Für den Bau muss der Flächennutzungsplan geändert werden. Und dazu auch der Bereich, in dem Handel vorgesehen ist.
StadtplanungPolitiker in Burscheid machen weiteren Schritt zum Lidl in Hilgen

Diese Ansicht zeigt, wie der Lidl-Komplex an die Siedlung auf dem Thielgelände und die Rosendelle grenzt.
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Es ist eine Formalie, aber eine wichtige: Um den Bau eines Lidl im Zentrum von Hilden zu ermöglichen, muss nicht nur der Flächennutzungsplan geändert werden. Zum planerischen Prozedere gehört auch ein neuer Zuschnitt des „Zentralen Versorgungsbereichs Hilgen“, in dem Handel vorgesehen ist.
Diesem Beschlussvorschlag der Stadtverwaltung folgte der Stadtentwicklungsausschuss am Donnerstagabend einstimmig und ohne jede Diskussion. Der Stadtrat muss das noch bestätigen; allerdings bekennen sich nach wie vor alle politischen Kräfte zu der Idee, die Hilgener Ortsmitte mit Hilfe des Discounters Lidl neu zu gestalten. Die Kreuzung Kölner / Witzheldener Straße soll zu einem Kreisverkehr werden, Lidl soll auf einem großen Sockel nicht nur einen Supermarkt errichten, sondern auch Wohnungen für Menschen, die der Pflege bedürfen. Verkaufs- und Pflegepersonal sowie Besucher des benachbarten Restaurants sollen eine Tiefgarage benutzen, die nach derzeitigen Plänen über die Rosendelle erschlossen wird.
Fundamentale Kritik kommt bislang vor allem von den Anwohnern auf dem Thielgelände. Die Politiker setzen auf kleinere Planänderungen bei Lidl. Die gibt es inzwischen. Das Erschließungsproblem ist allerdings noch nicht gelöst.
Anwohnerbefragung
Die Stadtverwaltung löst in der Auseinandersetzung um den neuen Lidl im Zentrum von Hilgen eine Zusage ein. Die Anwohner der Rosendelle werden befragt, ob sie eine Tempo-30-Zone oder einen verkehrsberuhigten Bereich bevorzugen. Hintergrund: Die Tiefgarage, die im Sockel des Einkaufszentrums vorgesehen ist, soll über die Straße erschlossen werden. Das ist einer der größten Kritikpunkte der Anwohner auf dem Thielgelände, überwiegend Familien mit Kindern. Am Freitag sollten die entsprechenden Briefe verschickt werden, kündigte Diana Papierz aus dem Fachbereich Stadtplanung am Donnerstagabend im Stadtentwicklungsausschuss an.
Ein Votum für einen verkehrsberuhigten Bereich – den man landläufig „Spielstraße“ nennt – bedeutet allerdings nicht automatisch, dass er eingerichtet wird. Die endgültige Entscheidung liege beim Rheinisch-Bergischen Kreis, betonte Papierz.
Bei der Rosendelle kommt eine besondere Schwierigkeit hinzu. Die Straße befindet sich derzeit nicht im Besitz der Stadt Burscheid. Viel mehr läuft mit dem Entwickler des gesamten Gebiets, der Urban Pro, ein Gerichtsverfahren. Die Stadt will das Land übernehmen, eine Entscheidung steht aber noch aus. (tk)