Zum 35. Mal stellen Burscheider Künstlerinnen und Künstler in Schaufenstern aus.
Jubiläum bei Kunst im SchaufensterEine Schnitzeljagd nach der 35 in Burscheid

Künstlerin Doris Spee-Petrik vor ihren Kunstwerken, die im Rathaus ausgestellt sind.
Copyright: Violettta Gniß
Die Gemeinsamkeit von einem Weinglas in einem Friseursalon und einem sehr langen Dackel im Rathaus erschließt sich wahrscheinlich den Wenigsten auf den ersten Blick. Tatsächlich wirkt die neue Ausgabe von „Kunst im Schaufenster“ wie eine Art Schnitzeljagd entlang der Schaufenster – begonnen am Rathaus, dann durch die Fußgängerzone bis in die Kirchenkurve.
Dabei verbindet alle Kunstwerke ein Motto: 35 Jahre Kunst im Schaufenster. Seit 35 Jahren stellen Künstlerinnen und Künstler ihre Werke schon in den Burscheider Schaufenstern aus. Das Jubiläumsthema haben sie unterschiedlich umgesetzt: Teils ist es kaum zu übersehen, teils im Detail versteckt. Die Werke bilden auch in diesem Jahr wieder die ganze Bandbreite der Techniken ab: Von Acryl und Aquarell über Rakeltechnik, Ölmalerei bis zu Bleistiftzeichnungen.

In Andrea Rüßmanns Makis, die in der Stadtbücherei hängen, ist das Jubiläums-Motto im Detail versteckt.
Copyright: Violetta Gniß
Den überdimensional langen Dackel hat Doris Spee-Petrik anlässlich des Jubiläums kreiert. „Niemand hat je einen 35-jährigen Dackel gesehen, also wissen wir nicht, ob er nicht tatsächlich so lang wird“, sagt Spee-Petrik zu ihrem Kunstwerk. Sie gehört zu den drei Künstlerinnen, die von Beginn an dabei sind. „Das war eine Aufregung bei meiner ersten Teilnahme“, erinnert sie sich heute, „bis dahin hatte ich zwar gemalt, aber nie ausgestellt. Ich wusste gar nicht, was von mir erwartet wurde, was die anderen malen würden.“
Künstler gehen auf Geschäftsinhaber ein
Mittlerweile ist das Format eingespielt: Die Künstlerinnen und Künstler passen ihre Kunst auch an die Geschäfte an, in denen sie ausstellen. Eine geeignete Größe auszuwählen, die Kunst mit den sonstigen Artikeln im Schaufenster interagieren zu lassen, nach einer passenden Befestigungsmöglichkeit zu suchen – das alles gehöre auch zu der Aufgabe der Künstlerinnen und Künstler, sagt Doris Spee-Petrik. Dabei würden nicht zuletzt auch die Wünsche der Inhaberinnen und Inhaber eine zentrale Rolle spielen. „Und es macht natürlich umso mehr Spaß, wenn der Ladeninhaber begeistert ist und sich selbst für die Bilder interessiert“, fügt sie hinzu.
Der Einstieg sei vor 35 Jahren aber dann sehr gelungen gewesen. „Damals hat das Format auch noch mehr Leute erreicht, weil es etwas Neues war“, erzählt Spee-Petrik. Die Organisation sei von Anfang an „hervorragend“ gewesen. Und so hat sich auch in den 35 Jahren an dem Konzept von Kunst im Schaufenster nichts verändert. Die Künstlerinnen und Künstler eröffnen jede Serie mit einem Rundgang, bei dem sie der Gruppe jeweils zu ihren eigenen Werken etwas erzählen.
„Der Rundgang ist deshalb wertvoll, weil ein Bild oftmals interessanter wird, wenn man versteht, was ein Künstler damit beabsichtigt hat“, findet Doris Spee-Petrik. Sie nimmt laut eigener Aussage seit 35 Jahren mit Begeisterung an dem Format teil. „Man erreicht hier Leute, die nie in eine Galerie gehen würden. Die Menschen gehen bummeln und unsere Kunstwerke sind dann kleine Überraschungsmomente im Alltag“, sagt sie.
Dass es mit diesem Konzept 35 Jahre lang gelungen ist, Menschen im Alltag immer wieder mit Kunst in Berührung zu bringen, zeugt wohl davon, dass sich Kunst im Schaufenster bewährt hat.

