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KinderbetreuungStadt Leichlingen plant Energie-Pauschalen für 17 Tagespflegestellen

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Ein Mädchen sitzt am Tisch einer Tagesmutter und isst Obst.

Tagespflege-Stellen müssen die hohen Energiekosten bisher aus eigener Kraft auffangen.

Anträge der Ratsfraktionen auf Unterstützung von Tagespflegestellen in Leichlingen stoßen bei der Stadt auf offene Ohren: Im Etat werden 20.000 Euro Zuschuss zu den Energiekosten reserviert.  

Für die Betreiber der Leichlinger Tagespflegestellen, die unter den hohen Energie- und Heizkosten leiden, ist Unterstützung in Sicht. Die Stadtverwaltung signalisiert ihnen, dass sie mit den steigenden Belastungen nicht im Stich gelassen werden sollen. Mit der Gewährung von Zuschüssen will man aber warten, bis sich der Nebel um angekündigte staatliche Entlastungen verzogen hat.

In der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses wurden zwei Anträge der Jamaika-Koalition aus CDU, Grünen und FDP sowie der SPD beraten, die dasselbe Ziel verfolgten: Die meistens in Privaträumen betriebene Kinderbetreuung durch Tagesmütter finanziell zu unterstützen, damit sie die Preissteigerungen bei Strom und Gas besser verkraften können. Denn die Tagespflegestellen sind von den hohen Ausgaben und drohenden Nachzahlungen besonders betroffen, weil es ihnen im Interesse der Gesundheit der Kinder nicht möglich ist, die Raumtemperaturen stark zu drosseln und an der Beleuchtung zu sparen. Sie sollen in den Wohnräumen um die 21 Grad vorhalten und außerdem regelmäßig lüften.

Elternbeiträge sind begrenzt

Während etwa in städtischen Kindertagesstätten höhere Nebenkosten anfallen und bezahlt werden müssen, können die privaten Pflegestellen für steigende Betriebsausgaben keine höheren Beiträge von den Eltern verlangen, weil die Pauschalen gesetzlich festgelegt sind. Ihnen zu helfen, erklärte der fürs Sozialwesen zuständige Fachbereichsleiter Ingolf Bergerhoff, sei deshalb „ein absolut verständliches Begehren“.

Die Jugendhilfe-Träger im Rheinisch-Bergischen Kreis hätten das Problem bereits im Auge, sie seien aber, was konkrete Entlastungen betrifft, noch vorsichtig, weil gesetzliche Regelungen noch unübersichtlich seien. Von der Übernahme der Gas-Abschläge für Dezember würden auch die Tagesmütter und -väter profitieren. Aber über das Entlastungspaket des Bundes und einen Hilfsfonds des Landes bestehe noch zu große Unklarheit. Und es seien auch andere soziale Einrichtungen von den inflationären Belastungen betroffen.

Dennoch zeichnet sich ab, wie eine zusätzliche Förderung aussehen könnte: Wenn es keine andere Regelung gibt, plant die Stadtverwaltung ab 2023 die Zahlung von Energie-Pauschalen. Dabei will sie sich an ein Leverkusener Modell anlehnen, nach dem Einrichtungen etwa 300 Euro pro Quartal erhalten sollen. In Leichlingen gibt es aktuell 17 Tagespflegestellen, in denen etwa 85 Kinder betreut werden. Der genannte Betrag würde sich also auf rund 5000 Euro pro Quartal summieren. Der Haupt- und Finanzausschuss sorgte vor und stellte einstimmig den Betrag von 20.000 Euro in den Etat 2023 ein. Die Ausgabe wird allerdings mit einem Sperrvermerk versehen und nur dann wirksam, wenn es keine anderweitige Entlastung gibt.