AbschiedBurscheid trauert um Rolf Mebus

Rolf Mebus ist tot.
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Burscheid – Betroffenheit und große Trauer in Rat und Verwaltung nach dem Tod des Kommunalpolitikers und FDP-Fraktionsvorsitzenden Rolf Mebus. Nach längerer Krankheit verstarb er am Samstag im Alter von 78 Jahren. Rolf Mebus war der Grandseigneur der Politik in der Lindenstadt. In Würdigung seiner Verdienste erhielt er 1981 die Ehrennadel der Stadt Burscheid. Die aktuelle Ratsperiode eröffnete er 2009 zum zweiten Mal als Alterspräsident. Mit 34 Jahren zog er 1969 erstmals in den Rat ein. Insgesamt wirkte er dort 44 Jahre bis 2013 aktiv mit. Seine gescheiten, witzigen und schlagfertigen Redebeiträge im Rat waren beliebt und manchmal auch gefürchtet.
Aufgewachsen in der liberalen Tradition der vom Kulturwissenschaftler, Pädagogen und FDP-Kultusminister Paul Luchtenberg geprägten Stadt, verband Rolf Mebus eine langjährige Freundschaft unter anderem mit der FDP-Vorsitzenden Anne Marie Frese und dem planungspolitischen Sprecher seiner Partei, Gert Weber. Mit Weber studierte er nach dem Abitur in Opladen an der Universität Köln Betriebswirtschaftslehre. Danach gründete er eine Steuerberatungs-Kanzlei in Leverkusen. Auch Mebus’ Familie war und ist liberal geprägt. Seine im August 2011 verstorbene Ehefrau Gertrud Pies-Mebus engagierte sich lange in der Kulturpolitik und der Vereinswelt. Ihren Tod konnte Rolf Mebus nur schwer verwinden. Sohn Rudolf Mebus (49) ist Rechtsanwalt und kandidierte 2004 für das Bürgermeisteramt in Burscheid. Tochter Eva-Annelie (39) ist Lehrerin.
Rolf Mebus galt fraktionsübergreifend als ausgewiesener Finanzexperte. Zudem kämpfte er mit Anne Marie Frese jahrelang für ein Gymnasium in Burscheid. Sein Credo, wonach „auf Dauer eine solche Einrichtung kostenneutral beim Land erreicht“ werden könne, fand Gehör bis in aktuelle Diskussionen. Bürgermeister Stefan Caplan betonte in seinem Nachruf, dass sich der Verstorbene „mit großem persönlichen Engagement für die Stadt Burscheid eingesetzt und hierdurch Respekt und Wertschätzung erworben hat.Wir werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren“. Schon lange war es Rolf Mebus aus gesundheitlichen Gründen – zuletzt musste er mehrfach ins Krankenhaus – nicht mehr vergönnt, sein Bierchen in den „Bergischen Stuben“ zu trinken. Da galt der „Rolf“ als sehr beliebter Gesprächspartner. Er wird Burscheid fehlen.
