In interaktiven Workshops, die mit Geldern aus dem Fonds „NRW hilft“ gefördert werden, lernen Kinder der Grundschule Büscherhof, die Erlebnisse aus der Überflutung Leichlingens zu verarbeiten.
Grundschule BüscherhofTheaterfrauen machen Kinder in Leichlingen stärker

Die Kölner Theaterpädagogin Britta Weyers arbeitet mit Grundschulkindern in Leichlingen.
Copyright: Michael Rogulla
Die Angst vorm Coronavirus, der bedrohlich wirkende Alltag mit Schutzmasken und Abstand und dann auch noch die traumatischen Erlebnisse der Hochwasser-Katastrophe in Leichlingen mit der Evakuierung von Familien und dem Anblick zerstörter Häuser. Diese Flut von negativen Eindrücken hat sich vielen Kindern eingeprägt - und manchen auch auf die Seele gelegt. In der städtischen Grundschule Büscherhof wird das Erlebte jetzt aufgearbeitet.
In der Ganztagsbetreuung läuft ein Theater-Projekt, das Spendengelder der Aktion „NRW hilft“ ermöglicht haben. Das Bündnis von Landesregierung und Hilfsorganisationen ist ins Leben gerufen worden, um von der Unwetterkatastrophe betroffene Menschen zu unterstützen. Die von der evangelischen Kirchengemeinde getragene OGS-Betreuung hat aus dem Fonds 15.000 Euro erhalten. Dafür können an der Schule nachmittags insgesamt acht mehrtägige Workshops zur Stärkung der jungen Persönlichkeiten angeboten werden, an denen schon mehr als 60 Kinder aus allen vierten Klassen teilgenommen haben.

Kinder am Leichlinger Rathaus am Morgen nach der Flutnacht
Copyright: Britta Berg
„Auf die Bühne, fertig, los!” heißt es an jeweils vier Projekt-Tagen, wenn die beiden Kölner Schauspielerinnen und Theaterpädagoginnen Alexe Limbach und Britta Weyers in Leichlingen mit Rollenspielen, Körpertrainings und Fotostudio anrücken, mit den Jungen und Mädchen improvisieren und meditieren. Die Stärkung der Resilienz, der Fähigkeit, schwierige Lebenssituationen und belastende Erfahrungen zu meistern, ist das Ziel der interaktiven Gruppenarbeit.
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Gefühle und Ängste aufarbeiten
„Der Impuls für dieses Angebot entstand ursprünglich während der Pandemie mit der Idee, den Kindern die Möglichkeit zu geben, spielerisch alle emotionalen und sozialen Grundlagen nachzuholen, die in der verpassten Schulzeit zu kurz gekommen sind,“ erklären die beiden Theaterfrauen. Angesichts der verheerenden Folgen der Flut im Sommer 2021, von der viele Schulen und Kinder massiv betroffen waren, haben sie ihr Programm darauf abgestimmt und sind damit in der im Schulzentrum Am Hammer untergebrachten Grundschule zu Besuch, wo die Eindrücke noch frisch und die Flutschäden an den Gebäuden noch zu sehen sind.
„Wir finden, dass Kinder das Recht haben, sich gut zu fühlen und wir Erwachsene haben die Aufgabe, sie dabei zu unterstützen, sich auch in und nach schwierigen Lebensphasen wieder zurecht zu finden“, sagen Alexe Limbach, die auch Erzieherin und in Stressmanagement und Achtsamkeitstraining ausgebildet ist, und Britta Weyers, Trägerin des Kölner Theaterpreises und des Klagenfurter Kleinkunstpreises. Beide arbeiten seit vielen Jahren auf der Bühne und „hinter den Kulissen“ zusammen. Ihr aktuelles Projekt haben sie während der theaterfreien Pandemie-Zeit im Rahmen eines Stipendiums entwickelt. In Leichlingen sind sie damit am richtigen Ort, freuen sie sich über die gute Kooperation mit der Offenen Ganztagsschule.

