- Knapp 7500 Leverkusener haben sich am vergangenen Samstag an der 15. Auflage der Aktion „Wir für unsere Stadt" beteiligt um lästigen Unrat in der Stadt zu beseitigen.
- Dabei war besonders viel Müll um die Schiffsbrücke Wuppermündung entsorgt worden.
Leverkusen – Ein schwarz-weißer Leitpfosten, zwei Stühle, etliche Autoreifen, vergammelte Taue, Reste eines riesigen Plastikwasserkanisters und sechs volle blaue Säcke. Die Ausbeute von Patrick Pilzecker und seinem Sohn Cedric nach gerade einmal zweieinhalb Stunden Müll sammeln rund um die Schiffsbrücke Wuppermündung machte deutlich, dass hier dringend einmal aufgeräumt werden musste. Wie knapp 7500 weitere Leverkusener haben die beiden sich am vergangenen Samstag an der 15. Auflage der Aktion „Wir für unsere Stadt“ beteiligt, bei der verschiedene Gruppierungen wie Vereine, Schulen und Kindergärten, aber auch Privatpersonen durch die Stadt ziehen, um lästigen Unrat zu entfernen.
„Dieses Jahr sieht es hier besonders übel aus. In letzter Zeit gab es drei Hochwasser bei denen allerhand an Land gespült wurde“, erklärte Patrick Pilzecker vom Förderverein Schiffsbrücke. Zu zweit waren die Massen an Müll rund um die alte Wuppermündung gar nicht zu bewältigen. „Das ist ungünstig. In den letzten Jahren waren immer viele Helfer unseres Vereins dabei, kamen aber umsonst, weil schon alles sauber war. Dieses Jahr, wo man jede helfende Hand gebrauchen könnte, sind mein Sohn und ich alleine.“
Elfen am Silbersee
Oft hätten Schulklassen, die bereits donnerstags und freitags unterwegs sind, den Müll aufgesammelt. „Wir sind dann weiter in die Auenwälder gegangen. Dafür bleibt dieses Mal keine Zeit.“ Vor allem in den Wäldern zu suchen, ist Mitte März allerdings auch schon besonders kritisch. In Leichlingen wurde aus Rücksicht auf die Anfang März beginnende Brutzeit der ersten Vogelarten extra zwei Wochen eher gesammelt.
Nicht ganz so dramatisch wie am Rheinufer war die Lage am Silbersee, wo unter anderem die erste und zweite Mannschaft der Bayer-Handballelfen nach Müll suchten. In kompletter Besetzung: „Wir sind auf dem Feld ein Team, also auch beim Aufräumen. Für uns war klar, wenn wir mitmachen, dann alle zusammen“, sagte Amelie Knippert von der A-Jugend, die in einer Vierergruppe zusammen mit ihrer Schwester Luisa und ihren Teamkameradinnen Sophie Michaelidis und Jennifer Souza unterwegs war. „Besonders dort, wo viele Leute lang kommen, liegt viel Müll“, erläuterte sie. Am Sandstrand sei es besonders schmutzig gewesen. „Da haben wir Taucher getroffen, die im Wasser gesammelt haben.“ Nicht nur am Silbersee – hier waren es Mitglieder des Vereins „Sea Ghosts Leverkusen“ – wurde im Wasser gesucht. Mit Kanus auf der Wupper war beispielsweise das Team des Opladener Wohnmobilverleihs Georgs Wohnis unterwegs.
Die Arbeiterwohlfahrt Leverkusen hatte kurzerhand noch die Idee gehabt, die Flüchtlinge in ihrer 220 Bewohner zählenden Unterkunft an der Görresstraße zur Teilnahme zu animieren. Es wurden zwar nicht wie erwünscht 50 Teilnehmer, aber am Vormittag zogen immerhin 20 engagierte Flüchtlinge in orangenen Warnwesten los, um auf drei Routen am ehemaligen Schulgebäude und der Stelzenautobahn reine zu machen.
Einer von ihnen war der Syrer Ali (25), der seit vier Monaten in der Awo-Unterkunft lebt. Er sagte, dass er gerne mitmache, weil er nun auch einmal helfen wolle, nachdem ihm in letzter Zeit schon so viel geholfen wurde. Als er von seinen „normalen“ Samstagen in der Unterkunft erzählte, hörte man auch heraus, wie langweilig ihm sonst oft ist.
Zur Belohnung wurde für ihn, wie auch die anderen Helfer, am Ende arabisches Fingerfood verteilt. Einen gemütlichen Ausklang gab es bei vielen Sammlern. Die Handballelfen trafen sich beispielsweise noch zum gemeinsamen Waffeln essen bei einem ihrer Sponsoren.
Nun ist die Avea am Zug. Nachdem die Freiwilligen wieder einmal Tonnen an Müll aus Büschen, von Straßenrändern, von Ufern und aus Wäldern und Feldern zusammengetragen haben, wird der Entsorger die zahlreichen Sammelpunkte in der Stadt abgrasen und die zumeist prall gefüllten blauen Säcke abholen.