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FörderungLeichlinger Lesementorin: „Ich hätte nicht gedacht, dass mich das so erfüllt“

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Ein Kind liest aus einem Buch.

Ein Kind liest aus einem Buch

Ehrenamtliche Lesementoren treffen sich einmal pro Woche mit einem Kind zum gemeinsamen Lesen und Spielen. Von dem Programm profitieren beide Seiten.

Rund 25 Prozent der Kinder und Jugendlichen in Deutschland können nicht ausreichend lesen – eine Zahl, die seit Jahren kaum sinkt. In Leichlingen, Burscheid und Langenfeld versuchen derzeit 40 ehrenamtliche Lesementoren, diesen Trend an elf Schulen umzukehren. Der Bedarf ist riesig, in Leichlingen werden weitere Lesementoren gesucht. Und wohl auch gefunden: Eine Infoveranstaltung in der vergangenen Woche zeigte, dass noch mehr Menschen mitmachen wollen.

Feste Beziehung zwischen Kind und Mentor

Das Prinzip: Ein Mentor, ein Kind, eine Schulstunde pro Woche – mindestens ein Schuljahr lang. Gelesen wird dabei nicht nur, sondern auch gespielt, gerätselt und geredet. „Wir vermitteln das Lesen und den Spaß an der Sprache spielerisch und ohne Druck“, sagt Ingrid Jos aus dem Vorstand des Fördervereins Stadtbücherei Leichlingen, der das Programm organisiert. „Die individuelle Beschäftigung nehmen die Kinder als Wertschätzung wahr. Oft verbessern sich nach einer Weile nicht nur Leseverständnis und Leselust, sondern auch das soziale Verhalten und die Leistungen in Mathe und Sachfächern.“

Reges Interesse herrscht bei der Infoveranstaltung der Lesementoren Leichlingen

Reges Interesse herrscht bei der Infoveranstaltung der Lesementoren Leichlingen

Für die Schulen ist das Programm eine echte Entlastung. „Ob zu Hause wenig gelesen wird, ein Migrationshintergrund vorliegt oder eine Lese-Rechtschreib-Schwäche – für die Schulen ist es kaum möglich, den wachsenden individuellen Bedarf abzudecken. Hier greift der Lesementor“, erklärt die Vereinsvorsitzende Dagmar Pärsch-Roos. Neue Befragungen aus Hamburg belegen die Wirkung: Mehr als 90 Prozent der Kinder verbessern ihr Textverständnis, neun von zehn entwickeln eine positive Einstellung zum Lesen.

Spaß am Lesen transportiert sich besser, wenn auch gelacht wird
Ute Franke-Hesse, Mentor-Referentin

Pädagogische Vorbildung braucht es nicht zwingend. „Ein positives Menschenbild, Geduld und Humor sind hilfreich – und Spaß am Lesen transportiert sich besser, wenn auch gelacht wird“, sagt Mentor-Referentin Ute Franke-Hesse. Die Qualifizierung findet in der Stadtbücherei Leichlingen statt, die auch Lesemedien und Materialien bereitstellt.

Am Ende profitieren nicht nur die Kinder, sagt Mentorin Diane Benner aus eigener Erfahrung: „Dass mir dieses Ehrenamt Spaß bereiten würde, das habe ich gewusst. Dass es mich aber so erfüllt, damit hätte ich nicht gerechnet.“


Wer selbst Lesementor werden will, findet auf der Seite des Fördervereins der Stadtbücherei Leichlingen weitere Informationen und ein Anmeldeformular.

www.förderverein-stadtbücherei-leichlingen.de