditionell nicht nur die Eröffnung des Straßenkarnevals, sondern auch der Anlass, zu dem sich die Tollitäten der Stadt noch einmal ein Stelldichein geben.
Den Auftakt machen die Kleinsten und bieten einen herzerfrischenden Auftritt. Das Kinderdreigestirn der Ülpenicher Ülekrade läuft mit großem Gefolge auf – und mit großem Selbstbewusstsein. Prinz Isabelle I., Bauer Mia und Jungfrau Greta haben Spaß und machen Spaß. Und wortgewandt sind die drei auch noch, wie Horst Wachendorf, Präsident der Zülpicher Prinzengarde, lobt. Sein Kompliment gilt nicht nur den Kinderdreigestirn, sondern der Ülpenicher KG: „Eine Karnevalsgesellschaft, die solchen Nachwuchs hat, braucht sich keine Sorgen um die Zukunft zu machen.“
Wachendorf führt mit seinem Vizepräsidenten Simon Deuster durch das Programm auf der Bühne. Und mit Humor. Als der Bauer des Wichtericher Dreigestirns mit seinen Pfauenfedern kaum unters Zeltdach passt, kommentiert Wachendorf: „Er ist heute für die Reinigung des Bühnendachs zuständig.“ Doch Bauer Björn tauscht den federgeschmückten Hut lieber gegen die Mütze, um dann ungehindert mit Prinz Daniel I. und Jungfrau Rosi zu feiern.
Aus Bürvenich sind Prinz Jannik I., Jungfrau Luzie und Bauer Jan-Luca gekommen, um den letzten Auftritt vor dem Straßenkarneval zu genießen. Klar, dass der Zülpicher Prinz vom Publikum besonders bejubelt wird: Tobias I. (Esser) , die Tollität der Prinzengarde, hat schließlich ein Heimspiel.

