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Burscheider BahnhofsgeländeEhemaliger Löschteich soll unter Denkmalschutz

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Bei der Rodung traten die Betonreste des Löschteichs zutage.

Burscheid – Vom ehemaligen Bahnhof in Burscheid sind nur noch Betonreste übrig. Das Restaurant und der Biergarten „Alter Bahnhof“ sind im ehemaligen Werkstättengebäude der Bahnmeisterei eingezogen und von dem – für Burscheider Verhältnisse – riesigen Areal mit Gütergleisen und eigenen Bereichen für die ehemalige Ziegelei und den Kolbenringhersteller Goetze ist nichts mehr übrig. Die Trasse, auf der der Balkanexpress bummelte, nennt sich heute Panoramaradweg.

Bernhard Heider aus Hilgen stellte nun einen Bürgerantrag, den ehemaligen Löschteich der Anlage unter Denkmalschutz zu stellen. „Die Abholzungen haben es an den Tag gebracht: Der frühere Löschteich, gebaut im Zweiten Weltkrieg, um Löschwasser im Falle eines Brandes im Bahnhofsgelände zu bevorraten, ist noch erhalten“, erklärt Heider.

Mahnmal gegen den Krieg

Es sei einer von drei Teichen an der Bahnstrecke auf Burscheider Gebiet gewesen. „Insgesamt waren wesentlich mehr solcher Teiche an der damals als kriegswichtig eingestuften Nebenstrecke Opladen–Lennep gebaut worden.“ Der Teich an der heutigen Montanusstraße sei der einzige. Heider versteht ihn als Mahnmal gegen den Krieg. Im Park an der Bürgermeister-Schmidt-Straße erinnert noch ein Einmann-Bunker aus Beton an die Zeit.

Die Burscheider Denkmalschutzbehörde dagegen stufte das Bauwerk nicht als denkmalwürdig ein. „Zum einen sind nur rudimentäre bauliche Reste vorhanden, die für sich genommen keinen substanziellen Denkmalwert aufweisen. Zum anderen ist kein Funktionszusammenhang zwischen dem Löschwasserteich und der Umgebung mehr ablesbar“, erklärt die Behörde.

Aufgrund des derzeitigen Zustands gebe es keine Rückschlüsse auf die historischen Aufgaben des Teichs. Der Hauptausschuss schloss sich der Meinung der Verwaltung an und lehnte den Bürgerantrag ab.

Heider erinnert sich: „Solange die Teiche in Burscheid und Hilgen dicht waren, haben viele Jungs im Winter auf den Eisflächen Eishockey gespielt, die Mädchen haben sich als Eisprinzessinnen versucht. Zumindest bis Ende der 60er Jahre war uns Älteren die Bedeutung dieser Bauwerke bewusst.“

Doch nun soll auf dem Gelände gebaut werden. Die frühzeitige Rodung des Geländes, verbunden mit dem Kahlschlag der Bäume an der Montanusstraße rief im vergangenen Jahr den Protest vieler Burscheider Bürger hervor. Der damalige Leiter des Planungsamtes, Kurt Berger, rechtfertigte die Abholzung, da es auf dem Baufeld auch „Altlasten wie einen Löschteich“ zu beseitigen gelte.

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Das gehe nicht, wenn die Fläche bewachsen sei. Vor der Abholzung habe die Stadtverwaltung einen Landschaftsplaner damit beauftragt, zu schauen, ob Tiere im Unterholz seien. Außerhalb der Brutzeit sollten die Weichen für die noch bevorstehende Wohnbebauung gestellt werden.