Abo

LeichlingenEin Graffiti-Wal als Zeichen für kulturelle Vielfalt

3 min
Der Solinger Künstler Eric Ventker arbeitet am Feinschliff seines neusten Graffitis.

Der Solinger Künstler Eric Ventker arbeitet am Feinschliff seines neusten Graffitis.

Der Verein „Leichlingen Hilft“ hat den Solinger Künstler Eric Ventker für ein besonderes Graffiti am städtischen Gymnasium in Leichlingen engagiert. Ein bunter Wal soll für interkulturelle Vielfalt stehen.

An einer Wand des städtischen Gymnasiums entsteht gerade ein Kunstwerk. An der Fassade, die vorher von Schmierereien bedeckt war, malt der Solinger Künstler Eric Ventker ein Graffiti nach Idee des Vereins „Leichlingen Hilft“. Der Verein „Leichlingen Hilft“ hilft Menschen in Leichlingen in finanzieller Not und setzt sich für interkulturelle Vielfalt ein. Beispielsweise veranstaltet er ein internationales Frühstück und organisiert „Notgroschen“ für Menschen, deren Konto aufgrund finanzieller Probleme gesperrt wurde. Der Verein hat sich das Motiv eines Wals überlegt, der aus bunten Puzzleteilen zusammengesetzt ist. „Das Motiv soll die interkulturelle Vielfalt Leichlingens darstellen“, erklärt Önder Balkaya, Vorsitzender des Vereins „Leichlingen Hilft“. „Der Wal ist ein kräftiges Tier, wie ein sicherer Hafen. Die Puzzleteile, die rausstehen, zeigen, dass es Menschen gibt, die nicht richtig ins System passen, aber doch ein Teil des Ganzen sind“, sagt er weiter.

Von Facebook an die Schulwand

Den Künstler Eric Ventker hat Balkaya zufällig auf Facebook gefunden und war direkt angetan von seiner Graffitikunst. Die Idee des Kunstwerks kam dem Verein vor etwa einem halben Jahr, in konkreter Planung ist es seit drei Monaten. Um eine geeignete Fläche zur Umsetzung der Idee zu finden, hat der Verein alle Schulen in Leichlingen angeschrieben. Die Leitung des städtischen Gymnasiums meldete sich zurück und bot eine drei mal acht Meter große Wand an der Westseite der Schule an. „Wir hätten nicht gedacht, dass wir direkt eine so große Fläche zur Verfügung gestellt bekommen und haben uns sehr gefreut“, erzählt Önder Balkaya. Die Fassade der Wand war vorher von Schmierereien und kleineren Graffiti bedeckt.

Künstler setzt auf Mixtechnik

Der Solinger Eric Ventker studierte an der Kunstakademie in Düsseldorf und arbeitet seitdem als freischaffender Künstler. Er verdient sein Geld hauptsächlich mit Graffiti- und Werbeaufträgen, malt aber auch mit Öl und Acryl auf Leinwände. Im letzten Jahr hatte er eine Ausstellung in Faro in Portugal. Zum Graffiti kam er schon im Jahr 2008, als er sich an sogenannten „Halls of Fame“, also Fassaden, an denen legal Graffiti gesprüht werden darf, ausprobierte. „Das Projekt in Leichlingen hat mir direkt gut gefallen. Der Verein hat mir zwei Motive gezeigt, einmal einen Wal und einmal einen Elefanten. Ich habe mich für den Wal entschieden, weil er mir als Symbol sehr gut gefällt und weil es von den Proportionen besser zur Wand passt“, erzählt der 30-jährige Künstler.

Für das Kunstwerk benutzt er eine Mixtechnik aus Streichen der größeren Flächen mit Fassadenfarbe und Sprühen mit Künstlersprühdosen. Aus Erfahrungen berichtet er, dass Fassaden, an denen großflächige Graffitis angebracht sind, seltener übersprüht und übermalt werden.