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GroßauftragBurscheids Straßen sollen wieder zuverlässig beleuchtet werden

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Straßenlaterne in Burscheid

Burscheids Straßenbeleuchtung soll auf Leuchtdioden umgestellt werden. Und das noch im Lauf dieses Jahres.

Die Umstellung auf Leuchtdioden soll in diesem Jahr abgeschlossen werden und weniger als 1,5 Millionen Euro kosten.

Seit Jahren wird es immer mal wieder plötzlich dunkel auf Burscheids Straßen. Die Beleuchtung ist teils mehr als 50 Jahre alt und in einem entsprechend problematischen Zustand. Inzwischen hat die Stadt das Lichtnetz übernommen, und es soll technisch aufgerüstet werden. Das ist ein Fall für den Ingenieur Markus Skeide. Er ist von der Stadtverwaltung beauftragt und erstattete am Dienstagabend dem Hauptausschuss Bericht.

Dabei stellt es sich heraus, dass es nun ganz schnell gehen soll, obwohl die Aufgabe wirklich nicht klein ist, rund 2400 Leuchten müssen umgebaut werden. Außerdem will Skeide ein Managementsystem für Burscheids Straßenbeleuchtung installieren. „Licht nach Bedarf“ soll in Zukunft möglich sein in der Stadt. Damit soll auch ein Großteil des Sparpotenzials gehoben werden. Das ist nach Skeides Darstellung beträchtlich. Rund 60 Prozent Energie könne man einsparen. Mit der zentralen Steuerung könne man auch die Wartungskosten erheblich drücken, nämlich um 40 Prozent, berichtete der Ingenieur den Politikern im Rathaus.

Vorteilhafter Preiskampf

Ob das alles gut 1,5 Millionen Euro kostet, bezweifelt Skeide zudem. In der Beleuchtungsbranche tobe derzeit ein Preiskampf, sehr zum Vorteil für Kunden. Einen weiteren Spareffekt sieht der Spezialist darin, dass die neuen Lichtnetze der Nachbarstädte Burscheid und Odenthal gleichzeitig ausgeschrieben werden. Dazu kommt eine 25-prozentige Förderung aus dem Bundeshaushalt. Eine komplett neue Straßenbeleuchtung werde Burscheid unterm Strich also rund 1,2 Millionen Euro kosten, so Skeides Prognose.

Dafür würden nicht nur die Glühlampen gegen Leuchtdioden ausgetauscht, sondern die gesamte Beleuchtungseinheit einschließlich der Verkabelung bis in den Mast, erläuterte Skeide auf Nachfrage von Markus Petzold, AfD. Die LED-Technik erlaube auch unterschiedliches Licht: Technische Leuchten wie zum Beispiel an Fußgängerüberwegen sollten mit 3000 Kelvin etwas weißer scheinen als „dekorative“ Straßenlampen: 2700 Kelvin wirken etwas wärmer.

Leuchtdioden halten inzwischen lange

Über die Haltbarkeit von Leuchtdioden müsse man sich längst keine Gedanken mehr machen, ergänzte der Ingenieur. „100.000 Stunden kriegen wir gut hin. Das sind rund 25 Jahre.“

Wer später die Wartung des neuen Lichtnetzes übernimmt, ist noch ungewiss. „Im Moment haben wir einen provisorischen Vertrag mit der Belkaw“, berichtete Beigeordneter Marc Baack. Sobald die neue Straßenbeleuchtung installiert sei, werde die technische Betreuung neu ausgeschrieben.

Folgt man den Annahmen von Markus Skeide, sollte die Stadtverwaltung die Ausschreibung bald vorbereiten: Bis Ende des Monats will er den Bieter-Wettbewerb starten, die Umrüstung könne im Dezember abgeschlossen sein, glaubt er. „Das ist sportlich“, räumte der Ingenieur ein. Aber in den kommenden Monaten könne man dank viel Tageslicht auch sehr viel erreichen.

Skeide zeigte sich restlos überzeugt von der Umrüstung. Wirtschaftlich rechne sie sich „eigentlich sofort“, die Gesamtinvestition sei „in sieben bis acht Jahren“ wieder hereingespielt. Ganz abgesehen davon, dass Burscheiderinnen und Burscheider künftig eine zuverlässige Beleuchtung von Straßen und Wegen erwarten können. Das war in der Lindenstadt zuletzt nicht selbstverständlich.