Die Tiere sind seit 2023 wieder im Kreisgebiet sichtbar, Spuren haben sie unter anderem in Diepental hinterlassen.
Kreis-InitiativeRhein-Berg hat jetzt Biberpaten

Spuren des Bibers, hier im Frühjahr 2025, hatte man auch in Diepental am Wasser gefunden.
Copyright: Ralf Krieger
Die Spuren der Tiere sind schon seit geraumer Zeit sichtbar: Angenagte Bäume und Stämme mit abgeschälter Rinde hat der Biber unter anderem an der Diepentalsperre im Leverkusener-Leichlinger Grenzgebiet hinterlassen. Die ersten Tiere seien schon 2023 im Rheinisch-Bergischen Kreis wieder entdeckt worden, teilt die Kreisverwaltung mit. Deshalb hat man im Kreishaus ein eigenes Bibermanagement aufgebaut, das jetzt in die nächste Stufe geht: Es gibt die ersten offiziellen Biberpatinnen und Biberpaten in Rhein-Berg.
15 Ehrenamtler übernehmen je ein Biberrevier im Kreis und schauen, wo sich Tiere aufhalten, „Bibermonitoring“ nennt die Kreisverwaltung das. Biologin Ulrike Wolpers aus dem Kreisveterinäramt sagt, „in der Fläche viele Augen zu haben“, erhöhe die Wahrscheinlichkeit, Neuzugänge von Bibern rasch zu erkennen und mögliche Risiken bewerten zu können.
Denn einerseits bereichere die Rückkehr des Europäischen Bibers in den Kreis die Biodiversität und verbessere die Landschaft vor Klimaextremen, sagt Kreistierarzt Dr. Thomas Mönig. Andererseits stelle der Natur- und Artenschutz die kommunale Gefahrenabwehr vor neue Aufgaben.
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Biberpatinnen und Biberpaten an einer Wasserfläche, die durch die Aktivität eines Bibers entstanden ist.
Copyright: Rheinisch-Bergischer Kreis
Die Ehrenamtler übernehmen Kontrollgänge und erfassen Veränderungen in einer internen „Biber-Monitor“-App. Die hatten der Rheinisch-Bergische Kreis, die Biologischen Stationen Rhein-Berg, Oberberg, Mittlere Wupper und Leverkusen-Köln, der Wupperverband und der Aggerverband entwickelt. Sehen die Paten zum Beispiel angenagte Bäume, die auf Wege oder Straßen stürzen könnten, Dammbauten, die zu Wasserstau oder Überflutungen führen können, oder Treibgut, das Gewässer und Kanäle verstopfen könnte, melden sie das in der App. Außerdem gehen dann automatisch E-Mails an die zuständigen Stellen raus. Der Kreis hofft so, mögliche Konflikte frühzeitig zu erkennen und zu lösen. Das Vorgehen habe sich in den vergangenen Monaten bereits bewährt, so der Kreis.
Laut Bundesnaturschutzgesetz ist der Europäische Biber streng geschützt, niemand darf ihn stören, fangen oder gar töten. Mönig sagt: „Ein funktionierendes Bibermanagement trägt dazu bei, Konflikte erst gar nicht entstehen zu lassen. Zwar ist die Zahl der Biberreviere mit Paaren und Jungtieren im Kreisgebiet derzeit noch überschaubar, die zunehmenden Fraßspuren entlang von Bächen und Flüssen in den vergangenen drei Jahren zeigen jedoch deutlich, dass das Bibermanagement künftig weiter an Bedeutung gewinnen wird.“
Wer an dem Thema Interesse hat, bekommt Informationen über einen Flyer zum Herunterladen. Den kann man auch beim Kreis per E-Mail bestellen, artenschutz@rbk-online.de. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Veterinäramts stehen unter 02202/132815 zur Verfügung.

