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Hasensprungmühle in LeichlingenWohnen mit Seeblick und Heimservice

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Die Aussicht auf den See ist ein Pluspunkt der Seniorenwohnungen am Hasensprungweiher. Das Holzhaus des Angelvereins, das jetzt vor den künftigen Terrassen steht, wird zur Straße hin versetzt.

Leichlingen – Kritische Nachfragen, skeptische Nachbarn, auch aufgebrachte Wutbürger sind heutzutage fast der Normalfall bei Bürgerversammlung über neue Bebauungspläne. Nicht so am Hasensprung. Als im Tagungszentrum des Diakonieheims am Montagabend der geplante Neubau-Komplex für Betreutes Wohnen vorgestellt wurde, gab es von den 30 Besuchern nur Applaus für das Projekt. Das lag einerseits daran, dass es kaum Nachbarn gibt, die das Vorhaben stören könnte. Vor allem aber daran, dass der perfekte Standort und das sozial stimmige Konzept der Anlage den Zeitgeist voll treffen und so auf eine riesige Nachfrage stoßen. Es herrscht eine solche Vorfreude auf die Häuser, dass die Interessenten Schlange stehen.

Investor Andreas Rotterdam hätte wohl schon an dem Abend alle 13 Wohnungen direkt an den Mann oder die Frau bringen können. Und auch für die 14 Tagespflegeplätze, die in das Haus integriert werden, herrscht im Diakoniezentrum ein so großer Bedarf, dass Heimleiter Stanislaus Stegemann den Baubeginn ebenfalls herbeisehnt.

Aber so weit ist es noch nicht. Barbara Hammerschmidt, die Bau-Fachbereichsleiterin der Stadtverwaltung, sah sich gezwungen, die allgemeine Euphorie zu bremsen: „Wir dürfen hier keine Verkaufsgespräche führen“, unterbrach sie die detaillierten Gespräche über Ausstattung, Größe und Service der Wohnanlage. Bei dem Behördentermin ging es jetzt erst um die frühzeitige Bürgerbeteiligung am städtischen Bebauungsplan Nr. 99. Der umfasst das gesamte Sondergebiet der diakonischen Einrichtung Hasensprungmühle und soll auch zukünftige Entwicklungen des evangelischen Seniorenheims sichern. Das interessierte am Montagabend aber niemanden. Der Blick war ganz auf die begehrten Seniorenwohnungen gerichtet. Sie werden auf der freien Wiese hinter den Gäste- und Tagungshäusern des Diakoniezentrums an der Ostgrenze des Kirchengrundstücks entstehen. Geplant sind zwei zweigeschossige Baukörper mit Penthaus-Dach. Sie werden direkt am See liegen und den künftigen Bewohnern von den Balkonen und Terrassen aus einen schönen und unverbaubaren Blick über den Hasensprungweiher und auf den Wald bieten.

Da der Straßenverlauf Richtung Roderbirken nicht tangiert wird und auch der Wanderweg am Weltersbach erhalten bleibt, 16 zusätzliche Parkplätze vor den Neubauten geschaffen werden und auch die derzeit störende Müllstation des Altenheims an einen leiseren Standort verlegt werden soll, regt sich kein Widerstand gegen die Pläne. Mit dem benachbarten Angelverein, der den Weiher gepachtet hat, haben sich die Bauherren bereits über die Versetzung der Anglerhütte weg vom Terrassenbereich hin zum Eingangstor verständigt, damit es keine Behinderungen gibt.

Betreuung nach Maß

Die beiden Baukörper werden durch einen Trakt verbunden, in dem im Erdgeschoss Gemeinschaftsräume für Treffen und Besucher und eine Cafeteria geschaffen werden. Je nach Bedarf können die Senioren, die hier einziehen, einen Betreuungsservice nach Maß in Anspruch nehmen. Vom Pflegedienst übers Mittagessen bis zur Wäscherei. Entweder von der Hasensprungmühle oder von anderen Diensten. Bislang ist eine Mischung aus fünf Miet- und acht Eigentumswohnungen geplant, alle behindertengerecht ausgestattet und mit Aufzug erreichbar.

Frühestens Mitte 2016 könnten die Möbelwagen vorfahren. Investor Andreas Rotterdam führt bereits eine Warteliste von Interessenten – große Nachfrage gibt es von Senioren, die ihre Eigenheime aufgeben wollen. Die Eigentumswohnungen könnten um die 3000 Euro pro Quadratmeter kosten, Mieten werden wegen der Service-Einrichtungen über dem Mietspiegel liegen. Aber Preislisten gibt es noch nicht und verkauft ist noch keine Wohnung. Mit der Vermarktung, antwortete Rotterdam den bereits in den Startlöchern stehenden Bewerbern, werde er erst beginnen, wenn er die Baugenehmigung habe. Das soll im Mai sein.