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Kanalnetz bei Starkregen überfordertDebatte über neuen Bebauungsplan Müllersbaum

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Der Bachlauf im Kottener Siefen ist durch Überflutungen stellenweise bis zu zwei Meter tief ausgespült und erodiert.

Burscheid-Hilgen – Um die Entstehung konkurrierender Einzelhandelsstandorte zu verhindern, hat die Stadt Burscheid in Müllersbaum einen neuen Bebauungsplanentwurf aufgestellt. Der B-Plan 1A – Dünweg/Müllersbaum stand auf der Tagesordnung des Stadtentwicklungsausschusses, nachdem die Ergebnisse der frühzeitigen Beteiligung der Öffentlichkeit vorlagen. Der alte Bebauungsplan wurde laut Verwaltung rechtskräftig gekippt. Doch nun haben die Eigentümer ein Problem. Denn Flächen, die sie zum Teil als Baugrundstück gekauft haben, sind neuerdings Ackerland.

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Ein Anwohner brachte seine Bedenken in der Bürgersprechstunde vor. Als er ein Grundstück in Müllersbaum erworben habe, sei das Vorhandensein zweier Baufenster mit ein Grund für seine Kaufentscheidung gewesen. Die Kalkulation und Ermittlung des Kaufpreises seien auf dieser Basis erstellt wurden. Wenn nun aber das Grundstück nicht wie ursprünglich angenommen bebaut werden dürfe, sei das ein erheblicher wirtschaftlicher Schaden. „Schon lange bereiten wir die Bebauung für Wohnungen vor und haben einen Entwurf bereits 2012 erstellt.“

Bürgermeister Stefan Caplan sah das Problem und schlug ein separates Verfahren vor. „Das ist eine Frage an die Politik, ob sich in dem Bereich etwas tun soll. Sobald der Bauherr sagt, was er plant, kann man das je nach Planung positiv aufnehmen. Meine persönliche Meinung ist, dass das passt, was er vorhat.“ Derzeit definiere der Kreis das Gelände als Außenbereich. Doch die Erschließung sei für eine Wohnbebauung, die in einem eigenen Verfahren ermöglicht werden könne, ausreichend.

Schwieriger Gewässerschutz

In einer Stellungnahme hatte die Untere Umweltschutzbehörde noch einmal auf die Problematik des Gewässerschutzes in Müllersbaum hingewiesen. In der Vergangenheit war das bereits Thema bei den Technischen Betrieben Burscheid (TWB). Die stellten fest, dass die Entsorgung von Mischwasser nicht immer und überall reibungslos klappt. Bei Starkregen floss Abwasser unkontrolliert in den Murbach.

Die Untere Umweltschutzbehörde wies auf das Abwasserbeseitigungskonzept hin. Das Papier sah den Bau eines Regenrückhaltebeckens in Ösinghausen bereits für 2017 vor. „Dieses Becken wurde bisher aber nicht erstellt“, heißt es in der Vorlage. Die Folgen bei Unwetter sind am Bachlauf im Kottener Siefen zu sehen. Dort ist das Gewässer teilweise bis zu zwei Meter tief ausgespült und erodiert.

Die abwassertechnische Erschließung in dem Gebiet sei entsprechend geltender Vorschriften nicht sichergestellt, und das Kanalnetz entspreche nicht den Vorgaben.

Ein Ziel des Bebauungsplans ist es, den Hauptort schädigende Ladenlokale und Nahversorgungszentren zu verhindern. Laut Verwaltung geht es in dem Verfahren aber noch nicht darum, ob das Kanalnetz für eine weitere Bebauung ausreichend ist oder erweitert werden muss.