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Parken bis PommesHier gibt es Infos zum Pokalkracher zwischen Hohkeppel und Viktoria Köln

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Blick auf das gut gefüllte Waldstadion von Eintracht Hohkeppel.

Mit der Viktoria hat Eintracht Hohkeppel noch eine Rechnung offen: Am 22. März 2023 waren die Kölner schon einmal zu Gast in Köttingen, auch damals ging es um das Endspiel des Mittelrheinpokals. Zum bis dato größten Spiel der Vereinsgeschichte kamen 1200 Würstchen auf den Grill. Letztlich verlor Hohkeppel mit 1:5. 

Am Donnerstag empfängt Eintracht Hohkeppel den FC Viktoria Köln im Halbfinale des Mittelrheinpokals. Ein Spiel für die Geschichtsbücher. 

Superlative haben die Fußballer des SV Eintracht Hohkeppel schon mal schnell zur Hand, doch das, was da in der kommenden Woche auf den Verein und das Achim-Lammers-Waldstadion in Köttingen zukommt, hat tatsächlich das Zeug für einen dicken Eintrag in der Chronik der Gelb-Schwarzen. Die Hohkeppeler Elf hat das Halbfinale im Pokal des Fußball-Verbandes Mittelrhein (FVM) erreicht.

Am Donnerstagabend (Anpfiff 19 Uhr) kommt der Drittligist FC Viktoria Köln nach Köttingen. Mit dem Klub aus dem Stadtteil Höhenberg haben die Hohkeppeler auf dem Papier eindeutig das schwerste Los unter den vier noch im Wettbewerb stehenden Mannschaften gezogen: Viktoria spielt zwei Klassen höher und ist nebenbei auch noch Titelverteidiger des FVM-Pokals.

Hochklassigste Partie der Saison in Oberberg

„Es kribbelt schon ziemlich. Für den Verein ist es das Duell David gegen Goliath, ein absolutes Highlight“, verrät Ali Elyaqine. Bei dem 36-Jährigen, der bei der Eintracht das Veranstaltungsteam anführt, steht das Handy in diesen Tagen kaum still. Wer, was , wann und wo – Elyaqine kennt alle Antworten rund um das Halbfinale. Und er will neugierig machen auf das hochklassigste Fußballspiel, das in dieser Saison in Oberberg angestoßen wird.

Anfahrt und Parken

Am Donnerstag wird die Straße von Schönenborn hinab ins Tal nicht nur zur Einbahnstraße, sondern auch nur für Anlieger befahrbar sei. Der beste Tipp: Fans steuern den Parkplatz des LVR-Freilichtmuseums in Lindlar an. Von dort setzt der Verein Shuttle-Busse zum Waldstadion und zurück ein.

Tickets

Die maximale Besucherzahl wurde auf 1200 festgelegt. 400 Tickets sind vorab an den Viktoria-Anhang gegangen, die über die Ticketplattform „Eventim“ verkauft werden. Für Hohkeppeler und auch für die Kölner Fans wird es indes auch eine Abendkasse geben, betont Ali Elyaqine.

Getrennte Eingänge ins Waldstadion

Die Sicherheit

Um beide Lager schon frühzeitig voneinander zu trennen, schafft die Eintracht zwei Eingänge ins Waldstadion: Heimische Fans nehmen den gewohnten Zugang, wer die Viktoria anfeuert, kommt weiter unterhalb nahe der Tennisplätze auf das Gelände. Diese Trennung ziehen die Veranstalter auch bei der Verpflegung durch: Wer Gelb-Schwarz trägt, holt seine Getränke im Vereinsheim, im Gästebereich wird ein separater Bierwagen aufgebaut.

Insgesamt 18 Ordner werden am Eingang die Taschen kontrollieren und vor allem nach Feuerwerk suchen. Generell gilt ein Glas- und Porzellanverbot. Und auch die Polizei wird Präsenz zeigen: „Wir beurteilen die Entwicklung laufend und werden mit einer ausreichenden Zahl an Kräften vor Ort sein“ – mehr will Oberbergs Polizeisprecher Marc Leporin nicht verraten.

Es kribbelt schon ziemlich. Für den Verein ist es das Duell David gegen Goliath, ein absolutes Highlight.
Ali Elyaqine, Veranstaltungschef bei Eintracht Hohkeppel

Verpflegung für das Publikum

Die wichtigste Nachricht vorweg: Auf die Stadionwurst muss beim Halbfinale niemand verzichten. Es wird Stände mit dem Klassiker und Pommes geben, aber auch Fleischspieße mit Fladenbrot sind im Angebot. Insgesamt dirigiert Ali Elyaqine eine Truppe von rund 40 Helfern, die dafür sorgen wollen, dass niemand hungrig oder durstig nach Hause gehen muss.

Kölner Fans nehmen Spiel absolut ernst

Das sagen die Fans

Hohkeppel träumt vom Endspiel und dem Finaleinzug trotz Außenseiterrolle. Sicher ist jedenfalls: Da im anderen Halbfinale mit Fortuna Köln und dem Bonner SC zwei Regionalligisten stehen, würde ein möglicher Hohkeppeler Finalgegner „nur“ eine Liga höher als die Eintracht spielen. Der Pokalsieg würde dann sogar einen Startplatz im DFB-Pokal bedeuten. Gelb-Schwarz will den Heimvorteil nutzen, die Fans sich ordentlich ins Zeug legen, so viel steht fest.

An der Favoritenrolle von Viktoria Köln ist allerdings auch nicht zu rütteln. Und trotzdem: „Wir sind gut beraten, dieses Pokalspiel maximal ernstzunehmen. Es wäre nicht das erste Mal, dass wir gegen einen unterklassigen Gegner böse ausrutschen“, betont Robin Kleisinger, der 2014 zusammen mit anderen Viktoria-Anhängern den Fanclub „Schäl Sick Sufftras“ gegründet hat, die sich am Donnerstag mit mehreren Autos auf den Weg nach Köttingen machen werden.

Natürlich sei eine Prognose immer schwierig, aber zwischen 300 bis 400 Kölner Fans halte er im Waldstadion schon für realistisch, so Kleisinger. Für den Anhang vom Rhein sei der Trip nach Oberberg wie eine Reise zurück zu den Wurzeln des Fußballs. „Wir alle lieben doch das Flair der Kreisliga, in der der Rasen nicht perfekt ist, aber ehrlicher Fußball gespielt wird“, erklärt Robin Kleisinger für die „Sufftras“.

Das ist neu

In der Mittelrheinliga hat Eintracht Hohkeppel am morgigen Sonntag den SV Bergisch Gladbach 09 zu Gast – das bergische Derby bedeutete in der Vergangenheit den zuschauerstärksten Heimspieltag der Eintracht. Wird der Verein morgen schon Details für Donnerstag testen? „Nein, das ist nicht vorgesehen“, berichtet Ali Elyaqine . Erst ab Montag liefen die Vorbereitungen für das Viktoria-Spiel an. Einzige Ausnahme: „Wir haben in die Beschallungsanlage des Waldstadions investiert, die soll bereits am Sonntag zum Einsatz kommen.“

Das macht die Eintracht-Jugend

Egal, wie das Spiel letztlich ausgeht: Von diesem Fußballabend in Köttingen dürften die jüngsten Eintracht-Kicker noch lange erzählen, denn auch für sie gibt es etwas zu tun. Die Organisatoren werden eine Gruppe von Balljungen stellen und eine der Einlaufkinder. Dass sich Ali Elyaqine und seine Mitstreiter nicht lange nach freiwilligen Knirpsen umhören mussten, versteht sich von selbst. Ein Drittligist kommt schließlich nicht jedes Jahr ins Waldstadion.