Leichlingen – „Open“ – so flackert eine Leuchtreklame am Fenster. Und ein roter, gelber, grüner und orangefarbener Luftballon an einem Schild machen Passanten auf die Neuerung am Leichlinger Bahnhof aufmerksam: „Bines Büdchen am Bahnhof“ hat am Montag erstmals geöffnet. „Ursprünglich wollten wir schon früher öffnen. Das hat aber wegen der vielen Feiertage nicht geklappt hat. Jetzt geht es aber los“, freut sich Sabine Fritsch, die den Kiosk führt, der von 5 bis 18 Uhr geöffnet hat.
Neben Getränken, Süßigkeiten, Zigaretten und Zeitungen gibt es auch Gebäck und belegte Brötchen aus dem Café Büchel an der Bahnhofstraße, das von ihrem Mann betrieben wird. „Das Gebäck hat mein Mann noch heute früh selbst gemacht“, erzählt sie. Ein paar Tische und Stühle laden zum Verweilen ein.
Voller Einsatz für die Kunden
Die Tür geht ein Stück weiter auf und eine junge Frau kommt hinein. „Haben Sie Kaugummi?“ möchte die Kundin wissen, sieht auf die Auslage und geht wieder, ohne etwas gekauft zu haben: „Sie haben nicht die richtige Marke.“ Kaum ist sie aus der Tür entdeckt Fritsch doch die richtige Packung. „Das muss sie nicht gesehen haben.“ Fritsch greift die Packung und läuft der Kundin hinterher. Sie ist voll im Einsatz. Am Vormittag hat sie vier Stunden Unterstützung durch eine Aushilfe, ansonsten steht sie allein im Laden. „Das lange Arbeiten bin ich gewohnt. Und das hier ist eben mein ganz eigenes Ding.“
Noch ist alles neu. Die Wände sind weiß gestrichen und der Boden frisch gekachelt. Die alte Tür wartet noch auf einen Anstrich. Bald soll draußen eine große Außenreklame angebracht werden, so dass auch kein Bahnhofsbesucher Bines Büdchen übersieht. Die Heizung ist nach längerer Zeit zum ersten Mal wieder angeschaltet. Kühl ist es noch, auch weil die Tür ständig aufsteht. „Wir möchten, dass die Leute sehen, dass wir hier sind“, sagt die Kioskbetreiberin. Sie hat sich sehr auf den Tag gefreut. „Erfahrung im Verkauf habe ich durch das Café. Neu hinzu kommt allerdings für mich der Verkauf der Tickets. Das wollten wir aber unbedingt weitermachen.“ Allein ist sie mit der Aufgabe aber nicht. Zurzeit steht ihr Michael Hillesheim zur Seite. Der Auszubildende von dem Transportunternehmen Hüttebräucker hatte vorher im Bahnhofscontainer die Zugkarten verkauft. „Das muss man einfach ein bisschen üben, um das System richtig zu verstehen.“ Und so gehen zwei Tageskarten für Köln über die Ladentheke. Ein anderer Mann nimmt dagegen lieber ein Viererticket bis nach Köln. „Das ist günstiger, wenn sie wirklich nur hin und zurückfahren“, sagte Hillesheim. Fritsch schaut ihm über die Schulter und strahlt – die ersten Verkäufe sind getätigt.
